Wie angekündigt, meine Ergebnisse nach den Tests
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Zuerst einmal: eine VR-Brille kann süchtig machen, dann als nächstes: der Gebrauch einer VR-Brille kann tatsächlich Übelkeit erzeugen.
Ich bin überwältigt von dem "Mittendrin"-Feeling, dass einem die VR-Brille vermittelt, gerade bei 360° Videos. Das ist ein Erlebnis erster Güte, das wirklich süchtig machen kann.
Nicht süchtig hat mich allerdings DAZ 33D mit der VR-Brille als Arbeitsfläche gemacht. Das begründet sich in der Qualität der Darstellung und der Anwendung der DAZ 3D Werkzeuge.
Vorab, ich bin Brillenträger und habe die Versuche mit aufgesetzter Brille durchgeführt. Die Pico 4 lässt sich sehr gut mit einer Brille tragen, es gibt einen passenden Verlängerungsrahmen um die Pico 4 mit Brille zu tragen.
Die Brille hat eine Farbwiedergabe, die vielleicht für Spiele und YouTube Videos optimal ist, nicht aber für DAZ 3D Bildmaterial. Zudem ist die Bildschärfe geringer. Ich habe mit der höchsten Auflösung gearbeitet (2480x2480 Pixel pro Auge), trotzdem ist die Abbildung etwas unschärfer.
Das größte Manko ist aber die Bedienung/Anwendung der DAZ 3D Werkzeuge. Da DAZ 3D nicht VR-kompatibel ist, gibt es folglich auch keine Möglichkeit direkt mit den Controllern Funktionen gezielt zu steuern. Dazu muss man entweder in den Desktop-Modus umschalten, oder auf Live Sicht gehen. Im Desktop-Modus wird der Desktop wie eine Kinoleinwand angezeigt, was im ersten Moment einen guten Eindruck macht - dann kommt aber das Problem mit der Schärfe ins Spiel. Die Regler der verschiedenen Einstellungen sind sehr klein, die Beschriftung nur schwer zu erkennen.
Der Live Modus, also direkte Sicht über die eingebauten Kameras reicht für vieles aus, aber nicht für das Arbeiten mit DAZ 3D. Unter anderem habe ich Programme wie FreeCAD, SPlan, TurboCAD und DesignCAD ausprobiert, alles Programme zum Zeichnen in den Bereichen Maschinenbau und Elektronik. Dort geht es, nicht sehr komfortabel, aber die Ergebnisse sind stimmig.
Wahrscheinlich ist die AR-Technologie besser geeignet, aber dort gibt es bislang keine Brille im Consumer-Bereich, die einen akzeptablen Preis hat. Also warten auf den Fortschritt.
Für alle die mal VR erleben wollen: es gibt Firmen, die Geräte auf Leihbasis zu Verfügung stellen. Das ist jetzt nicht wirklich billig, für 30 Tage Probezeit habe ich knapp 40€ bezahlt. Die Brille kostet knapp 400€ in der 256KB Version. Das amazon-Prinzip (kaufen, 10 Tage testen und dann Rückgabe) reicht nicht aus, um die Funktionen und Möglichkeiten der Brille zu testen. Die Firma nennt sich "Grover". Mein Ansatz: Miete für 12 Monate (rund 190€, der halbe Preis der neuen Brille). In diesen 12 Monaten hat sich garantiert wieder etwas neues in den Bereichen VR/AR-Brillen getan, dann muss man sich nicht über eine für 400€ gekaufte Brille ärgern, die dann veraltet ist.