Es war ein ungewöhnlich warmer Nachmittag im Lake District, und Peter Hase hatte – wie so oft – mehr Mut als Verstand im blauen Jäckchen. Die üblichen Radieschen aus Mr. McGregors Garten waren ihm heute zu scharf, und sein kleiner Magen verlangte nach etwas Sanfterem, etwas Weißem, etwas Cremigem.
Der Plan
Durch das offene Fenster des Cottages von Thomas und Beatrix wehte der verführerische Duft von frischem Gebäck und, was viel wichtiger war, kühler Milch. Peter wusste, dass die beiden oft draußen auf der Holzterrasse saßen, um zu zeichnen oder zu schreiben.
Mit einem geschickten Sprung auf die hölzerne Gartenbank und einem wackeligen Balanceakt über die Kante des Tisches fand sich Peter plötzlich in einem Wald aus Glas wieder.
Das Abenteuer auf dem Tisch
Vor ihm ragten zwei riesige, durchsichtige Türme auf – die Milchflaschen der Marke „Donnerweide“. Eine war noch fast voll und schwer, die andere jedoch stand einladend offen und fast leer da.
Peter richtete sich auf seine Hinterbeine auf. Er schnupperte. Der süßliche Geruch stieg ihm in die feine Nase. Er lehnte sich mit seiner rechten Pfote gegen das kühle Glas der leeren Flasche, um einen besseren Blick in das danebenstehende Glas zu erhaschen, in dem noch ein Schluck der weißen Kostbarkeit schimmerte.
Zitat„Nur ein winziger Schleck“, dachte Peter und legte die Ohren flach an, während er versuchte, seinen Kopf über den Rand des Glases zu schieben.
Die Entdeckung
In diesem Moment knarrte die Dielentür. Thomas trat mit einem Skizzenblock heraus, dicht gefolgt von Beatrix, die gerade eine Feder in der Hand hielt.
- Beatrix blieb wie angewurzelt stehen. „Thomas, schau nur!“, flüsterte sie und griff sofort nach ihrem Bleistift. „Er sieht aus, als würde er die Milchqualität prüfen.“
- Thomas schmunzelte und hielt den Atem an, um den kleinen Dieb nicht zu erschrecken. „Ein wahrer Feinschmecker, dieser Peter. Aber ich fürchte, die Flasche ist zu hoch für ihn.“
Peter erstarrte. Er schaute direkt in die Augen der beiden Menschen. Sein Herz klopfte wie eine kleine Trommel gegen seine Rippen. Er wusste, dass er ertappt worden war. Anstatt jedoch zu schimpfen, setzte Beatrix sich leise auf den Stuhl am anderen Ende des Tisches und begann, Peters neugierige Pose auf Papier festzuhalten.
Peter entschied, dass dies kein Ort für ein gemütliches Picknick war. Mit einem hastigen Satz sprang er vom Tisch, wobei seine Pfoten ein kurzes Tapp-Tapp auf dem Holz hinterließen, und verschwand im hohen Gras – nicht ohne sich im Laufen noch einmal kurz umzusehen. Die Milch musste wohl bis zum Abend warten, wenn seine Mutter, Mrs. Josephine Hase, den Kamillentee servierte. ![]()
Kommentare 4
spacebones
Maxime
Ein gelungener Render
Und die Geschichte dazu gefällt mir auch 
Kushanku
Hasen, die auf Kuhmilch stehen....wo gibt es denn sowas...... Nur im Märchen
.
Thunder666
Donnerweide Milch, der Burner !
Und eine schöne Geschichte dazu 