Wenn´s mal wieder länger dauert...
Aber ihr wisst ja bereits, daß ich viel Sitzfleisch hab. 
„Kurs
ist gesetzt Biggy. Allerdings werden aus den sechzehn Stunden
Flugzeit wohl eher vier Tage.“
sagte Martha. „Nach etwa zwölf Stunden müssen wir
die
Hyperraumroute verlassen und fliegen
dann unterhalb des Radars weiter.“
„Das
geht schon in Ordnung. Schließlich wollen wir ja keine unnötige
Aufmerksamkeit auf uns ziehen.
Immerhin durchqueren wir militärisches Sperrgebiet“
Biggy lehnte
sich an Martha´s Sitz
und warf einen Blick auf die Flugroute. „Damit sollten wir auch
genügend Zeit für Carl´s Anpassungen
haben. Wenn es nur
halb so heftig wird, wie er es beschrieben hat,
können wir garnicht
gut genug vorbereitet sein.“
Nickend
deutete Martha auf die Überwachungsdisplays des Cockpits „Daher
habe ich auch schon
damit begonnen, die Schiffssensoren zu rekalibrieren. Ich
möchte uns
nicht versehentlich in
eine dieser Nanosingularitäten fliegen.“
„Wow.“
staunend blickte Biggy auf die neuen Programmzeilen und Formeln, die
Martha bereits zur
Verbesserung des Sensorsystems geschrieben hatte. Sie wusste,
dass
ihr Cyborg eine überragende
Pilotin und Hackerin ist. Aber das sie derartig komplexe
astrophysikalische Berechnungen
vornehmen kann, hätte sie eher einem
hundertjährigen Uniprofessor ,
der dem Normalsterblichen
das Universum in einer Nussschale erklären kann, als ihrer flippigen
Pilotin zugetraut.
„Okay Martha. Dann
gibt’s hier für mich nichts weiter zu tun.
Ich werde dann Carl im Maschinenraum
helfen.“ Biggy wandte sich ab, um das Cockpit wieder zu verlassen.
„Okidoki
Cap“ Martha salutierte schmunzelnd mit zwei Fingern. „Oh und
falls er gerade abkömmlich
ist, schick mir doch bitte Sparkle vorbei.“
Kaum
hatte Martha diesen Satz beendet musste Biggy kurz innehalten.
Zähneknirschend verdrehte
sie die Augen, zog ihre Schultern zusammen und ballte ihre Fäuste.
Dann setzte sie ihren
Weg zum Maschinenraum fort. „Martha du...“ grummelte sie vor sich
hin. „Jedesmal wenn
sie mir beweist, wie nützlich sie ist bringt sie mich direkt
danach
auf die Palme...“ Martha gehörte
genau wie Sparkle und Carl zur Familie. Nur war sie eher sowas wie
eine freche und vorlaute
kleine Schwester, die nichts besseres
zu tun hat, als Biggy´s Puls
in die Höhe zu treiben. Je
weiter Biggy sich in den Korridor bewegte, desto mehr verhallte ihr
Gemurmel.
Im
Maschinenraum hatte Carl derweil schon eifrig damit begonnen,
zusätzliche Kabel und Schlauchpakete
zu verlegen. Aus einem geöffneten Bodengitter stieg Dampf
zwischen
den provisorisch
in das Loch verlegten Leitungen auf.
„Du
kommst wie gerufen Boss.“ Carl lächelte, als Biggy den
Maschinenraum betrat. „Du musst für
mich mal die G-Line aus dem Schacht in den Boostkonverter stecken.“
Er
zeigte auf das rechteckige
Aggregat an der Backbordwand des Raumes.
Als
Biggy sich auf das geöffnete Gitter zubewegte, streckte plötzlich
Sparkle seinen Kopf aus den
aufsteigenden Dampf raus. „Buh!!! Bzzzzt.“ Seine Diode im Kopf
flackerte
als würde er vor Freude
blinzeln. Dann stemmte er eine dezimeterdicke Leitung aus dem Boden,
um sie zu übergeben.
