...gefangen!
Es war ein knackig kalter Januarmorgen, als Reiner stolz wie Bolle am Ufer des Parkteichs stand. Vor ihm lag das spiegelglatte Wasser, und auf dem Tisch glänzte sein absolut neustes Meisterwerk: ein makellos gerendertes und gebautes japanisches U-Boot der Type B1-Klasse, fein säuberlich beschriftet mit イ15. Jedes Detail stimmte – vom Geschütz an Deck bis hin zum kleinsten Niet.
„Heute wird abgetaucht!“, verkündete Reiner voller Tatendrang und setzte den grauen Stolz seiner Flotte sanft auf das Wasser. Die ersten Runden liefen wie am Schnürchen. Die I-15 schnitt elegant durch die kühle Oberfläche. Reiner grinste, schob die Mütze ins Genick und probierte eine elegante Kurve aus.
Doch Väterchen Frost hatte an diesem Tag ganz eigene Pläne.
Innerhalb von gefühlten drei Minuten zog eine blitzartige Kältewelle über den Park. Reiner schaute auf die Fernbedienung, betätigte den Hebel für „Volle Kraft voraus“ – aber nichts passierte. Der Motor summte zwar brav, aber die I-15 bewegte sich keinen Millimeter mehr vorwärts.
Ein verwirrter Blick zum Ufer verriet das Schlamassel: Das Wasser um das U-Boot herum hatte sich mit einem leisen Knacken spontan entschieden, zu einer soliden Eisbahn zu erstarren!
Statt auf Tauchstation im tiefen Ozean befand sich die stolze I-15 nun mitten in einer unfreiwilligen Arktis-Expedition. Das Boot steckte felsenfest im Eis fest – haargenau auf Wasserlinienhöhe einzementiert.
„Na wunderbar“, murmelte Reiner und blickte auf das stumme Monument im Eis. „Vom Tarnkappen-U-Boot zum fest verankerten Eisbrecher in Rekordzeit.“
Als zwei Enten auf dem Eis entlangspazierten, kurz vor dem Turm der I-15 anhielten und das Modell beäugten, als wärst es ein neu aufgestellter Enten-Futterautomat, seufzte Reiner schmunzelnd. Das Abtauchen musste wohl bis zum Frühjahr warten – oder zumindest bis zum nächsten Föhn!
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