Im Weltraum sieht dich niemand schreien: Wie hell ist es da draußen – oder wie dunkel?

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  • Dieser Gedankenaustausch hier ...

    RE: F.G.S. Excalibur


    ... hat den Nerd in mir geweckt. 

    Schon vor längerer Zeit habe ich mich gefragt, wie ich die Tageslicht-Helligkeit auf verschiedenen Planeten wohl empfinden würde.

    Also habe ich vor Wochen mal die KI gefragt. 

    Die Angaben sind natürlich vage und subjektiv gefärbt. Wir Menschen sind ja keine neutralen Fotoapparate. Ein Zimmer, das nachts von einer einsamen Glühbirne ausgeleuchtet wird, empfinden wir daher womöglich dennoch als einigermaßen hell, obwohl dieses Gefunzel, objektiv gemessen, in keinem Verhältnis zu einem hellen Sonnensommermittag steht. In diesem Moment fehlt uns der direkte Vergleich.

    Aber die Tendenz dürfte stimmen. Und manche Ergebnisse haben mich wirklich überrascht.

    Gestern habe ich mich dann auch noch nach der Helligkeit erkundigt, die uns auf halbem Wege zu unserem Nachbarstern Alpha Centauri erwarten würde. Also da, wo bei »Star Trek« & Co. schnittige Raumschiffe, prächtig und gut von der Seite ausgeleuchtet, durch das Universum heizen. Diesen Teil habe ich unten angehängt.

    Hier also der originale KI-Sprech ....


    Vergleich der ungefähren Helligkeit auf den Planeten­oberflächen

    (Erde = 1 ≈ 100 000 Lux bei wolkenlosem Sommer­mittag)


    Planet / „Oberfläche“*

    Relative Helligkeit

    Lux‐Wert

    Eindruck für ein irdisches Auge

    Merkur (keine Atmosphäre)

    ≈ 6,7

    ≈ 670 000 Lux

    Greller als jede Stelle auf der Erde; blendend

    Venus (unter dichten Wolken)**

    ≈ 0,05

    ≈ 5 000 Lux

    Etwa wie ein sehr heller bewölkter Tag oder gut beleuchtetes Büro

    Mars (mittags, klarer Himmel)

    ≈ 0,34

    ≈ 34 000 Lux

    Vergleichbar mit spätem Sommer­nachmittag auf der Erde

    Jupiter (Wolken­obergrenze bei ≈ 1 bar)

    ≈ 0,037

    ≈ 3 700 Lux

    Helle Wohnraum­beleuchtung

    Saturn (Wolken­obergrenze)

    ≈ 0,011

    ≈ 1 100 Lux

    Gedimmter Flur

    Uranus (Wolken­obergrenze)

    ≈ 0,0027

    ≈ 270 Lux

    Dämmeriger Raum

    Neptun (Wolken­obergrenze)

    ≈ 0,0011

    ≈ 110 Lux

    Wohn­zimmer­stimmung am Abend

    • Gas­riesen besitzen keine feste Oberfläche; der Wert bezieht sich üblicherweise auf die Wolken­obergrenze bzw. die Schicht mit rund 1 bar Atmosphären­druck, damit man etwas „erdähnliches“ vergleichen kann.


    • ** Auf Venus trifft zwar fast doppelt so viel Sonnen­energie wie auf die Erde – doch nur etwa 2–3 % dringen durch die dichte Schwefel­wolken­schicht bis zum Boden. Die Oberfläche liegt daher im orangeroten Halbdunkel mit ~0,05 × Erden­mittags­helligkeit.


    Wie die Zahlen entstanden sind

    1. Abstand zur Sonne: Grundhelligkeit 1 / (Abstand in AU)².
    2. Atmosphärische Abschwächung:

    • Keine Atmosphäre (Merkur) → keine Abschwächung.
    • Dünne Atmosphäre (Mars) → ~20 % Verlust durch Streuung und Staub.
    • Dichte Wolken (Venus) → nur ~2–3 % gelangt nach unten.
    • Gasriesen: Werte an der „1-bar-Ebene“ ohne großen zusätzlichen Verlust.

    Normierung: 100 000 Lux relative Helligkeit = 1.


    3. Die Angaben schwanken natürlich örtlich (Breitengrad), zeitlich (Jahreszeiten, Tageszeit) und wetterbedingt (Marsstaubstürme, Venus‐Wolken­dicke). Sie liefern aber einen guten ersten Eindruck davon, wie hell oder dunkel es auf unseren planetaren Nachbarn wirkt.


    Und hier noch die KI-Auskunft zur »Helligkeit« im interstellaren Weltraum ...

    Man kann das gut mit dem Abstandsgesetz für Licht berechnen: Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.

    Wenn wir definieren:

    • Erde (1 AE) = 100.000 Lux = Wert 1

    dann gilt:

    \text{relative Helligkeit} = \frac{1}{r^2}

    wobei r der Abstand in Astronomischen Einheiten (AE) ist.


    1. Im Bereich der Oortschen Wolke

    Die Oortsche Wolke beginnt ungefähr bei 2.000 AE und reicht bis etwa 100.000 AE.


