Hallo.
Hier einmal was Aktuelles - habe ich über die vergangene Woche gebastelt.
Grundidee waren drei zusammengeworfene Stocks von AdobeStock:
Dann kamen da noch Ron Devineys
Ron's Birds Brushes zum Einsatz, wie auch wieder einmal die genialen Waterfall - Brushes von
OnOne NoNoise sowie
... für die, die es interessiert: das Bild war zum Schluss 15.337 x 9.317 Px groß, bestand insgesamt aus 58 Ebenen, war gigantische 17,5 GB dick und brauchte um die 44 Std. bis zur Fertigstellung.
...hierzu passt auch wieder eine Geschichte:
„Ich lese im Buch der Erinnerungen…“
…und jedes Wort blickt zurück.
Die Seiten fühlen sich warm an, als hätten sie Puls. Kein Papier raschelt unter meinen Fingern – stattdessen höre ich ein fernes Atmen, als würde das Buch selbst leben.
Ich weiß nicht, wann ich es aufgeschlagen habe. Ich weiß nicht einmal, ob ich es gefunden habe… oder ob es mich gefunden hat.
Die Schrift darauf verändert sich, während ich sie betrachte.
Zuerst erkenne ich meine Kindheit.
Ein Sommer, der nie enden wollte. Das Licht stand golden zwischen den Bäumen, und irgendwo lachte ein Kind. Ich brauche einen Moment, um zu begreifen, dass ich dieses Kind bin. Doch etwas ist anders: Ich erinnere mich nicht daran, dass der Wind damals meinen Namen kannte.
Hier tut er es.
Er flüstert ihn zwischen den Zeilen.
Ich blättere weiter.
Die Seiten werden schwerer.
Die Tinte dunkler.
Ich sehe Entscheidungen – nicht nur die, die ich getroffen habe, sondern auch jene, die ich vermieden habe. Wege, die ich nicht ging, stehen hier genauso klar geschrieben wie die, die ich wählte. Und während ich lese, beginne ich zu spüren, dass das Buch keine Unterschiede macht zwischen „war“ und „hätte sein können“.
Beides lebt hier.
Ein Zittern geht durch die Seiten.
„Lies vorsichtig“, sagt eine Stimme.
Ich blicke auf, doch da ist niemand. Nur Schatten zwischen den Kapiteln, als hätten sich Worte zurückgezogen, um mir Platz zu machen.
„Wer spricht?“ frage ich.
„Das, was übrig bleibt, wenn du aufhörst, dich zu erinnern.“
Die Stimme ist weder fremd noch vertraut. Sie ist… einfach nur da.
Ich sehe wieder auf das Buch.
Die nächste Seite zeigt einen Moment, den ich lange vergessen glaubte. Eine Nacht. Stille. Eine Entscheidung, die ich damals für unbedeutend hielt.
Doch hier… wirkt sie wie ein Knoten im Gewebe der Zeit.
„Warum ist das so wichtig?“ flüstere ich.
Die Seiten beginnen sich selbst zu bewegen.
Langsam, fast ehrfürchtig, öffnen sie sich weiter – tiefer in das Buch hinein, zu Stellen, die ich nie bewusst erlebt habe.
Und dort sehe ich es:
Die Wellen. Jede Entscheidung, so klein sie auch war, hat Kreise gezogen. Menschen, die ich nie kannte, Orte, die ich nie gesehen habe – sie alle wurden berührt von etwas, das ich kaum bemerkt hatte.
„Erinnerung ist nicht das, was war“, sagt die Stimme.
„Es ist das, was weiterwirkt.“
Ich spüre, wie sich etwas in mir verschiebt.
Das Buch wird schwerer.
Oder ich werde leichter.
Ich weiß es nicht.
Plötzlich halte ich inne.
Eine Seite ist leer.
Vollständig leer.
Keine Schrift. Keine Bilder. Keine Spuren. „Warum steht hier nichts?“ frage ich.
Zum ersten Mal zögert die Stimme .
„Weil du hier noch nicht gelesen hast.“
„Das ergibt keinen Sinn.“
„Doch“, antwortet sie leise. „Denn dieses Buch schreibt sich nicht aus der Vergangenheit. Es schreibt sich aus deinem Blick. “
Ich starre auf die leere Seite.
Langsam beginne ich zu verstehen.
Meine Hände zittern, als ich sie berühre.
Und dann geschieht es.
Ein Wort erscheint.
Nicht geschrieben von einer unsichtbaren Hand – sondern geformt aus meinem eigenen Gedanken.
Dann ein zweites.
Ein drittes.
Die Seite füllt sich… nicht mit dem, was war, sondern mit dem, was ich erkenne.
Erinnerung wird zu Erkenntnis.
Erkenntnis wird zu Wirklichkeit.
Ich reiße die Hand zurück.
Das Buch bleibt offen.
Die Worte bleiben.
„Was ist das?“ frage ich heiser.
Die Stimme ist jetzt näher.
Fast in mir.
„Das ist der Moment, in dem du begreifst, dass du nicht nur liest.“
Stille.
Dann:
„Du schreibst.“
Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken.
Ich sehe zurück auf die vorherigen Seiten – auf all die Momente, die ich für festgehalten, unveränderlich gehalten habe.
Und für einen Augenblick… nur einen winzigen, unmöglichen Augenblick…
scheinen sie sich zu bewegen.
Nicht, weil sie sich ändern, sondern weil ich sie anders sehe.
Das Buch schließt sich langsam.
Nicht mit einem Geräusch, sondern mit einem Gefühl – als würde eine Tür nicht ins Schloss fallen, sondern in mich hinein .
Die Stimme spricht ein letztes Mal:
„Du wirst zurückkehren.“
„Wann?“ frage ich.
Doch es kommt keine Antwort.
Nur ein leises Echo, das sich wie Tinte in Wasser auflöst:
„Wenn du bereit bist, dich zu erinnern, was noch nie geschehen ist.“
Und plötzlich halte ich nichts mehr in den Händen.
Nur die Ahnung eines Buches.
..
...und das Gefühl…
...dass ich es nie ganz loslassen werde.
Kommt besser, wenn man's in Originalgröße anguggt. ![]()
Kommentare 2
Kushanku
Das Buch..... erinnert an das Necronomicon... und wieder H.P. Lovecraft .....scheinst einen Fable dafür zu haben.
Gut kombiniert und verschmolzen .

interozitor
Fettes Teil – was Wirkung und Dateigröße angeht.