Genesis II oder die "Vegetative Terragenese"

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  • Wie es so schön heisst:

    Zitat

    "Einem geschenkten Gaul, guckt man nicht ins Maul"

    Ich habe es aber dennoch getan und möchte meinen ersten Eindruck hier einmal in Form einer kleinen Programmvorstellung zum Besten geben.


    genII-log.jpg


    Was ist Genesis II ?


    Genesis II nennt sich ein weiterer (auch in einer Freewareversion erhältlicher) Landschaftsgenerator. Angeboten wird dieser auf der Homepage von Geomantics (www.geomantiics.com</a>) und steht nach kostenloser Registrierung nebst Plugins und Zusatztools zum englischsprachigen Download bereit.


    Der Download von Plugins ist (wie bei Terragen auch) nur wärmstens zu empfehlen, da damit u.a um wichtige Im- und Exportfunktionen erweitert wird. Desweiteren gibt es jedoch auch den "Landscape Terraformer" und den "Fractal Landscape Generator". Das Implementieren dieser Plugins kann ich nur empfehlen, da Genesis II ansonsten nicht in der Lage scheint, eigene Terrains zu generieren, sondern nur Daten importiert. Darunter jedoch unter anderem .bmp und .dem -Files.


    Wie bereits erwähnt, gibt es dieses Programm derzeit nur in englischer Sprache und ist in Version 3.2.2 verfügbar. Die Arbeitsweise erinnert sehr an Terragen und, wer bereits mit Terragen gearbeitet hat, wird sich auch mehr oder weniger schnell in Genesis II zurecht finden.


    Die Installation des eigentlichen Programms ist unproblematisch, die der Plugins erweist sich jedoch als ein wenig sperrig. Zum einen, weil nicht bei allen eindeutig beschrieben ist, wohin sie gehören, zum anderen, weil nicht ganz klar scheint, wozu sie eigentlich dienen.
    Die "Hilfe" ist recht gut verständlich, wenn auch englisch, und eine wirkliche Hilfestellung.


    Was kann Genesis II ?


    Im Grossen und Ganzen erstellt Genesis II Landschaften nach dem Prinzip ähnlich dem von Terragen. Darüber hinaus können Vegetation, Gebäude und selbst 3d-Meshes hinzugefügt werden. Ausserdem besteht die Möglichkeit, mehrere Terrain-Layers zu verwenden. Diese Funktion ist jedoch in der Freewareversion auf 2 Ebenen beschränkt.
    (Qualitativ scheint Genesis jedoch hinter Terragen zurückzustehen, vor allem was die Auflösung und den Realismus betrifft. Kann das aber selbst noch nicht definitiv beurteilen, da ich auch nur erste Versuche unternommen habe ...)
    Ausserdem bietet Genesis II mittels eines Pugins die Möglichkeit, Animationen in Form eines Übefluges (ähnlich Terranim) zu erzeugen. (Kann ich jedoch noch nicht mehr dazu sagen, aber ich denke, diese Möglichkeit wird schon aufgrund der enormen Renderzeiten meist ungenutzt bleiben.)


    Auch die Renderzeiten sind mit denen von Terragen vergleichbar (also relativ hoch) und steigen enorm durch die Verwendung von Vegetaion und/oder 3d-Objekten.
    Rendergrössen sind auflösungsabhängig bis zum 3-fachen der Bildschirmgrösse möglich.


    Die Benutzeroberfläche


    scr-menue.jpg


    Auch die Benutzeroberfläche legt den Vergleich mit Terragen nahe. Nach dem Programmstart findet sich links das Menü der Basisfunktionen. Hier lassen sich zunächst die Editoren für "Landscape Highfield", "Camera / Target", "Atmosphere", "Clouds", "Terrain Color / Texture" und "Water" aufrufen und öffnen sich jeweils in einem eigenen Interface. In der nächsten Instanz stehen auf diese Weise die erweiterten Funktionen zur Verfügung: "Terrain Layers", "Terrain Placement", "Vegetation" und "Urban" und schliesslich in einem dritten Menü die installierten Plugins.


