Chochi hatte die Männer schon vor Sonnenaufgang aufbrechen sehen. Takani hatte ihr verboten, ihnen zu folgen. Er und seine Krieger wollten allein herausfinden, wer seit Tagen die Pferde ihres Stammes verschwinden ließ.
Doch Chochi wusste etwas, das ihr Bruder nicht wusste.
In der Nacht hatte sie Spuren am Fluss gefunden. Keine Hufeisen, keine Stiefelabdrücke, nur schmale Fußspuren, die dort endeten, wo der felsige Boden begann. Daneben lag eine einzelne schwarze Feder. Sie kannte dieses Zeichen.
Ihr Vater hatte ihr als Kind von den Kriegern erzählt, die es trugen. Man hielt sie seit vielen Jahren für verschwunden. Und wenn sie tatsächlich zurückgekehrt waren, würden Takani und seine Männer geradewegs in eine Falle reiten.
Chochi legte den Kopfschmuck ihres Großvaters an. Dann nahm sie die beiden alten Klingen von der Zeltwand. Niemand im Lager wusste, dass ihr Vater ihr beigebracht hatte, mit ihnen zu kämpfen. Sie trat hinaus ins Morgenlicht.
Zum ersten Mal würde sie ihrem Bruder nicht folgen. Diesmal würde sie ihn retten.