Ruins - Cry of the Waters

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  • Hier vorab mal wieder etwas, das mir das Arbeiten an den "Ruins" -Szenen wieder ins Gedächtnis rief.
    Es ist auch ein Ausschnitt aus Tolkien's "Silmarillion", den ich vor einigen Jahren auswendig gelernt hatte, da mich die Art und Weise, wie der Autor Bilder heraufzubeschwören vermag, schwer beeindruckte. Ich glaube, ich hatte es seinerzeit ein wenig "angepasst", da mir die Übersetzung teilweise nicht sooo passend erschien. Ich hab's tatsächlich noch zusammenbekommen, ohne nachzuschlagen ... muss mich also irgendwie immer wieder über mich selbst wundern, doch genug der Vorrede ...




    Vor langen Tagen kamen meine Ahnen
    und wurzelten in dem Lande, das sie gesucht:


    In Hainen voller Frucht und in des Flusses Au'
    und auf duftenden Ebenen mit hohen Gräsern nur.
    Manch einen Sommer brannten die gelben Fahnen der Lilien im welligen Schilfverbau
    und manch Blütenmeer wurde golden zur Frucht in ummauerten Gärten der grossen Flur.
    Zwischen den Bäumen dort, leuchteten im Frühling Narzissen und Menschen lachten tief und rein,
    sangen froh bei der Arbeit bis zur Nacht und erhellten den Abend mit einem Lied beim Wein.
    Leicht kam dort der Schlaf beim Gesumm der Bienen, in Bauerngärten schwirrend, mit Blumen zuhauf.
    Voller Liebe zu der Tage sonniger Pracht, verlief dort ihr heiteres Leben in geregeltem Lauf, doch
    das ist lange, lange her.


    Und nun hört man kein Lied und sie säen und ernten nicht mehr
    und auf der Insel musst' ich in manch einer Stadt
    als Wanderer wohnen, der keine Heimat hat.


    Kriege grosser Könige und kämpfende Heere mit unzähligen Schwertern und Speeren,
    zahlreich, wie eines Weizenfeld's Ähren kamen über die grossen Lande
    und die Meere wimmelten von ihrer Flotten ihrer verheerenden Feuer Wut.
    Hinter den Heeren verbrannten Felder und Plätze
    und geplündert und zerstäubt oder zu flammender Glut
    wurden die Städte, wo Kronen und Schätze.


    Könige und ihr Volk, ihre Mädchen und Frauen, alle wurden verschlungen.


    Nun sind sie stumm diese Orte.
    Die alte Gestalt verfällt, die Türme in Stücke gehauen
    und kein Fuss tritt in die zertrümmerte Pforte.


    Hier starb mein Vater auf einem Feld von Blut
    und in der belagerten Stadt meine Mutter, ich weiss nicht wie.
    Und ich, ein Gefangener, hörte des Meeres Flut Rufen und abermals Rufen,
    bis meine Seele schrie.


    Schrie nach den dunklen Küsten im Westen, woher vor langer Zeit Ahnen meiner Mutter gekommen
    und ich brach meine Ketten, zog durch verwüstete Täler und tote Lande,
    bis das westliche Meer meine Füsse netzte.
    Bis meine Ohren ertaubten vom Säuseln und Schlagen und Tosen des westlichen Meeres.
    Doch das ist lange, lange her.


    ...
    ...
    ...


    Ruins-v2-web.jpg


    Im Vergleich zum Vorgänger: neues Terrain mit "alten" Elementen, Atmosphäre und Wolken verändert. Finde es im Grossen und Ganzen nicht so gelungen, wie den Vorgänger, doch finde ich die "Special-Effects" hier einfach nur genial.


    Gruss MaNae


    PS: @ Cat
    Keine Gefahr! In diesem Bild sind Streifen, also nicht wieder am Monitor schrauben ;D ;)

  • Danke, MaNae, für den Hinweis 8)!


    Allerdings bin ich schon wieder versucht, den Monitor zu kippen. Hab' irgendwie das Gefühl, die Landschaft könnte sonst nach rechts aus dem Bild rutschen.


    Aber ansonsten ist das wieder mal ein faszinierendes Bild. Und die Wellen im Wasser sehen so aus, als wäre man gerade mit einem Boot vom Ufer aus gestartet und blickt jetzt zurück.


    Grüßlis
    Cat

  • @ Dani


    [Zitat aus="Das Leben des Brian"]
    Ich weiss, wo man es kriegen kann ... wir haben noch jede Menge davon hinten im Haus :D 
    [/Zitat]


    Hol' Dir Terragen ;D


    @ Cat
    Sollte sie verrutschen, kann ich für Dich auch eine "ausbalancierte" Version posten ;D


    @ Hexi
    Hatte mal ein close-up Render gemacht ... sooo dünn sind die Wände gar nicht ;( ... erscheint wohl nur so durch die Dimensionen oder die Perspektive oder so ?(



    Gruss MaNae

  • Hallo MaNae,


    meinen Respekt, ein sehr starkes Bild, es erinnert mich an die Trutzburg Helms Klamm in "die zwei Türme"...


    Du hast wirklich einen Teil aus dem Silmarillion >>AUSWENDIG<< gelernt ??? Schon mal dran gedacht als Bühnendarsteller zu arbeiten?


    Ich kann es nicht auswendig, aber es paßt wunderbar zu Helms Klamm, wie Dein Bild für mich (!) innerlich heißt!...


    Wo sind Reiter und Roß und das Horn, das weithin hallende?
    Wo sind Harnisch und Helm und das Haar, das glänzend wallende?
    Wo ist die Hand an der Harfe? Wo ist das lodernde Feuer?
    Wo nun Frühling und Herbst und voll reifen Kornes die Scheuer?
    Lang vergangen wie Regen im Wald und Wind in des Ästen;
    Im Schatten hinter den Bergen versanken die Tage im Westen.
    Wer wird den Rauch des toten Holzes sammeln gehen
    Oder die flutenden Jahre vom Meer wiederkehren sehen?


    VG