„Martha
scheint allmählich auf dich abzufärben Sparkle.“ Biggy runzelte
leicht genervt die Stirn.
„Hmm
tatsächlich? Aber unsere Legierungen sind doch überhaupt nicht
kompatibel. Bzzzzt.“ Sparkle
legte seinen Kopf fragend zur Seite und übergab Biggy die Leitung.

„Mann
die wiegt ja glatt ´ne Tonne“ Biggy stemmte sich gegen das Gewicht
der Leitung und zog
sie aus dem Schacht. Dann rastete sie die Kupplung des Anschlusses
in
den Boostkonverter ein.
„So erledigt. Wozu ist das denn überhaupt gut? Was hat die G-Line
mit dem Antriebsboost zu
schaffen? Die brauchen wir doch für die
Gravitationsdämpfer.“
Während
Sparkle aus dem dampfenden Loch kletterte erklärte Carl „Bei der
Menge an Gravitationsanomalien
auf die wir treffen werden, reicht ein normales
Dämpfungsfeld nicht aus.
Daher muss ich es mit dem Antriebsbooster etwas aufmotzen. Dadurch
verliert das Schiff zwar
etwas an Geschwindigkeit, aber wir
verlieren nicht gleich ein ganzes
Triebwerk, wenn wir
zu dicht an einer Anomalie sind oder sie vielleicht sogar streifen.“
„Ja
das macht Sinn.“ Biggy nickte. „Und woher hast du diese alten
Datenblätter? Die sind doch nicht
etwa von der Argos oder?“
„Die
hab ich von Captain Devereaux.“ erwiderte Carl. „Sie hat die im
Vorfeld irgendwo auf dem Schwarzmarkt
organisiert. Sind natürlich nur Kopien.“
„Ich
nehme an, dass wir nicht die ersten sind, die so eine Kopie erhalten
haben.“ Biggy schaute sich
die Blätter genauer an. „Sieht aus wie Konstruktionsdaten
für den
Antrieb der Argos 6.“
„Ja.
Ich muss noch einiges am Reaktor und am Antrieb verändern, damit das
keine Reise ohne Wiederkehr
wird.“ Carl wandte sich seinem Display zu. „So dann mal
weiter im
Text...“
Stunden
vergingen während die drei im Maschineraum schufteten. Trotz
eingeschalteter Lüftung
war die Hitze nahezu unerträglich. Selbst Sparkle schien ins
Schwitzen
zu kommen. „Das
erinnert mich an das Klima auf Tremoria findet ihr nicht auch?
Bzzzzt.“
„Musste
ich da nicht mal die Steuerdüsen überbrücken, damit Martha so ein
irres Manöver im
Rückenflug durchziehen konnte?“ Carl fing an lauthals zu lachen.
„Ich
wurde dabei so durchgeschüttelt,
dass ich den halben Maschinenraum vollgekotzt hab.“
„Ja.
Mein Schatz ist da in knapp zehn Metern Höhe geflogen, damit Biggy
das Lager dieser Chavez
– Bande aufs Korn nehmen konnte. Bzzzzt.“ fügte Sparkle hinzu.
Die
gute Laune steckte nun auch Biggy an „Haha da sind echt die Fetzen
geflogen. Aber wenn du
nur ein Deckgeschütz hast, dann muss der Pilot schon mal in
Rückenlage fliegen, um so ein gewaltiges
Piratennest auszuräuchern. Das hätte auch nur Martha hinbekommen
können.“
„Gewaltig?
Bzzzzt.“ Sparkle legte den Kopf fragend zur Seite. „Das waren
zwölf Aushilfspiraten. Die
hätten wir am Boden auch spielend zu zweit geschafft Biggy. Bzzzzt.“
„Was
genau willst du mir damit sagen?“ Biggy zog ihre rechte Augenbraue
hoch und stützte ihre
Hände in die Hüfte.
