Grafiktablett GAOMON M106K

    • Review

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      Grafiktablett GAOMON M106K

      Moin,

      nachdem ich mir zuletzt 2 Pen-Displays näher angeschaut und euch vorgestellt habe, ist es an der Zeit, auch einmal ein herkömmliches Grafiktablett unter die Lupe zu nehmen.
      Auf der Suche nach einem Grafiktablett mit möglichst vielen programmierbaren Tasten, einer angenehmen Größe der Arbeitsfläche und einem guten Preis-/Leistungsverhältnis bin ich auf das GAOMON M106K gestoßen. Ob es mir gefällt? Lest es in diesem Review.



      Lieferumfang

      1 Tablett M106K
      1 Stift (ArtPaint AP20) einschl. Stiftkappe
      1 Kurzanleitung (nur in Englisch)
      1 Tablett-Anschlusskabel USB (Typ A Stecker auf Mini-B-Stecker; 1,5m lang)
      1 USB-Kabel zum Laden des Stiftes (Länge 1 m)
      4 Ersatzspitzen
      1 Tip-Clip zum Wechseln der Spitzen
      1 kleines Täschchen zum Aufbewahren der Ersatzspitzen
      Es wird kein Datenträger mit Treiber mitgeliefert. Stattdessen ist auf einer mehrsprachigen Karte der Hinweis zum Treiberdownload auf gaomon.net/download



      Zahlen, Daten & Fakten

      Der Eingabestift unterstützt 2048 Druckstufen und ist kabel- aber leider nicht batterielos. Er wiegt 14 Gramm und hat zwei frei belegbare Tasten. Eine Neigungserkennung hat er nicht. Die Genauigkeit ist mit +/- 0,3 mm angegeben.
      Bei äußerer Abmessung von 359x240 mm und einer Dicke von 10,5 mm wiegt das GAOMON M106K gerade einmal 774 Gramm (Herstellerangabe sind 780 g).
      Die aktive Zeichenfläche ist mit 254 x 158 mm etwas größer als beim (weitaus teureren) Wacom Intuos Pro M (224 x 148 mm) und bietet genug Raum, um nicht nur aus dem Handgelenk arbeiten zu müssen. Ich persönlich würde keine kleinere Fläche mehr haben wollen. Das M106K ist angegeben mit einer Auflösung von 5080 lpi (lpi = lines per inch = Linien pro Zoll) und einer RPS (Report-Rate pro Sekunde) von 233 (RPS gibt an, wie oft pro Sekunde, das Tablet Informationen über Position und Druck an den Rechner sendet. Moderne Tabletts sollten eine RPS größer 200 haben).



      Das wahre Highlight dieses Tabletts aber, sind die 12 (!) frei belegbaren Expresstasten. Die zusätzlichen 16 Softkeys am oberen Rand der aktiven Fläche (nur mit dem Stift zu bedienen) sind schon fast zu viel des Guten.

      Anschluss & Treiber

      Angeschlossen wird das M106K über USB. Auf der linken Seite des Tabletts befindet sich hierzu ein Mini-USB-Port.



      Ein Arbeiten mit dem Stift – über Windows Ink, z.B. im Windows Skizzenblock oder dem kostenfreien Autodesk SketchBook – war schon direkt nach dem Anschließen möglich (inkl. Druckempfindlichkeit). Allerdings sind ohne die Installation des Treibers die Tasten nicht zu verwenden und einige andere Funktionen auch nicht gegeben. Also fix den Treiber heruntergeladen und installiert.
      Die – testweise auch mehrfache Installation - verlief jeweils problemlos (getestet unter Windows 10 Pro, 64bit). Es war sogar möglich ein Pen-Display (inkl. zugehörigem Treiber) und das M106K parallel zu betreiben, jedoch funktionierte der Stift dann nicht in allen Anwendungen wie gewünscht. Besser also, jeweils nur ein Stifteingabegerät zur gleichen Zeit zu verwenden.
      Die Treibersoftware ist der Dreh und Angelpunkt um das Potential des Tabletts auszuschöpfen. Hier wird das Tablett an die persönlichen Bedürfnisse angepasst:

      Auf dem ersten Kartenreiter „Drucktasten“ erfolgt die Zuweisung der gewünschten Aktionen zu den einzelnen Express-Tasten und den Softkeys. Will man die 16 Softkeys zusätzlich zu den 12 Express-Tasten nutzen, müssen diese durch anhaken von „aktiveren Soft Keys“ zunächst eingeschaltet werden. Die Expresstasten sind standardmäßig aktiviert, können an dieser Stelle aber auch ausgeschaltet werden. Für die Belegung der aller Tasten sind vielfältige Möglichkeiten vorhanden.



