Designstudie und W.I.P.: Außerirdische Vegetation

    Es gibt 59 Antworten im Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bluepix

      Liopleurodon schrieb:

      Die Nachricht endet mit den Worten: "Das muss ich mir unbedingt näher ansehen!".
      ...ja ja... die Neugier ist der Katze Tod ;)

      Immer wieder beeindruckend wie subjektiv jeder von uns scheinbare Mängel empfindet. Die Textur stört mich z.B. überhaupt nicht. Was für mich das Bild aufwerten würde, wäre ein besseres Hintergrundbild. Der Weltraum (zwischen den Sternen) ist schwarz! Erst recht im intergalaktischen Raum. Möglicherweise musst Du nur den Kontrast des Hintergrundbildes deutlich hoch ziehen. Besonders gut gefällt mir das Wasser im Vordergrund und wie es in der Ferne im Dunst verschwindet. Schönes Bild :thumbup:

      Rechtschreibfehler sind vom Autor beabsichtigt. Sie dienen der allgemeinen Unterhaltung und fördern die Aufmerksamkeit.

      Wer einen findet darf ihn behalten
      .


      Danke Mermaid, Kushanku und Spacebones. :)

      Es freut mich doch, dass ihr euch noch an meine Ausflüge ans Incendiameer erinnert. Das ist schließlich schon eine Weile her. :)

      Bluepix schrieb:

      Immer wieder beeindruckend wie subjektiv jeder von uns scheinbare Mängel empfindet. Die Textur stört mich z.B. überhaupt nicht. Was für mich das Bild aufwerten würde, wäre ein besseres Hintergrundbild. Der Weltraum (zwischen den Sternen) ist schwarz! Erst recht im intergalaktischen Raum. Möglicherweise musst Du nur den Kontrast des Hintergrundbildes deutlich hoch ziehen. Besonders gut gefällt mir das Wasser im Vordergrund und wie es in der Ferne im Dunst verschwindet. Schönes Bild :thumbup:

      Danke, Bluepix. Mit diesem Punkt hast Du Recht. In dieselbe Richtung würde ich auch gehen.
      Eine Weiterentwicklung desselben Themas. ;)
      Verwendetes Programm: Vue xStream 10.5

      Hypothetisches Leben auf einem erdähnlichen Planeten in der lebensfreundlichen Zone eines Roten Zwergsterns. Rote Zwerge sind die häufigsten stellaren Objekte im Universum. Allein für unsere Milchstraße wird ihr Anteil auf 70% aller Sterne geschätzt. Ihre Masse liegt zwischen 50% und 8% der Masse unserer Sonne.

      Rote Zwerge geben nur sehr wenig Energie ab, teilweise nur im Bereich von Tausendstel der Sonnenhelligkeit. Für lebensfreundliche Bedingungen an der Oberfläche müsste sich ein Planet sehr nahe an solch einem Stern befinden, mitunter nur wenige Millionen Kilometer. Die vom Stern ausgehenden Gezeitenkräfte würden die Drehung des Planeten schon nach wenigen hundert Millionen Jahren so weit abbremsen, dass fortan immer dieselbe Seite des Planeten dem Stern zugewandt ist. Auf der anderen Seite herrscht ewige Dunkelheit.

      Eine solche Situation hat schwierige klimatische Verhältnisse zur Folge. Die Tagseite des Planeten empfängt permanent Sonnenenergie, während die Nachtseite abkühlt. Ein planetenweites Magnetfeld und eine dichte Atmosphäre würden jedoch zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Wärmeenergie führen und die klimatischen Extreme abmildern.

      In vielen Modellrechnungen wird der Übergangsbereich zwischen der Tag- und der Nachthälfte als die Region angesehen, in der noch am ehesten gemäßigte, lebensfreundliche Bedingungen auftreten können. Komplexes Leben hätte hier durchaus eine Chance.

