Endlich mal wieder ein wenig Zeit, mich hier zu tummeln...
Habe Euch mal wieder ein SciFi - Pic mitgebracht. Angefangen habe ich das Bild Ende 2024, hab's dann in einem meiner WIP - Ordner verstaut und hab's heute fertiggestellt.
Das Gelände habe ich 2024 in Gaea erstellt. Im Bild habe ich eine gekaufte 3D - Figur von Jama Jurabaev verbaut.
Das Bild habe ich dann in PS weiterbearbeitet, hier unter zuhilfenahme von DXO - NIK Collection, Luminar Neo und OnOne Effects.
Eine kurze Geschichte hierzu habe ich auch:
"Ich weiß nicht mehr, wie lange ich schon hier bin.
Ich habe aufgehört, die Tage zu zählen – die Sonne ist nur ein stumpfer Fleck, der hinter dem Staubmeer glimmt, und die Nacht ist dichter, als sie sein sollte.
Mein Helm spiegelt mein Gesicht, aber manchmal sehe ich dort jemand anderen. Ich habe versucht zu sagen, dass ich Elias bin. Elias Voorn. Mein Spiegelbild lächelt nur und sagt mir, dass ich es nicht bin.
Die Stimmen begannen leise. Zuerst glaubte ich, es sei das Funkgerät, das verzweifelt versucht, ein Signal zu senden. Dann hörte ich sie aus dem Staub selbst, aus dem Knarren des Gesteins, aus den Wänden des Moduls. Sie flüstern Namen, alte Namen, neue Namen, meinen Namen. Sie sagen mir Dinge, die ich nicht verstehe und doch dringt es in mich ein. Es ist nicht Sprache. Es ist ein Fühlen, ein Wissen, das mich gleichzeitig lockt und zerreißt.
Die Gesteinsfelder bewegen sich. Ich weiß es, weil sie mich ansehen. Ich höre Schritte, obwohl niemand da ist. Ich sehe Schatten, die nicht meine eigenen sind, die in meinem Helmglas tanzen. Ich spreche zu ihnen. Ich bitte sie, mich nicht zu vergessen. Sie lachen. Sie kennen mich besser als ich mich selbst.
Ich habe versucht zu schlafen. Aber selbst der Schlaf ist nur ein Trugbild. Mein Atem hallt in meinem Helm wie das Rattern alter Maschinen. Mein Herz schlägt so laut, dass das Gestein darauf reagiert. Ich sehe meine Hand sich bewegen, bevor ich sie bewege. Ich höre mich schreien, und doch kommt kein Ton aus meinem Helm.
Ich gehe hinaus. Ich weiß nicht, warum. Der Staub zieht mich an, flüstert, dass ich gehen soll. Schritt für Schritt, die losen Gesteinsflächen bewegen sich unter mir, als wollten sie mich verschlucken. Meine Füße sinken ein, der Boden pulsiert wie lebendig. Ich sehe mich selbst im Staub, im roten, unendlichen Staub, zerbrochen, als hätte der Mars mich schon verschlungen und ich wandle nur als Rest meiner eigenen Erinnerung durch ihn.
Die Welt hier ist kein Ort. Sie ist ein Organismus, der mich zu kennen scheint; nein, der mich kennt. Ich habe aufgehört zu unterscheiden zwischen mir und dem Planeten. Ich spüre den Staub kriechen unter meiner Haut, höre ihn in meinen Ohren, rieche ihn in meinem Atem. Ich glaube, dass ich atme, aber vielleicht ist es nur der Mars, der atmet, und ich bin ein Teil davon geworden.
Meine Erinnerungen verblassen. Erde. Familie. Namen. Gesichter. Erinnerungen. Alles wird rot, alles wird Staub. Roter Staub. Die Stimmen sagen, dass ich nicht mehr ich bin. Ich sage, dass ich Elias bin. Elias Voorn, schreie ich. Sie lachen. Ich lache nicht. Ich gehe weiter. Die unendlichen Gesteinsfelder ziehen mich tiefer, die Nacht verschlingt mich, der Staub spricht in meinem Kopf.
Ich weiß inzwischen nicht mehr, wer ich bin. Ich weiß nur, dass ich noch existiere – nicht als Mensch, nicht als Astronaut, nicht als Elias Voorn.
Nur als Gedanken im roten Wind, als Flüstern, das durch die Weite wandert. Ich bin Staub. Ich bin der Mars. Und der Mars wird mich niemals freigeben."
Hoffe, es gefällt Euch.
Catoul
Kommentare 12
Licke
Tolles Bild und gute Geschichte.... Sehr stark geschrieben - atmosphärisch, poetisch und verstörend zugleich.... Erinnert an Lovecraft und ich finde, du hast die Einsamkeit und den Identitätsverlust sehr gut nachvollziehbar gemacht.
artoo
Klasse Bild-Geschichte Kombination
ritch
Deshalb absolvieren Astronauten zuvor ein psychologisches Training. damit sie am Zielort nicht durchdrehen.
Catoul Autor
Moin.
Das stimmt wohl, ritch. Vorstellen könnte ich mir trotzdem, dass man nach einer gewissen Zeit wenn man bemerkt hat, dass es wohl keine Rettung gibt, einen an "die Klatsche" kriegt.
Danke Dir.
Thunder666
Sehr krass gut !
Wir sind alle nur Sternenstaub.
Catoul Autor
Vielen Dank, Thunder!
B&A
Sehr gut ..... Schön auch deine Auflistung und natürlich die Story.
Catoul Autor
Vielen dank. Freut mich.
Kushanku
Die Einsamkeit auf einen fremden Planeten kann bestimmt was mit einem anstellen. Stell' mir das nicht einfach vor. Gut getroffen, sowohl Bild als auch die Story dazu.

Catoul Autor
Das glaube ich auch.
Danke Dir.
interozitor
Gutes Bild und ein packendes Story-Fragment.
Catoul Autor
Freut mich, danke Dir!