      Auf dem nächsten Kartenreiter „Digitaler Stift“ kann die Druckempfindlichkeit in 5 Stufen an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Hier wäre eine Einstellung über eine Kurve präziser. Die Unterstützung von Windows Ink. kann ebenfalls aktiviert werden. Schließlich erfolgt auf diesem Kartenreiter auch die Belegung der zwei Stift-Tasten.



      Auf dem Kartenreiter „Arbeitsbereich“ kann die Zuweisung der aktiven Fläche auf dem Tablett selbst vorgenommen werden. Tipp an dieser Stelle: Sofern man die Softkeys nutzen möchte, sollte man die aktive Fläche in der Höhe etwas verkleinern, so dass die Softkeys außerhalb liegen. Man kann hier auch festlegen, auf welchen Monitor sich das Tablett auswirken soll (sofern man mehrere angeschlossen hat). Es ist dabei auch möglich, die Fläche des Tabletts über alle angeschlossenen Monitore hinweg zu verwenden. Getestet habe ich das mit drei Monitoren. Sofern man einen Monitor im Hochformat verwendet, kann hier auch die Rotation angepasst werden. Ebenso kann man die Rotation des Tabletts selbst verändern (Drehung um 0, 90, 180 oder 270 Grad). Dadurch lässt sich auch das Tablett selbst nicht nur im Hochformat verwenden, sondern man kann es auch für Linkshänder anpassen und durch eine 180 Grad-Drehung die Tasten auf der rechten Seite nutzen. Leider sind dann die Softkeys nicht mehr oberhalb, unterhalb der aktiven Fläche und die Bezeichnung 1-15 steht auf dem Kopf.



      Der letzte Kartenreiter „Übernehmen“ ist ein wenig missverständlich, da man geänderte Einstellungen jederzeit über die stets unten rechts im Treiberfenster angezeigte Schaltfläche „Übernehmen“ anwenden kann. Vielmehr verbirgt sich hier – neben der Anzeige der Versionsnummer des Treibers – die Möglichkeit, die getätigten Einstellungen als XML-Datei abzuspeichern („Exportieren“) und wieder zu laden („Importieren“). Mit dieser nützlichen Funktion kann man sich also Sets unterschiedlicher Tastenprogrammierung anlegen und je nach Bedarf laden. Zum Arbeiten in MoI3D z.B. eine andere Vorbelegung als für Affinity Photo. Zusätzlich erspart man sich so das erneute Einrichten, wenn man den Treiber mal neu installiert, oder an einem anderen Gerät.



      Haptik & Handling

      Das M106K macht einen guten ersten Eindruck. Die Verarbeitung zeigt keine Mängel oder übergroße Spaltmaße. Auf der Unterseite sind 4 Anti-Rutsch-Streifen angebracht.



      Auf der rechten Seite befindet sich eine Lasche als Stifthalterung. Ich habe mir tatsächlich angewöhnt, den Stift bei Nichtbenutzung hier aufzubewahren. So kann ich ihn nicht unterbuttern



      Die Arbeitsfläche ist recht glatt, was mir sehr entgegen kommt. Jemand, der von Papier umsteigt, wird allerdings am Anfang die Reibung vermissen. Kleiner Tipp am Rande: Legt einfach ein normales Blatt Papier auf das Tablett. Der Stift funktioniert auch dann noch und ihr habt das „kratzige“ Gefühl zurück. So könnt ihr übrigens auch auf nur auf Papier vorhandene Elemente nachzeichnen. Denkt aber daran, die Vorlage (wieder ablösbar!!!) zu fixieren.
      Die Express-Tasten haben einen ausreichend starken Widerstand, sind nicht „labberig“ und quittieren die Bestätigung mit einem hörbaren „Klick“. Sie sind mit einem Durchmesser von 1,2 cm groß genug und auch der Abstand ist ausreichend um nicht versehentlich zwei Tasten zu erwischen.



      Zwischen den beiden Blöcken mit jeweils 6 Tasten befindet sich ein GAOMON Schriftzug. Hier verbirgt sich auch eine kleine, grüne LED. Sie leuchtet, wenn der Stift sich auf oder über (max. 1 cm) der aktiven Fläche befindet.



      Der Stift liegt gut in der Hand. Mit seinen 14 Gramm Gewicht ist er auch nicht zu leicht. Für meinen persönlichen Geschmack dürften es aber ruhig noch ein paar Gramm mehr sein – aber da ist jeder anders veranlagt ;-). Dass er aufgeladen werden muss, stört mich bislang nicht wirklich. Die Laufzeit (angegeben mit 350 Stunden) ist lang genug um auch an großen Projekten unterbrechungsfrei arbeiten zu können.