      Allerdings würde sich das Leben dort sehr drastisch vom irdischen Leben unterscheiden. Einer der auffälligsten Unterschiede betrifft die Farbe. Von Photosynthese lebende Organismen wären wohl schwarz - eine solche Pigmentierung erlaubt die bestmögliche Absorption aller geeigneten Wellenlängen. Zudem würde sich das ganze Leben darauf ausrichten, dass die Sonne permanent aus ein und derselben Richtung scheint und niemals untergeht.

      Bei einer ganzen Reihe von Roten Zwergen wurden inzwischen erdgroße Planeten oder Supererden nachgewiesen, nicht wenige davon im lebensfreundlichen Bereich gelegen. Mit verbesserten Teleskopen besteht eine realistische Chance, auch die Vegetationsdecke eines fernen Exoplaneten nachzuweisen und somit die These von Leben auf solchen Welten zu überprüfen.

      Wissenschaftliche Hintergründe bieten unter anderem die beiden hervorragenden Artikel von Nancy Kiang und Kollegen über die Farben der Photosynthese:
      arxiv.org/ftp/astro-ph/papers/0701/0701382.pdf
      arxiv.org/ftp/astro-ph/papers/0701/0701391.pdf


      Als Weltraum Interessierter und möchte gern Hobby Astrophysiker ;) muss ich Deine Sonne (mindestens Klasse G) kritisieren. Ein roter Zwerg (Klasse M) wäre - wie der Name es sagt - rot, und erst recht wenn er so tief am Horizont stünde. Folglich wäre neben der Sonne auch gleich die gesamte Szene in düsteres Rot getaucht. Was aber wiederum bedeutet, dass der Render recht simpel im PW zu korrigieren wäre, indem Du Blau und Grün runter regelst. Und wo sind denn nun die schwarzen Pflanzen? ;)

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      Bluepix schrieb:

      Als Weltraum Interessierter und möchte gern Hobby Astrophysiker muss ich Deine Sonne (mindestens Klasse G) kritisieren. Ein roter Zwerg (Klasse M) wäre - wie der Name es sagt - rot, und erst recht wenn er so tief am Horizont stünde. Folglich wäre neben der Sonne auch gleich die gesamte Szene in düsteres Rot getaucht. Was aber wiederum bedeutet, dass der Render recht simpel im PW zu korrigieren wäre, indem Du Blau und Grün runter regelst. Und wo sind denn nun die schwarzen Pflanzen? ;)


      Danke für Deine konstruktive Kritik, @Bluepix! Ich hatte mir ein wenig Zeit gelassen, um Dir auch wirklich eine fachlich fundierte Antwort geben zu können.

      Die Frage nach der Farbe der Roten Zwergsterne ist gar nicht so einfach zu beantworten, da wir selbst nicht unter solch einem Stern leben. Letzten Endes gibt die Klassifizierung über die Spektralklassen nur den Schwerpunkt der Energieabgabe des Sterns wieder. Rechts und links davon haben wir es mit einer verzerrten, annähernd schwarzkörperartigen Strahlungsverteilung zu tun, die allerdings tatsächlich Licht aller sichtbaren Wellenlängen enthält. Würden wir also die Sonne durch einen Roten Zwerg ersetzen und direkt in den Stern blicken, so erschiene er dennoch weiß - weil wir so die Summe aller Wellenlängen wahrnehmen. Auch die Sonne erscheint, direkt betrachtet, weiß anstatt gelb, wie es die Klassifizierung nahelegen würde.

      Ich habe mir auch mal Fotos von Roten Zwergen angesehen. Proxima Centauri, das klassische Beispiel, erscheint im Teleskopbild auch weiß, mit nur einem leichten Rotstich im Bereich der "Strahlen":



      Aus: en.wikipedia.org/wiki/Proxima_Centauri

      Ein guter Artikel, der auch sehr anschauliche Abbildungen enthält, ist zum Beispiel dieser hier:

      astro.unl.edu/naap/hr/hr_background1.html

      Und darin vor allem die folgende, wenn auch idealisierte Abbildung:



      Kommen wir als nächstes zu dem Punkt, wie ein Roter Zwerg tief am Horizont aussähe. Das ist eine schwierige Frage, weil hierbei auch unser Auge mit seinem Mangel an Blaurezeptoren ein Wörtchen mitzureden hat. Die Streuung des Lichtes durch die Atmosphäre ist abhängig von der Größe der Gasteilchen und eventueller Staubvorkommen. Aufnahmen der Marsrover in Echtfarben zeigen Sonnenaufgänge in erstaunlich vertrauten Blautönen, obwohl der ganze Planet und all der Staub in der Atmosphäre doch eher rotbraun eingefärbt ist.

