"Logbuch H.Lightyear; Sternzeit 56034,8
Unglaublich! Proxima Alpha ist dermassen runtergekommen. Seit er von den Chinesen übernommen wurde stinkt die ganze Station und überall zerlegen sie irgendwelche ausserirdischen Viecher mit dem Hackbeil. Es hat überall runtergekommene Subjekte die mit irgendwelchem Tand versuchen ein paar Proxypeseten zu machen. Leute kommen hierher um Ihre Organe zu verkaufen, damit sie sich das neuste elektronische Gadget kaufen können. Geschäfte die Laserkanonen, thermische Photonenkanonen, Fusionsbomben und alles Unmögliche mehr verkaufen, schiessen wie Pilze aus dem Boden. Es sieht hier langsam aus wie auf der Erde. Schmutzige Huren treiben sich überall herum. Ausserirdische Taschendiebe und Mörder. Es wimmelt von Transgendern und anderen Selbstzerstümmlern. Ich versuchte unter dem Radar zu bleiben wurde aber alle paar Meter angemacht. Ich war froh als ich endlich den Laden fand, der allerhand Ersatzteile für Schiffsinstrumente verkauft. Die Microcontroller scheinen das einfachste der Besorgungen zu sein. Ich fand aber zufällig ein sehr seltenes Gerät das sicher hilfreich sein wird: Einen galaktischen Kompass. Damit kann man in Sekundenschnelle den Kurs durch gravimetrische Verzerrungen finden. Der Händler verlangte einen ungeheueren Preis dafür. Nachdem ich Ihn aber davon überzeugt hatte, dass niemand Ihm das Gerät abkaufen wird weil es alt und mehr oder weniger nutzlos ist, verkaufte er es für einen vernünftigen Preis. Danach wollte ich etwas zu mir nehmen und ging in eine Bar die ich noch von früher kannte, machte aber gleich wieder kehrt. in der Bar wimmelte es von schamloseren Schwulen die mir an den Schwanz fassen wollten und es stank. Ich frage mich wie man an solchen Orten etwas essen kann.
Ich suchte dann in einer meiner gehackten Datenbanken nach dem Stationsvorsteher und der alte Laxander war tatsächlich noch da. Ich ging zu der Adresse aber nicht ohne etwa zweidutzend mal blöd angemacht zu werden. Er war derselbe alte, freundliche aber sehr resolute Mann. Er sah etwas müde aus und er erzählte mir, das sich die Station seit dem Krieg auf der Erde abgründig verändert hat. Bandenkriege, illegale Geschäfte, Glücksspiel und Prostitution haben sich wie ein Buschfeuer ausgebreitet. Es gefalle Ihm nicht mehr hier und er warte auf eine Gelegenheit von der Station abzuhauen aber er wisse nicht wohin. Wir schwelgten ein wenig in alten Zeiten aber eigentlich hatte ich keine Zeit. Ich fragte Ihn ob er Savannah gesehen hattem was er bestätigte: "Ich habe Sie auf dem Migrationsphoto erkannt aber unter einem anderem Namen. Man sieht hier nur noch selten eine Frau von Ihrer Schönheit. Ich weiss was auf der Erde geschehen ist, darum habe ich auf Ihrer Stationskarte so viele Privilegien freigeschaltet wie ich konnte ohne Verdacht zu erregen aber nach 6 Stunden verließ Sie die Station Hals über Kopf. Ich glaube Sie wurde verfolgt. Frag Fox Pandora. Ich sah die beiden zusammen. Sie wohnt auf Ebene 6 Block 37 Zimmer 114."
Zu Fuss und mit dem runtergekommenen Stationslift dauerte es zwanzig Minuten bis ich dort ankam. Ich frage mich was für Idioten in Lifte reinpinkeln.
Ich hielt meinen Finger auf Ihren Klingelsensor. Es geschah nichts. Eigentlich müsste der Bewohner sehen wer klingelt, der Sensor analysiert den Fingerabdruck. Da erinnerte ich mich, das ich unter einem anderen Namen auf der Station war also rief ich: "Ich suche Savannah!" Stille... Dann erklang eine kühle Stimme: "Ich kenne keine Savannah!" Wie schlecht Menschen doch Lügen. "Doch Du kennst Savannah. Ich bin Henry Lightyear" Ruhe... Dann hörte ich das Surren des Türöffners und ich ging in die Schleuse zwischen Eingang und Wohnbereich. Langsam und nur ein Spalt öffnete sich die Wohnzimmertüre und ich sah das Schimmern frisch gewaschener blonder Haare. "Was willst Du" fragte Sie. "Savannah ist meine Frau ich suche Sie" sagte ich. "Sie hat nicht erzählt das Sie verheiratet ist". "Merkwürdig," dachte ich, "Sie lügt schon wieder". Ich zog das Photo von uns aus der Tasche und streckte es Ihr hin: "Bitte glaube mir" Langsam öffnete sich die Tür und ein schönes Mädchen etwa 20 Jahre alt mit leuchtenden braun-goldenen Augen schaute mich an. Ich fragte Sie perplex: "Was machst Du hier an diesem Ort?" Sie sagte das Sie hier für eine Logistikfirma arbeitet, die Lebensmittel auf die Station importiert.
Ich erzählte Ihr das Savannah in Gefahr ist und ich Sie unbedingt finden will. Sie bestätigte das und sagte, das Männer Sie hier auf der Station verfolgt hatten und Sie flüchten musste. Sie erzählte des Weiteren, das Savannah einen Kurs zum nächsten schwarzen Loch oder Neutronenstern einschlagen will. Sie konnte sich aber nicht genau erinnern was nun genau. Ich sah der jungen Frau an, das sie nicht glücklich war und Sie am liebsten von der Station verschwinden würde. Kurze Zeit später ging ich zurück zum Schiff. Am Zoll fragten Sie ob ich Waffen oder andere Waren ausführen will. Ich sagte: "Nur Elektronik und einen Schiffskompass." Wenn die gewusst hätten das ich einen galaktischen Kompass... Aber selbst als Zöllner kann man nicht jeden Gegenstand erkennen.
Auf dem Schiff durchsuchte ich sofort die Navigationsdatenbank nach schwarzen Löchern und Neutronensternen. Neutronensterne gibt es keine im Umkreis von 9 Parsec aber ein schwarzes Loch war etwa 20 astronomische Einheiten entfernt. Sofort leitete ich das Abdockmanöver ein.
Hier sind wir nun wenige Minuten später. Ich sehe die Rettungskapsel. Warum hält die verrückte Savannah direkt auf das schwarze Loch zu? Auf den Sensoren ist noch ein anderes Schiff zu sehen, das einem Abfangkurs zu folgen scheint. Die gravimetrischen Kräfte reissen "mein" Schiff, dass nun unter dem Namen Cassandra registriert ist, bald auseinander. Ich bin geschockt, die Situation überfordert mich total. Ich komme nicht an die Rettungskapsel heran und ich muss den Kurs ändern sonst zerquetschen die gravimetrischen Scherkräfte das Schiff.
Ende;56034,8"
Kommentare 1
Uwe Kronemann
. . gravimetrische Paralaxe
- oder sogar eine Gravitationslinse!! 