      Zusammenspiel mit diversen Programmen

      Ausprobiert habe ich das M106K jetzt seit über einer Woche. Dabei konnte ich in verschiedenen 2D- und 3D-Programmen keine Beeinträchtigungen entdecken. Das M106K hat stets seinen Dienst verrichtet. Am meisten habe ich das Tablett während dieser Zeit mit Moment of Inspiration verwendet u.a. um dort ein Modell des M106K zu erstellen. Ihr findet es im Titelbild wieder. Dies hat mir einmal mehr gezeigt, dass auch und gerade das Arbeiten mit einem Tablett in 3D-Programmen eine echte Vereinfachung gegenüber der Bedienung mit der Maus darstellt. Dies gilt erst Recht unter Zuhilfenahme der Expresstasten. Meiner Meinung nach sollte jeder, der auch nur irgendwie im 2D oder 3D-Bereich unterwegs ist, die Nutzung eines Tabletts zumindest einmal ausprobiert haben…




      Getestet habe ich daneben noch die Nutzung in 3D-Coat, ZBrush, Sculptris, Marvelous Designer und Substance Painter. Im 2D-Segment war ich mit Photoshop (CS6), Krita, MediBang Paint Pro, Paintstrom Studio, Flame Painter, Affinity Photo, Affinity Designer und Illustrator (CS4) unterwegs.



      Auch die Freihand-Tools in Microsoft Office und die Handschrifterkennung funktionieren mit dem GAOMON-Tablett problemlos.



      Dass das Tablett nicht reagiert oder der Treiber abstürzt, habe ich bisher nicht erlebt. Der Stift reagiert präzise und ohne spürbare Verzögerung. Die Tasten erleichtern das effektive Arbeiten enorm. Die Tastatur nutze ich so gut wie gar nicht mehr, wenn ich in den Programmen arbeite. Dabei reichen mir in der Regel die 12 Expresstasten.
      Wenn Ihr ein bestimmtes Programm oder innerhalb eines Programms eine bestimmte Funktion mit dem Tablett getestet haben wollt, dann gebt mir Bescheid, ich werde mein Möglichstes tun.

      Fazit:

      Gut und günstig. Dieser Slogan trifft auf das M106K voll zu. Wer einen günstigen Einstieg in der Welt der professionellen Grafik-Tabletts sucht, oder auch ein „Upgrade“ seines bisherigen Tabletts auf 12 Express-Keys zu einem unschlagbaren Preis haben möchte, kann meiner Meinung nach mit dem M106K nicht falsch machen. Dies gilt erst recht, nachdem der Preis bei Amazon aktuell noch einmal um gut 10 € gesenkt wurde. Für unter 60 € bekommt ihr damit ein klasse Tablett, dass mich auch beim zweiten Eindruck überzeugt.





      Bezugsquellen, Support und Preis

      Das GAOMON M106K Grafiktablett kostet bei Amazon.de zurzeit 68,99 EUR 58,64 EUR (Angebotspreis bei Amazon, nur noch bis zum 12.1.2018). Der Versand erfolgt über Amazon. Es fallen daher keine Versandkosten oder zusätzliche Gebühren an:

      GAOMON M106K bei Amazon

      GAOMON M106K bei Amazon in einer Variante mit zusätzlichem Handschuh und Ersatzspitzen

      Außerhalb des deutschsprachigen Raumes ist das Tablett auch über Amazon und Aliexpress zu beziehen:
      US: amzn.to/2cAr4EJ | CA: amzn.to/2bWMu08 | JP: amzn.to/2dabAZH | UK: amzn.to/2c6nK0j | ES: amzn.to/2crOtEW | FR: amzn.to/2cFlJgN | IT: amzn.to/2cAbNAV | Andere: gaomon.aliexpress.com

      Support und die aktuellsten Treiber gibt es auf der Seite des Herstellers GAOMON
      gaomon.net/product/GT/M106K.html

      Social Media Seiten von GAOMON:
      Facebook: facebook.com/Gaomonpentablet
      Youtube: youtube.com/gaomon
      Twitter: twitter.com/Gaomonpentablet

      Ihr könnt aber auch gerne Fragen hier in diesem Thread stellen. Ggf. vermittle ich euch dann einen Support-Kontakt.
      greetz
      dj
      Das ist mal ein Zeichentablett in anständiger Größe für den kleinen Geldbeutel! :thumbup:
      Da hab ich endlich mal was , was ich Leuten empfehlen kann, die gerne auf einen Stift zum Malen umsteigen wollen.
      Die meisten erschwinglichen Tablets sind winzig und um richtig damit malen zu können, braucht es schon eine gewisse Größe :thumbsup:
      Bärtierchen sind cool

      Meine Website: www.arimoon.com
      Die Belegung der Funktionstasten muss man sich merken, richtig?
      Mein Wacom hat ein kleines Display neben jeder Taste (8 Stück), und den Anzeigetext kann man festlegen. Die neueren Wacoms haben aber kein Display mehr, und das wäre für mich ein Problem, da ich die Tastenbelegung programmspezifisch eingestellt habe und die Tasten ohne Beschreibung manchmal verwechseln würde :rolleyes: .
      Ich hoffe also, dass mein gutes altes Tablett noch lange "lebt".

