5. Foren-Wettbewerb Rendern: Stimmungen

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    5. Foren-Wettbewerb Rendern: Stimmungen

    Soo, 3dfan gab mir den Auftrag, was Passendes zur Jahreszeit zu machen.

    Machen wir mal was ganz anderes - kein einzelnes Thema, sondern ich gebe euch ein paar kleine Ausschnitte aus Geschichten. Ihr könnt euch eine davon für euer Bild aussuchen und versucht bitte, die Stimmung, die darin transportiert wird, wiederzugeben. Kleines Extra, wer sich daran versuchen will: die Stimmung wiedergeben, OHNE sie einer PERSON anzuhängen - nur über Umgebung, Lichtstimmung und Props! (Also, Personen dürfen schon im Bild sein, sollen aber nicht alleine die Stimmung weitergeben.)

    Ausschnitt 1:

    Das Dunkelblau der Baumschatten auf dem See verband sich mit dem Rosa des Sonnenuntergangs zu einem irisierenden Lila, interpunktiert von den dunkelgrünen Blättern der Bäume und Seerosen, deren Blüten wie Perlen auf einem Bett aus blaugrünem Samt leuchteten. Asafhi saß am Ufer und meditierte. Die Vögel sangen, und die letzten Sonnenstrahlen wärmten die Haut. Als sie verschwanden, öffnete Asafhi die Augen wieder. Über dem See schwebte ein leichter Dunst und formte die Abbilder der Geister, die sich in der Umgebung aufhielten. Eine Kätzin kam auf das Ufer zu. Fanna. Heute um Mitternacht würde die Verbindung zwischen ihnen reißen, und morgen am Mittag würden die Schamanen wieder jeden zu seinem Geistertier führen, damit sie sich für das nächste Jahr vereinigten. Ob Fanna wohl wiederkam?


    Ausschnitt 2:

    Orange, Gelb und Rot tanzten in ihrem tödlichen Reigen. Das Haus brannte lichterloh, so wie der Hass, der es angesteckt hatte. Sidu rannte wie noch nie im Leben. Das Knacken und Krachen der Balken erfüllte die Nacht, und Funken flogen in alle Richtungen. Bald würde das Feuer auf die anderen Häuser übergreifen. Die Menschen rannten und suchten Wasser, doch es würde nichts helfen. Dieses Feuer war nicht zu löschen - selbst wenn die Flammen heute versiegten, würden sie nächste Nacht oder in zwei Wochen oder in einem Monat wieder lodern. Hier war Hass am Werk, und der machte nicht halt, bis nicht alles vernichtet war. Sidu rannte und rannte, die Angst im Nacken.


    Ausschnitt 3:

    Das Zimmer war nur dämmrig erleuchtet. Aus den Schatten traten hier ein Sessel, da ein antikes Beistelltischchen, dort eine Vase mit Blumen. Die Vorhänge zogen ihre Schatten an den Wänden hoch. Ein Fuß schob sich in den Kreis des Kerzenlichts, gefolgt von einem zweiten, der mit den Zehen den ersten Fuß streichelte. Im Kamin knackte ein Feuer, und ein Löffel klirrte leise an das Teeglas. Der Duft von Bergamotte und frisch gebackenen Keksen erfüllte den Raum. Er erhob sich vom Sofa und ging zum Musikschränkchen. Kurz darauf ertönte Tschaikovskis Nussknackersuite, während er sich wieder hinsetzte und den Arm wieder um Sie legte. Sie sprachen nicht. Es war nicht nötig. Sie fühlten nur. Einander.


    Ausschnitt 4:

    Der Ball flog, das Netz zappelte, und die Menge rastete aus. Weltmeister! Umjubelt verließen die Spieler den Platz. Tamrin sprang mit auf und ab, hatte jede Bewegung der Spieler aufmerksam verfolgt, mitgezittert, wenn die Gegenmannschaft den Ball holte, geflucht, wenn sie einen Treffer landete. Nun war es vorbei, und all die Anspannung der letzten Wochen fiel ab wie ein nasser Wintermantel. Die Menge schwappte hinaus und füllte rasant die umliegenden Gaststätten, wo die Höhepunkte des Spiels immer wieder wiederholt wurden, das Beste dem Nebenmann erzählt, der es selbst mitangesehen hatte. Weltmeister!


    Ausschnitt 5:

    Lichtfinger aus Taschenlampen krochen über den Boden. Staub wirbelte auf unter den vorsichtigen Schritten der Polizei. Kim duckte sich ein wenig in seine schusssichere Weste hinein. Es war unheimlich. Seine Kollegen blieben plötzlich stocksteif stehen, einer deutete auf die Tür zum Nebenzimmer. Ein Rinnsal in verdächtigem Rot war unter der Tür hergelaufen. Alle schluckten und fürchteten, was sie dahinter finden würden. Die Bestie hatte wieder zugeschlagen. Einer öffnete lautlos die Tür. Dahinter lag eine Frau, die Kehle von Ohr zu Ohr aufgeschlitzt. Im Hintergrund zeigte eine umgestürzte Wiege und ein mit einem Messer darauf festgenagelter Teddybär, worauf die Bestie eigentlich aus gewesen war. Doch diesmal war etwas anders. Ein Mann drehte sich um, als sie den Raum betraten. Seine Hände waren mit Blut befleckt, sein selbstsicheres Lächeln eine Spur zu finster, und die Augen zeigten, dass dieser Mann nicht mehr normal war. Bevor irgendetwas gesagt werden konnte, knallten drei Schüsse und der Mann fiel tot um. Ein Wimmern aus Richtung des Schranks ließ sie aufatmen. Wenn es noch wimmerte, lebte es noch.


    Die Namen sind absichtlich ambivalent gehalten, sodass ihr euch entscheidet, ob Kim, Tamrin, Sidu und Asafhi männlich oder weiblich sind.

    Abgabe wie immer am Monatsletzten.

    Viel Spaß dabei!
    Für Computer braucht man keine Experten, sondern Schamanen.

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    Oha, viel Text für die "Generation Goldfisch".
    (Der Begriff stammt aus einer Untersuchung zur Aufmerksamkeitsspanne der Menschen - hier eine (von vielen) kurze, deutschsprachige Zusammenfassung: content-garden.com/aufmerksamkeit-ein-verlorenes-gut/)
    Na, da werde ich mal vorsichtig anfangen zu lesen ... in 8 Sekunden-Schritten :)
    "Besser auf neuen Wegen etwas stolpern, als auf alten Pfaden auf der Stelle zu treten!"
    *g* Deshalb ja so kurze Texte...

    Nee, auch wenn ich schon festgestellt habe, dass ich immer unterhalten sein will und deswegen wie eine Verrückte zwischen meinen Tabs wechsle, wenn irgendwo Ladezeiten sind, schreibe ich das doch eher meinem ADS zu. Ich traue jedem hier zu, die paar Zeilen zu lesen; das, was den Post lang macht, sind ja mehr die Zwischenzeilen...
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