      Gehen wir mal davon aus, dass die Atmosphäre des fiktiven Planeten die blauen Wellenlängen des Lichtes auf dieselbe Weise wegstreut wie die Erdatmosphäre. Wenn wir von Stickstoff, Sauerstoff und Kohlendioxid als wichtigsten Gasen ausgehen, dann sollte sich daran nichts ändern, denn dies sind kleine Moleküle. Was übrig bleibt, ist dann wieder eine Summe von Wellenlängen, die auch als ebensolche wahrgenommen wird. Vielleicht ein bisschen deutlicher rot, in diesem Punkt magst Du Recht haben, aber wohl eher nicht so tiefrot, wie viele andere das darstellen.

      Das ESO hatte anlässlich der Entdeckung des Proxima-Planeten einige Illustrationen veröffentlicht, die als sehr gut recherchiert gelten. Auch da erscheint die Sonne nicht so richtig rot und der Himmel hat sogar leichte Violett-Töne:

      https://phys.org/news/2016-08-earth-like-planet-proxima-centauri.html



      Die Rayleigh-Streuung ist nochmal hier gut erklärt:

      de.wikipedia.org/wiki/Rayleigh-Streuung

      Der dritte Punkt ist die Farbe der Pflanzen. Hier hatte ich tatsächlich beim Material den Farbregler bis zum Anschlag ins Schwarze durchgedrückt. Die Streung des Umgebungslichtes hat das im Endergebnis ein wenig aufgehellt und wieder ins Graue verschoben. Das ist dann eben so.

      Wenn Du Dir andererseits irdische Pflanzen einmal ansiehst, so sind die Blätter nie richtig rein grün gefärbt. Die Farbe befindet sich ohnehin nur in den Chloroplasten und es gibt im Blatt genügend Bereiche, die nicht gefärbt sind - ganz prominent zum Beispiel oft die Leitbündel. Innerhalb des Blattquerschnitts findet man die meisten Chloroplasten in der Palisadenschicht. Die ist wirklich dicht bepackt und 4/5 der Photosyntheseleistung des Blattes finden hier statt. Die Schicht darüber ist die Epidermis und in der findet man weniger Chloroplasten - manchmal sogar gar keine. Darüber ist nochmal die wachsartige, farblose Cuticula aufgelagert und darüber findet man bei einigen Arten auch noch Haare oder Schuppen:



      Aus: erdkroete.de/Jufo/felix_renker.htm

      Alles in allem trägt dies dazu bei, dass ein natürliches Blatt eher einen "schmutzigen" Grünton aufweist als ein reines Grün.

      Ich fand Deine Anmerkungen aber sehr hilfreich und habe sie auch in die überarbeitete Fassung einfließen lassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Liopleurodon“ ()

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      Da hast Du Dir aber richtig Arbeit gemacht. Mit der Recherche, meine ich ;) Danke für die Informationen und weitestgehend hast Du sicher recht.
      Mein Kommentar war eher intuitiv, was nicht mit Realitäten ferner Welten übereinstimmen muss, wie Du richtig einleitest.

      Dein wichtigstes Argument ist die Unbestimmtheit der fremden Atmosphäre, welche weitestgehend die "Abendfärbung" mit bestimmen würde.
      Das Final gefällt mir gut. Aber warum so verrauscht? :nachdenklich:

      Rechtschreibfehler sind vom Autor beabsichtigt. Sie dienen der allgemeinen Unterhaltung und fördern die Aufmerksamkeit.

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