      Kann das Gaomon das eigentlich? Dieselbe Taste in verschiedenen Programmen mit unterschiedlichen Funktionen belegen?

      --- Kein Wind ist günstig für den, der nicht weiß, in welchen Hafen er will. --- (Seneca)
      Hallo ihr beiden,

      Susann Houndsville schrieb:

      Das ist mal ein Zeichentablett in anständiger Größe für den kleinen Geldbeutel!

      Ja, genau so sehe ich das auch. Ich hatte mal ein älteres Wacom Intuos und vorher ein Wacom Graphire. Die lagen aber meist in der Ecke, weil mir die Zeichenflächen einfach zu klein waren.
      Das Preis-/Leistungsverhältnis bei dem GAOMON finde ich wirklich klasse, erst recht bei den vielen Tasten.

      esha schrieb:

      Die Belegung der Funktionstasten muss man sich merken, richtig?

      Ja, leider. Aber man kann sich behelfen, indem man z.B. mit runden, wieder ablösbaren Klebeetiketten (wie z.B. diese bei Amazon) seine eigenen Beschriftungsicons erstellt und die Tasten so kennzeichnet.

      esha schrieb:

      Kann das Gaomon das eigentlich? Dieselbe Taste in verschiedenen Programmen mit unterschiedlichen Funktionen belegen?

      Ein klares JEIN. Man kann nur ganze Sets der Belegung speichern und wieder aufrufen. Also Ich erstelle die Tastenbelegung für MoI3D und speichere sie ab. Dann erstelle ich die Belegung für Photoshop und speichere sie ab usw. Bevor ich das entsprechende Programm nutze, lade ich dann das passende Set. Automatisch geht das leider (noch) nicht.

      greetz
      dj
      Bevor ich das entsprechende Programm nutze, lade ich dann das passende Set. Automatisch geht das leider (noch) nicht.

      Uh! Da ich ständig zwischen 3-4 Programmen hin- und her wechsle, wäre mir das zu mühsam. :rolleyes: Aber wenn man für längere Sessions in einem Programm bleibt, ist es sicher kein Problem. =)

      Und genau meine Meinung, die Zeichenfläche sollte schon in etwa so groß sein wie A4, kleiner würde ich nicht empfehlen.

      --- Kein Wind ist günstig für den, der nicht weiß, in welchen Hafen er will. --- (Seneca)

      esha schrieb:

      Uh! Da ich ständig zwischen 3-4 Programmen hin- und her wechsle, wäre mir das zu mühsam

      Geht mir auch so :) Darum bin ich auch froh, dass dieses Tab 12 Hardwaretasten hat, da kann ich realtiv viel abdecken ohne switchen zu müssen, vor allem weil so Klassiker wie Strg+Z und Strg++ oder Strg+- in vielen Programmen die gleiche Funktion haben. Am Meisten nutze ich tatsächlich schlicht Strg, Alt und Shift in Verbindung mit einer Stifttaste. Wobei ich auf die untere Stifttaste im Moment Strg+Z gelegt habe, mal kurz Rückgängig im Workflow nutze ich doch recht oft *gg*

      Aber ich gebe die Anregung mit automatischem Belegungswechsel je nach aktivem Programm mal weiter.

      greetz
      dj
      Ja das stimmt, Strg-Z für "Undo" ist ziemlich universell und das liegt bei mir auch auf einer Tablett-Taste.
      Dummerweise sind sich die Hersteller bei "Redo" überhaupt nicht einig. Bei manchen ist es Strg-Y, bei anderen Alt-Strg-Y, bei anderen wieder eine andere Kombination - wäre doch zu schön, wenn auch hier Einigkeit herrschen würde *g*

      Aber ich gebe die Anregung mit automatischem Belegungswechsel je nach aktivem Programm mal weiter.

      :thumbup: Das wäre nämlich wirklich eine nützliche Funktion!

      --- Kein Wind ist günstig für den, der nicht weiß, in welchen Hafen er will. --- (Seneca)