    Der Landscape Highfield Editor


    1-1-landsc-highf.jpg


    bietet im Prinzip nur wenige Funktionen, doch werden diese durch den "Landscape Terraformer" und den "Fractal Landscape Generator" enorm erweitert. Ausserdem werden hier die "Bewässerungebereiche" festgelegt, indem man per Mausklick eine Stelle auswählt. Daraufhin berechnet das Programm den zu flutenden Bereich, eine Besonderheit gegeüber Terragen, da auf diese Weise nicht nur eine einzige Wasserfläche auf einer einzigen Ebene erzeugt werden kann. So ist es z.B. möglich, Seen oder Teiche terassenförmig anzulegen, da eben nur soweit gesässert wird, wie es auch in der Natur wäre: eben bis es auf ein "Ufer" trifft, und nicht darüber hinaus, wie z.B. bei Terragen, das ja nach dem "Grundwasserprinzip" arbeitet.


    Der Camera / Target Editor


    1-2-cam-tar.jpg


    Hier werden lediglich Kamaraposition und -höhe, sowie Target festgelegt.


    Der Atmosphere Editor


    1-3-atm.jpg


    ist ein eben solcher und bietet neben den Möglichkeiten der eignen Einstellung auch Presets in Form der "Quick Settings", um eine Grundatmosphäre zu laden, die dann den Wünschen angepasst werden kann.




    - Fortsetzung folgt -

  • Der Clouds Editor


    1-4-cloud.jpg


    bietet auch lediglich die Möglichkeit, zwischen Cumulus- und Stratuswolken stufenlos zu wählen, sowie Verteilung und Farben festzulegen.


    Der Terrain Color / Texture Editor


    1-5-facial.jpg


    Hier können zwar verschiedene "Ebenen" nach der Höhenlage festgelegt festgelegt werden, jedoch scheinen nur Farbeinstellungen möglich zu sein. Texturmapping mit Hilfe von Bilddateien wird über die "Erweiterten Funktionen" ermöglicht.
    Prinzipiell lassen sich jedoch schon gute Surface-Maps mit Hilfe von Farben erstellen, da bereits verschiedene Surfaces für "Unterhalb der Baumgrenze", "Dazwischenliegend" und "Über der Schneegrenze" zur Verfügung stehen.


    Der Water Editor


    1-6-water.jpg


    Leider gibt es hier keine Transparenzen, wie beispielsweise in Terragen. Als Besonderheit kann dafür aber die Windrichtung restgelegt werden, was die Möglichkeit der Beeinflussung der Wellenrichtung bietet.




    Soweit zu den Grundfunktionen von Genesis II.
    Danke an dieser Stelle auch an Flink, der bereits in einem anderen Posting auf dieses Programm verwiesen hat. War ein guter Tip :]

  • Da ich es für wichtig halte, nehme ich schon einmal die Beschreibung zweier Plugins vorweg.


    Terragen bietet schon von Hause aus die Möglichkeit, ein fraktales Gelände zu erstellen und zu bearbeiten. Im Gegensatz dazu wird dies in Genesis II über Plugins realisiert.


    Der Fractal Terrain Generator


    3-1-frac-ter-gen.jpg


    dient lediglich zum Erstellen eines fraktalen Geländes, welches dann automatisch in den Landscape Highfield Editor übernommen wird.


    Der Landscape Terraformer


    3-2-land-terraform.jpg


    dient dem Bearbeiten von bestehenden Geländen.



    Beide sollten meiner Meinung nach eigentlich generell mit in das Programm implementiert sein, da ansonsten nur die Möglichkeit besteht, Kartenmodelle der verschiedensten Formate oder Bitmaps zu importieren.


    Bedauerlicherweise fehlt die Möglichkeit, ein eigenes Terrain innhalb des Programms zu "malen" völlig. Dies kann also nur über ein Bildbearbeitungsprogramm und anschliessenden Import eines Bitmaps realisiert werden.

  • Hierzu sei erst einmal vorweg gesagt, dass Geomantics ausdrücklich erwähnt, dass Genesis II in erster Linie für Landschaftsansichten entwickelt wurde, und Close-Ups vermutlich qualitativ nicht den Wünschen entsprechen.
    Ich habe aus diesem Bereich bisher nur die Vegetation genutzt und den Eindruck, dass es sich bei dieser Art Massenvegetaion lediglich im 2d "Modelle" handelt. Ebenso vermute ich, dass auch aus diesem Grunde der Import von Objekten ermöglicht wird, um Vordergrundszenen realistischer darstellen zu können.


