Man liest oft, dass der Einstieg in Blender wie ein Sprung ins kalte Wasser sei. So war es für mich auch mit früheren Versionen, deren Look&Feel sich von meinem gewohntem Poser und Bryce sehr unterschied. Doch leider wurde der Support meines Posers eingestellt und Bryce wurde nicht mehr weiterentwickelt. Das war dann Grund genug für mich, um mich von kommerzieller Software endgültig zu verabschieden. Wie ich schon erwähnte, wäre ich bereit gewesen, 3DMax zu kaufen, aber nicht als Abo-Falle. Es gibt aber auch erfreuliche Entwicklungen, wie die erfolgte Freigabe der Unreal-Engine mit einem neuen und wie ich finde sehr sozialem Geschäftsmodell, bei dem man erst dann zur Kasse gebeten wird, wenn man damit richtig viel Geld verdient. Das ist ein gutes Modell, welches nicht darauf ausgelegt ist, Hobbyisten zu melken, sondern nur mit Profis Geld zu verdienen.
Auch Blender besitzt einen kommerziellen Bereich im Figuren- und Addon-handel, doch diese Dinge braucht der normale Nutzer nicht wirklich, da die Motivation, sowas selbst zu erstellen allein schon durch die vielen kostenlosen Tutorials befeuert wird. Und so frage ich mich zuweilen schon, was denn mit Blender&Python grundsätzlich nicht möglich wäre ... Die mittlerweile ausgelagerte Gameengine ließe sich verbessern ebenso wie der bereits sehr brauchbare Videoeditor, doch auch dafür ließe sich darauf spezialisierte Freeware nutzen. Der eierlegenden Wollmilchsau fehlt vielleicht noch ein integrierter VST-Sequenzer ... dann wäre das Ganze eine komplette Produktionseinheit. Es war auch klug von den Entwicklern, den 2D-Bereich auszubauen, der von vielen Tablett-Künstlern wohlwollend genutzt wird, die zuvor mit Blender vielleicht gar nichts anzufangen wussten und nun mit wachsender Begeisterung 2- und 3D-Welten miteinander verbinden ... bis hin zum Sculpting-Modul, welches keine Wünsche mehr offen lässt und der uneingeschränkten Kreativität alle Türen öffnet. Mit Letzterem ist es nun auch endlich möglich, den Ton zu kneten, ohne sich dabei einzusauen. ;D
Tja, Blender lag irgendwann unter dem Weihnachtsbaum ohne Kassenzettel als schönstes Geschenk für die Kreativen dieser Welt. Und alle Kleinigkeiten, die noch fehlen mögen, kommen früher oder später mit weiteren Updates ... bis dann die ersten Nörgler abspringen, weil es ihnen zu umfangreich geworden ist. 
Ich habe nun übrigens auch den Absprung geschafft - allerdings von Win7 auf Linux, weil ich Blender mit dem alten BS nicht mehr ausbremsen wollte. Seitdem fühlt sich Blender an, als hätte ich den Rechner extrem aufgerüstet. Doch außer dem Betriebssystem wurde nichts verändert. Blender braucht somit nur das richtige BS, um das volle Potential auszuspielen, und sobald der Corona-Spuk beendet ist und die Hardwarepreise wieder in den Sturzflug gehen, spendiere ich dem System noch eine amtliche GraKa, um zu sehen, wie die Luzie abgeht, wenn man die Ankerkette durchtrennt. 