Late Winter. Down below, by the old Willows

Hallo.



Bevor sich der Winter nun endgültig für dieses Jahr verabschiedet, möchte ich Euch noch gerne ein Update eines inzwischen auch bereits wieder fast 3 Jahre alen Bides zeigen.

Entstanden ist es in Vue, die erste Bearbeitung damals noch in PS CS6, das Update jetzt in PS CC.


Wahrscheinlich fällt Euch der Abschied so leicht wie mir - deshalb geniesst vielleicht nochn´mal das Bild und die kurze Geschichte dazu...



Zur Verwendung kamen auch hier wieder ienmal


Ron Devineys Fog Brushes


Ron Devineys Fog Brushes II


Ron Devineys Bird Brushes


Ron Devineys Light Radiance Brushes und


Ron Devineys Light and Shadows Brushes



Außerdem ein Photoshop - PlugIn



Flaming Pear - Flood II


DXO NIK Collection 8


Luminar Neo


OnOne NoNoise und


OnOne Effects





...und jetzt die Geschichte...







Spätwinter. Unten, bei den alten Weiden.





Als der März in das kleine Tal einzog, trug er bereits den Geruch von nasser Erde und frischem Licht in seinem Mantel. Die Weiden am Bach trieben silbrige Knospen, und auf den Dächern glänzte das Wasser in feinen Tropfen, als hätte der Morgen selbst zu lächeln begonnen. Nur der Winter gab sich noch nicht geschlagen.


Er kam in der Nacht. Lautlos zunächst, wie eine Erinnerung, die man fast vergessen hatte. Dann legte er sich über die Felder, zog einen dünnen Schleier aus Eis über die Pfützen und hauchte die Fenster mit eisigen weißen Blumen an. Als Lina am frühen Morgen die Tür öffnete, stand der Garten still und fremd vor ihr. Die Krokusse, die gestern noch gelb und lila am Rand des Beetes geleuchtet hatten, waren unter einer hauchdünnen Schicht Schnee verschwunden. Die Luft war scharf wie Glas.


„Er will noch einmal zeigen, dass er da ist“, murmelte ihr Großvater, der draußen auf der Bank neben der Tür mit einer Decke saß, seinen Kaffee trank und in seine Hände atmete. Er lächelte dabei, als spräche er von einem alten Freund.


Lina sah hinauf zum Himmel. Grau hing er über dem Tal, schwer und unbeweglich. Kein Vogelruf, kein Tropfen von den Dachrinnen. Selbst der Bach schien langsamer zu fließen, als müsste er erst überlegen, ob er dem Winter noch einmal gehorchen wollte.


„Warum gibt er nicht einfach auf?“ fragte Lina.

Der Großvater zog die Schultern hoch. „Weil alles, was lebendig war, sich ungern verabschiedet" sagte er und nippte nochmals an seinem heissen Kaffee.


Den ganzen Tag hielt sich der Frost. Die Felder knackten unter jedem Schritt, und an den Ästen der Apfelbäume hingen gläserne Tropfen, die im fahlen Licht wie kleine Sterne glimmten. Der Winter hatte aus seinem Rest an Kraft ein letztes Reich gebaut: über die Wiesen, die Wege, die stillen Dächer. Doch etwas in diesem Reich war anders als im Januar. Es wirkte nicht mehr mächtig, sondern müde. Als hätte der Winter selbst gespürt, dass seine Zeit zu Ende ging, und sich trotzdem noch einmal aufgerichtet, um würdevoll zu verschwinden.


Am Nachmittag ging Lina zum Hügel hinter dem Haus. Von dort konnte man das ganze Tal sehen. Links lag der Wald, dunkel und dicht, aber an den Rändern schon durchscheinend von jungem Grün. Rechts zog sich der Bach wie ein silberner Faden durch die Wiesen. Überall dort, wo der Schnee dünner wurde, schimmerten braune Halme und erstes Blattwerk hervor. Der Frühling war nicht gekommen wie ein Sieger. Er war da wie etwas Beharrliches, Geduldiges, das weiß, dass es nicht eilen muss.


Lina setzte sich ins Gras. Es war kalt und feucht unter ihr, doch sie blieb sitzen. Über dem Hügel trieb der Wind kleine Schneekörner zusammen, drehte sie herum, jagte sie weiter, als wollte er noch ein letztes Spiel beginnen. Dann ließ er nach.

Langsam, fast unmerklich, begann die Wolkendecke zu reißen. Ein Streifen Blau erschien, schmal wie ein Versprechen.


Da geschah etwas Merkwürdiges.


Der Schnee auf den Feldern glänzte plötzlich nicht mehr hart und blass, sondern weich, als hätte er beschlossen, sich zu ergeben. Von den Tannenzweigen tropfte Wasser in regelmäßigen Schlägen auf den Boden. Und irgendwo, ganz nah, hob ein Vogel seine Stimme an. Erst allein, dann noch einer, dann ein dritter. Als hätten sie den stillen Befehl des Winters nie ernst genommen.


Der Frost zog sich zurück. Nicht hastig. Nicht besiegt und nicht zornig. Eher wie ein alter König, der noch einmal durch seine Hallen schreitet, bevor er den Thron verlässt. In den Schatten der Hecken blieb noch ein Hauch von Weiß. Auf den Fenstersimsen lag noch eine dünne Spur Reif. Doch in den sonnigen Ecken des Gartens öffneten sich bereits die ersten Blüten wieder, zaghaft zuerst, dann entschlossener, als hätten sie dem kurzen Schrecken trotzen müssen, um nun umso schöner zu sein.


Am Abend stand der Großvater mit Lina am Fenster. Draußen schmolz der letzte Schnee vom Dach und tropfte in die dunkle Erde. Der Garten roch nach nassem Holz, nach Moos, nach Neubeginn.


„Er hat sich gewehrt“, sagte Lina leise.

Der Großvater nickte. „Ja. Aber schau gut hin: Gerade deshalb ist der Frühling so kostbar.“


Und während sich draußen die Nacht über das Tal legte, nicht mehr eisig, sondern mild und tiefblau, blieb etwas vom Winter noch eine Weile in der Luft — ein letzter, feierlicher Atemzug, bevor er sich endgültig löste und dem Licht Platz machte.



Hoffe wie immer, das es Euch gefällt. ;)

Kommentare 10

  • Ja, sieht aus wie eine Zeichnung klasse...

    • Danke auch Dir, Inga! :thumbup:

  • Das hat eher etwas von einem Aquarellbild :thumbup:

    • Vielen Dank, Sheeban! :thumbup:

  • Super Stimmung, super Bild :thumbup: . Im Sommer jammern wieder alle wie heiß es ist. Und soll ja Gegenden auf der Kugel geben da ist öfter/länger Winter. Bekomme ich auch gleich wieder Lust auf ein Winter Bild :)

    • Danke Dir sehr, Thunder! Freue mich über Deinen Kommentar! :top

  • Das Bild gefällt mir. Fast abstrakt.

    Allerdings reicht's auch langsam mit Eis und Schnee ;) Der nächste Winter kommt bekanntlich bestimmt. Und wieder zu früh.

    • Vielen Dank, interozitor! :top

  • Ich denke, keiner trauert dem Winter nach :thumbup: <3 .


    Kleine Info:

    Wir haben jetzt eine neue Kategorie in der Galerie:

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    Nicht hierher gehören Bilder, deren Ausgangspunkt ein AI / KI generiertes Bild ist. Solche Bilder bitte stets nur in die KI-Kategorie!

    • ...vermutlich die Wenigsten.


      Ich auch nicht.


      Danke Dir! :top