"Logbuch Morgana Lightyear; Sternzeit 56041,468
Ich hatte zwei Nächte an der Absturzstelle verbracht. Die Instrumente der Drone waren ausgefallen. Ich benutzte deshalb den Sextanten um meine genaue Position zu ermitteln. Ich brauchte alle meine Erfahrung und Übung und stellte schliesslich fest, dass ich den Planeten 143,57 Bogengrade umrundet hatte. Ich war also fast auf der anderen Seite des Planeten oder ca. 18'400km von unserer Basis entfernt. Auch wenn es von aussen betrachtet keine glückliche Situation zu sein schien, wusste ich das alles Bedeutung und Sinn hatte. Ich harrte zwei Tage beim Dronenwrack aus und wägte die nächsten Schritte ab. In meinem Vehikel hatte ich genügend Nahrung und Wasser. Auch war ich in der Nacht geschützt. Ich beschloss also mich vorerst nicht davon zu entfernen.
Am dritten Morgen sah ich eine Staubwolke am Horizont und etwas das mit hoher Geschwindigkeit auf mich zukam. Ich konnte es nicht erkennen aber als es näher kam sah ich durch das Fernglas, dass sich ein riesiges Tier näherte. Ich versteckte mich im Wrack meines kaputten Fluggerätes. Ich hörte wie es trabenden näher kam. Der Boden erzitterte und ehrlich gesagt, ich auch. Schliesslich stoppte es mit einem lauten Schleifgeräusch neben meinem Flugvehikel. Als sich der Staub und Sand gelegt hatte guckte ich aus einem Spalt heraus und sah ein mächtiges Tier, halb im Sand eingegraben. Es hatte den Kopf eines Hundes aber die Ohren einer Katze. Die Schultern waren massiv. Ich schaute lange Zeit aus meinem Versteck aber das Tier lag regungslos da. Plötzlich sah ich etwas das mich emotional aufwühlte. Das Wesen schien etwas um den Hals zu tragen das vom Fell verdeckt war. Wenn es den Kopf bewegte blitzte etwas auf.
Nach einer geraumen Zeit wagte ich mich langsam aus meinem Versteck und nahm Position hinter meinem Dronenwrack ein. Plötzlich schaute mich das Wesen an. Es waren die Augen einer Katze oder eines Reptils. Ich erschrak aber nichts geschah. Langsam wagte ich mich aus meiner Deckung. Das Wesen verharrte ruhig. Ich konnte seine tiefen, mächtigen Atemzüge hören. Ich wollte unbedingt sehen was es um den Hals trägt. Es schien unendlich viel Zeit zu vergehen aber schliesslich war ich so nahe, dass ich etwas Fell zur Seite schieben konnte und ein Halsband sichtbar wurde. Ich schaute seine riesige Schnauze an und wusste... wenn es will kann es mich mit einem Bissen töten. Mir stockte der Atem. Am Halsband waren Amulette aufgereiht, die Bilder darauf zeigten Sternbilder, manche auch Berge und Flüsse. Alle zeigten grosse Kunstfertigkeit. Das war kein gewöhnliches Tier. Aber noch etwas anderes viel mir auf. Das Halsband war viel zu eng und behinderte seine Atmung. Es musste das Halsband schon sehr lange tragen und niemand kümmerte sich darum. Ich wollte wissen woran ich bin und zog an einem Büschel Fell... nix geschah. Keine Reaktion. Ich suchte nach dem Schloss des Halsbandes und kam gefährlich nahe an seine riesige Schnauze. Aber dieses gigantische Tier, dessen Kopf alleine grösser war als ich, lag völlig regungslos da. Schließlich fand ich das Schloss. Es war bronzefarben und hatte einen Trimmverschluss der mit einem Schlüssel einzustellen war. Die Schlossöffnung glich einer Pentalobe Fassungen die wir vor hundert Jahren auf der Erde hatten. Ich ging zurück in das Wrack und wühlte mich durch die Fracht. Schliesslich fand ich eine Inversionszange die vielversprechend aussah. Ich ging langsam zurück und näherte mich dem Schloss. Das Wesen sah mich mit seinen grossen Augen an. Seine Fremdartigkeit und Grösse lies mich erschaudern. Ich schaffte es schliesslich die Zange anzusetzen und brauchte mein ganzes Körpergewicht um die Schraube in Drehung zu versetzen. Der Verschluss begann sich mit lautem Klacken zu lösen. Zuerst eine Stufe dann die Zweite. Ich konnte hören wie die Atemgeräusche ruhiger wurden spürte aber, dass die Spannung immer noch zu hoch war. Ich drehte insgesamt 360º an der Schraube, dann konnte ich meinen Arm zwischen Hals und Halsband hindurch stecken.
Es war inzwischen bereits Abend und das Wesen schlief ein. Ich ging zurück ins Wrack und schlief kurz darauf ebenfalls ein.
Ich träumte dass ich viele Tage auf diesem Wesen ritt. Wir kamen durch Täler voller Pflanzen und Früchte und vorbei an Sandstränden. Wir durchquerten kahle Ebenen und ich sah riesige Bauwerke, die waren aber durch Hitze verformt und der Stein schien geschmolzen zu sein. Ich versuchte mein Reittier anzuhalten aber da lief es, wie von Angst getrieben nur noch schneller. Nach langer Zeit kamen wir an einen Fluss. Wir bewegten uns schnell flussaufwärts und kamen stetig in ein Gebirge. Hoch oben stoppte mein Reittier plötzlich bei einer alte Ruine. Sie hatte spitze Zinnen und weite Bögen. Ich kletterte von meinem Reittier und ging eine lange, breite Steintreppe hoch bis ich an einem grossen Eingangstor stand. Die Treppenstufen waren weit und hoch. Offensichtlich nicht für meine Grösse gebaut. Ich erkannte diesen Ort. Vor langer Zeit sah ich ihn in einem Traum. Ich schaute hinab in die Ebene und sah die zerstörten Ruinen einer Stadt. Warum war ich hier? Träumte ich wirklich?
-Ende 56041,468-"
Kommentare 3
ritch
Pentalobe Fassung?
Das könnte in einem Text-Adventure ein wichtiger Hinweis sein, da solche Schrauben meist von Handy-Herstellern verwendet werden.
Ich würde die Halter jener Reptilien-Katze somit in der Nähe von Elektroschrott-Deponien suchen ... 
Cassandro Autor
Naja... ich würde eigentlich alles viel lieber graphisch darstellen aber dafür fehlen mir die Modelle und die Zeit. Modelliren braucht viel Zeit, zumindest für mich aber wenn jemand ein Charakter Modell von einer Katze oder besser Hundkatze hat, könnte ich die Geschichte besser weitererzählen. Das heisst die Geschichte ist eigentlich schon da. Die habe ich vor langer Zeit mal zu schreiben begonnen. Der echte Kampf ist es sie graphisch darzustellen.
Thunder666
Hoffentlich flutscht sie nicht irgendwo nach unten durch
. Schön gemacht!