    Andererseits wird auf diese Art und Weise die ganze Sache für Nutzer von Programmen wie Bryce, Vue d'Esprit oder anderen 3D - Renderern eigentlich uninteressant, da diese Programme sicherlich viel besser zur Erstellung von Landschaften mit Objekten geeignet sind und sicherlich auch weit bessere Ergebnisse liefern.


    Für Leute, die diese Programme jedoch nicht nutzen können, da die finanziellen Mittel für solch doch recht kostenintensive Porgramme nicht im Haushaltsbudget vorgesehen sind, ist es sicher schonmal ein guter, kostenloser Anfang ...



    Der Terrain Layers Editor


    2-1-ter-lay.jpg


    Über diesen Editor wird die Art der verschiedenen Terrain-Layers definiert. Hier können auch u.a. über "Overlay" Bilddateien für die Surface-Maps angewendet werden, es wird Vegetation hinzugefügt oder 3D Modelle geladen, die dann über den Terrain Placement Editor positioniert werden können.
    Leider sind in der Freeware-Version lediglich 2 Layers möglich.


    Der Terrain Placement Editor


    2-2-ter-place.jpg


    Hier werden die verschiedenen Layers positioniert. Sowohl der Standort von Objekten als auch die Flächenausdehnung eines Waldes kann hier u.a. festgelegt werden.


    Der Vegetation Editor


    2-3-veg.jpg


    Hier werden die Vegetationstypen für die Ferne, dem Mittelbereich und die Nähe festgelegt. Leider besteht nicht die Möglichkeit, die Pflanzen der Terrainhöhe anzupassen. Wäre vermutlich eine sinnvollere Möglichkeit gewesen ...
    Zur Auswahl stehen Apfelbaum, Birke, Busch, Nadelbaum und Eiche für jeweils jede "Ebene". Anzahl und Verteilung dieser Pflanzen wird über den Terrain Layers Editor definiert. Dazu gehören z.B. Höhenlage, Hanglage und Nord- Süd- Gefälle der gesamten Vegetation.
    Zusätzlich können hier die "Farbschwankungen" der Pflanzen festgelegt werden, so dass sich im Prinzip jedes Gewächs farblich von anderen unterschedet.


    Wirkt im Ergebnis eigentlich alles recht "flach", wobei die Masse letztendlich ein wenig Abhilfe schafft. Der Schattenwurf ist aus der Nähe jedoch nicht überzeugend.


    Der Urban Editor


    2-4-urb.jpg


    Hiermit habe ich mich bisher noch nicht weiter beschäftigt, werde aber "Updaten", sobald ich näheres in Erfahrung gebracht habe.
    Ich vermute jedoch, dass es sich hier ähnlch dem "Vegetation Editor" vehält.




    FAZIT: 

    Zitat


    Genesis II ist für Leute, die nicht über eines der "grossen" Programme aus dem Landschaftsrenderer- Bereich verfügen, sicherlich einen genaueren Blick wert. Für unerfahrene Nutzer und solche mit wenig Enghischkenntnissen kann sich das ganze sicherlich als ziemliche Prozedur erweisen, doch auch nicht mehr, als es bei Terragen der Fall wäre. Ein mehr oder weniger erfahrener Terragen- User wird vermutlich, was die Terrain- und Wassereigenschaften betrifft, ein wenig enttäuscht sein, doch ist es möglicherweise auch nur eine Frage, wie man in diesem Programm mit "Tricks" vorankommt. Ausserdem haben Terragen- User den Vorteil, die meisten Funktionen, speziell im Basis-Bereich" zu kennen und werden sich daher recht schnell zurechtfinden können.
    Sicherlich ein Highlight ist die Implemenation von Vegetation und Objekten, wobei diese bei weitem nicht mit den (meist sehr kostspieligen) Programmen wie Bryce, Vue & Co. mithalten kann. Aber wozu auch? Wer eines dieser Programme sein eigen nennt, hat es nicht wirklich nötig, auf Genesis II zurückzugreifen.


    Viele Grüsse
    MaNae


    PS:


    Und zu guter Letzt noch ein Render der Standart-Szene, die bereits mit dem Programm geliefert wird. Lediglich geladen und gerendert. Kein Postwork.


    stand-project.jpg