    Abstand

    Relative Helligkeit

    Lux

    2.000 AE

    1/4.000.000 = 2,5 × 10⁻⁷

    0,025 Lux

    10.000 AE

    1/100.000.000 = 1 × 10⁻⁸

    0,001 Lux

    50.000 AE

    4 × 10⁻¹⁰

    0,00004 Lux

    100.000 AE

    1 × 10⁻¹⁰

    0,00001 Lux


    2. In zwei Lichtjahren Entfernung


    Ein Lichtjahr entspricht rund 63.241 AE.

    2 Lichtjahre sind also etwa 126.500 AE.

    Damit ergibt sich:

    \frac{1}{126.500^2}

    \approx 6,25 \times 10^{-11}

    Also:

    • relative Helligkeit: 0,0000000000625
    • Lux: etwa 0,000006 Lux

    Das entspricht rund 16 Milliarden Mal weniger Licht als auf der Erde an einem sonnigen Mittag.


    Anschauliche Vergleiche


    Situation

    Lux

    Sonniger Sommertag

    100.000

    Bewölkter Tag

    1.000–10.000

    Heller Büroraum

    300–500

    Wohnzimmer am Abend

    30–100

    Straßenbeleuchtung

    5–20

    Vollmond

    etwa 0,2–0,3

    Halbmond

    etwa 0,03

    Oortsche Wolke (Beginn)

    etwa 0,025

    Oortsche Wolke (10.000 AE)

    etwa 0,001

    Sternenlicht ohne Mond

    ca. 0,0001

    Oortsche Wolke (50.000 AE)

    0,00004

    2 Lichtjahre

    0,000006


    Besonders anschaulich:

    • Am inneren Rand der Oortschen Wolke (2.000 AE) wäre die Sonne ungefähr so hell wie eine Landschaft im Licht eines Halbmondes.
    • Weiter außen in der Oortschen Wolke wäre die Sonne bereits schwächer als der Nachthimmel unter Sternenlicht.
    • In 2 Lichtjahren Entfernung wäre die Sonne zwar noch der hellste Stern am Himmel, ihre Beleuchtung wäre aber etwa 15- bis 20-mal schwächer als das ohnehin sehr schwache Sternenlicht einer mondlosen Nacht. Man könnte damit praktisch keine Landschaft mehr erkennen; die Umgebung erschiene nahezu vollständig dunkel.

    Ein interessanter Nebeneffekt: Aus einer Entfernung von 2 Lichtjahren sähe die Sonne am Himmel nicht mehr wie eine Scheibe aus, sondern nur noch wie ein extrem heller Stern – ähnlich wie wir heute Sirius sehen, allerdings etwas heller. Sie würde den Himmel nicht mehr erhellen, sondern lediglich als punktförmige Lichtquelle erscheinen.


    Fazit: Ihr wollt realistisches Bild aus den Regionen des interstallaren Raumes rendern? Spart euch die Mühe: Ein schwarz gefülltes Rechteck mit ein paar kleinen Stern-Pünktchen reicht völlig ;)

  • So funktioniert das aber nicht. Das wäre doch viel zu unspektakulär. :evil:
    Ist doch genauso wie mit dem Schall.... im Weltall herrscht schließlich Stille. ?(  :evil:

  • Wäre nicht*Sternenlicht ohne Mond* der kleinste Wert? Wenn ich 2 LJ von der Erde weg bin, sollte es vom Sternenlicht her doch keine große Änderung geben.

    Ich komme nachts draußen (im freien Feld) auch noch bei Sternenlicht zurecht, ohne gegen Hecken ind Zäune zu laufen; kann natürlich sein, dass hier durch die atmosphärische Streuung auch bei ausgeschalteter Straßenbeleuchtung immer noch mehr Licht ist, als im Weltall.


    Bei Raumschiffen ist es glaube ich Pflicht, dass sie auf ihren Flügen immer ein adäquates Außenbeleuchtungsset mitführen, um immer ein gutes Bild abzugeben und nicht den Eindruck zu vermitteln, man hätte etwas zu verbergen.

    (dass der Vorsitzende des galaktischen Rates, der das Gesetz beschlossen hat, mit dem leitenden Außendienstler des Herstellers der Beleuchtungsfirma Golf spielt, konnte nicht nachgewiesen werden)

    "The filmmakers ask that no one attempt walking through walls, cloudbursting while driving, or staring for hours at goats with the intent of harming them

    ... invisibility is fine."

  • Ich komme nachts draußen (im freien Feld) auch noch bei Sternenlicht zurecht, ohne gegen Hecken ind Zäune zu laufen

    Das ist richtig. Aber das, was die KI ausgespuckt hat, ist ja auch nur ein Pi-mal-Daumen-Wert.


    Wahrscheinlich ist es im Zentrum der Milchstraße, wo die Sterne viel dichter beieinander stehen, im freien interstellaren Weltraum ein wenig heller als hier. Im Gegensatz dazu durfte es in Regionen mit wenig Sternen noch dunkler sein. Ganz zu schweigen vom leeren Raum zwischen den Galaxien. Da gehen nun wirklich buchstäblich die Lichter aus. Und zwar alle.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die strahlende Beleuchtung, die uns in utopischen Filmen präsentiert wird, tatsächlich nur genau das ist: utopisch. Aber es sieht eben fetziger aus. :)

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