Heute nacht ist meine SM schwer gestürzt, Brustbeinbruch. Ab ins Krhs! Übermorgen hat sie Geburtstag. Sie wird 89 Jahre.
Ojeh! 
Ähnliches habe ich letztes Jahr mit meiner 91-jährigen Mutter durchgemacht: schwer dement und auf eine 24-Stunden-Pflegerin aus Polen angewiesen, weil ich 120 km von ihrem Zuhause weg wohnte und zudem der einzige Angehörige war.
Von allen unbemerkt ist ihr dann das linke Bein abgestorben. Sie selbst konnte sich wegen ihrer Demenz nicht bemerkbar machen; sogar dem Notarzt ist das nicht aufgefallen. Erst im Krankenhaus ist das ganze lebensbedrohliche Ausmaß ans Licht gekommen.
Dann blieb es an mir hängen, binnen fünf Minuten die schwerwiegende Entscheidung zu fällen: Komplettamputation oder Palliativbehandlung?
Der Arzt hat mich nur mit gelangweiltem Blick angesehen und auf meine Antwort gewartet: Entscheidungshilfen geben Weißkittel nicht. Die halten sich da raus.
Ich habe mich letztlich für die palliative Behandlung entschieden: In den wenigen klaren Momenten, die ihr noch vergönnt waren, hatte sich meine Mutter immer einen baldigen Tod gewünscht. Es war einfach genug für sie.
Aber wohlgefühlt habe ich mich dennoch nicht, als ich mich dafür ausgesprochen habe. Eine »richtige« Entscheidung gibt es nicht. Bestenfalls eine, mit der man leben kann.
Ich will dich nicht beunruhigen und wünsche euch nur das Beste. Aber ihr solltet euch vorbereiten. Gibt es eine Patientenverfügung? Falls nicht, solltet ihr euch Klarheit verschaffen, solange es noch geht.
Alles Gute!