„Nun
mir scheint, dass du bei den Kopfgeldjagden auf Tremoria immer ein
ganz schönes Trara veranstaltest,
für Typen die meist nicht mal den Sprit wert sind, den wir
bis
dorthin verbrauchen. Bzzzzt.“
Sparkle tippte mit seinem Finger an sein Kinn. „Liegt das
möglicherweise an einem gewissen
Sheriff mit stacheligen Haaren? Bzzzzt.“
„Ähm
Spike?“ Biggy errötete „Wie kommst du ausgerechnet auf den?“
Plötzlich
stand Carl neben Biggy und zog sie an ihrer Schulter zu sich „Ach
komm schon Kurze. Selbst
im Vollrausch ist mir nicht entgangen, dass du einen Narren an
dem
gefressen hast.“
Sparkle
und Carl waren sichtlich amüsiert während Biggy immer mehr errötete
und mit ihren Zehen
auf dem Fußboden kreiste. „Also ich ähm, naja...“
Da
wurde sie von Martha, die sich über die Com meldete erlöst. „Ok
Freunde, wir verlassen nun
den Hyperraum. Ab jetzt geht’s im Schleichgang vorwärts.“
Biggy
löste sich aus Carls Umarmung und hechtete zur Sprechanlage „Sssuper
danke Martha.“
„Sssuper
danke?! Man könnte meinen du hättest gerade Spike getroffen. Sonst
stammelst du nämlich
nicht so vor dich hin.“ man konnte Martha´s breites Grinsen
förmlich spüren.
Biggy´s
peinlich betroffenes Gesicht löste bei ihren zwei Arbeitskollegen
einen Lachanfall aus. Ihr
blieb nur die Flucht nach vorn. „Na gut ok ich mag ihn irgendwie.“
sie holte tief Luft und versuchte
die Farbe aus dem Gesicht zu bekommen. „Aber dafür ist jetzt keine
Zeit. Wenn wir hier
fertig sind, dann sollten wir uns als nächstes
um die
Hüllenpanzerung kümmern.“
„Alles
klar dann wollen wir mal weiter machen.“ Carl wischte sich die
Freudentränen aus dem Gesicht
und erklärte, was als nächstes auf der To-Do Liste stand.
Nach
gut drei Tagen Schufterei und ohne nennenswerten Schlaf taumelte Biggy
todmüde in ihre Koje. Sie
zog ihre Stiefel aus und ließ sich einfach aufs Bett fallen. Keine
Zeit zum waschen, einfach nur
schlafen. Wenige Sekunden später war sie bereits in süßen Schlaf
gefallen und träumte von Freiheit,
ihrer Familie auf der Peraltiago
und von Tremoria...

Sie
hatte das Gefühl noch keine zwei Stunden geschlafen zu haben, da
wurde sie jäh von Peach und
Pooch aus ihren Träumen gerissen. Offensichtlich hatte Carl sie
zum
Weckdienst verdonnert.
„Pooch...
nimm das Ding aus meinem Gesicht.“ geblendet vom Licht der
Taschenlampe versuchte Biggy
die zwei Fellknäule loszuwerden.
„In
dreißig Minuten sind wir an unserem Ziel und du hast siebzehn
Stunden geschlafen.“ tönte Martha
über die Com. „Carl ist auch schon auf den Beinen, also beeil
dich.“
„Och
komm schon, noch fünf Minuten. Den frühen Vogel fängt das
Wurmloch.“ murmelte Biggy noch
immer schlaftrunken.
„Steh
jetzt auf Kurze. Ich hab dein Frühstück schon fertig.“ Carl
meldete sich nun. „Ausserdem lässt
sich dieser Anblick am besten mit einer Tasse Kaffee geniessen.“
„Kaffee?!
Echter Kaffee?“ sofort saß Biggy aufrecht im Bett. „Wehe ihr
verscheißert mich. Ich bin gleich
oben bei euch.“ Sie zog sich die Stiefel an und verließ ihre
Kajüte...
Fortsetzung
Folgt...
Hat diesmal echt n Weilchen gedauert, aber ich hoffe euch gefällts trotzdem.