Bill Bones und sein Tagebuch

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  • Bill Bones letztes Foto


    Es gab einen metallischen Knall als der Gitterwüfel erst auf Bill Bones Kopf dann auf den Boden krachte.

    Ja, .... wenn etwas seltsames aus der Erde wächst sollte man sich nicht wundern, das die “Früchte“ desselben kein Glück bringen, wenn sie einem auf die Birne scheppern.


    obwohl es heißt:

    ... alles Gute kommt von “Oben" ...


    Wir waren auf einer Reise durch “Granotien“ eine faszinierende Gegend, etwas abstrakt aber es gibt dort kostbare Kräuter für Heiler.

    Mein alter Freund Bill wollte unbedingt mitkommen, obwohl der seltsame Kauz den Ärger wie ein Magnet anzog, auch war er inzwischen ein alter Griesgram seit seine Frau nach einer Flasche Drachenfeuer versehentlich die “Grimmerklippen“ runterstürzte, so war zumindest der Bericht des zuständigen "Dracheninspektors“.


    Es war ein sonniger schöner Tag, ein wunderbarer Himmel und in den kleinen Schluchten hingen noch Nebelwolken, wir hatten reichlich Heilkräuter in unseren inzwischen vollen Rucksäcken und waren froher Dinge bald wieder ins Tal abzusteigen.


    Bill hatte immer seinen Flachmann mit Drachenfeuer dabei und wir tranken Prost auf diesen und jenen schönen Felsenturm, ja so ließ es sich leben, wir würden ein halbes Jahr unser Auskommen haben. Bill würde sich in im Drachenzahn, einer wilden Kneipe, eine neue Frau anlachen und dafür einige Taler springen lassen. Ich hoffte nur, das sie dann auch nicht zufällig die Klippe runterfiel, wenn sie merkte das der alte Bill keine Taler mehr hatte.


    Plötzlich sahen wir aus einer Schlucht etwas merkwürdiges wachsen, Bill wurde sehr ärgerlich, denn als wir vor drei Jahren schon mal hier waren, hatte keiner von uns einen Fotoapperat dabei und nun stand der alte Bill mit der Kamera da und begann zu Fluchen.

    Er wollte die Lanschaft fotografieren aber irgendwie störte ihn das surreale Ding, einem Baum ähnlich mit Käfigen als Früchte.

    Schnell wie ein Wiesel für sein Alter humpelte er zu dem Ding und trat gegen dessen Stamm und schrie:


    "Du blödes Teil eines Apfelbaumes, verzieh dich dahin wo sie dich weggeschmissen haben, Du Landschaftsstörer!"


    Das waren noch die harmlosen Schimpfwörter die Bill vom Leder zog.


    “Lass es Bill, komm zurück, ist nicht gut sich mit surrealen Alienbäumen anzulegen!“


    Aber Bill kam erst jetzt in Fahrt und holte seinen Eispickel aus dem Rucksack und versuchte das abstrakte Baumteil umzufällen, dabei fluchte er ... "Du Ausgeburt des Seelenfressers ruinierst mir nicht mein Foto!" ....

    Plötzlich schüttelte sich das Ding und ein Gitterwürfel sauste auf den armen Bill herab und mit einem metallischen Ächzen das in einem Knall endete begrub es den alten Bill unter sich.


    Nachdem sich der Staub verzogen hatte war ich bei meinem Freund und alles was er noch krächzen konnte war ... so ein Mist! ....

    Danach war ich alleine in der Bergwelt und es war still ...


    Ja der alte Bill war schon immer ein Hitzkopf gewesen und wie als Bestätigung neigte sich das Baummonster hin und her, obwohl es windstill war und ich glaubte ein seltsames Kichern zu hören ... ...


    Ich organisiere mit dem Ertrag von Bills Heilkräuter eine anständige Beerdigung mit 12 Dudelsackspielenden Rittern des Lichts, die mir mein Chef Al Drachos organisierte und sicherheitshalber drei Pfarrer, da wir nicht wussten welcher Konfession er angehörte.

    Überraschenderweise waren 18 angebliche Ehefrauen ( waren noch nicht die Klippe runtergefallen) anwesend, jede schluchzte von einem Schleier verhüllt, lauter als ihre Nachbarin und ich wollte gar nicht wissen was für ein Kampf um Bills Erbe bevorstand ...


    Der Grabstein war Gigantisch, ein heroischer Bill Bones, etwa 3 Drachenlägen hoch überragte alles an Gräbern um das Doppelte und das Grablicht war eine riesige Feuerschale die selbst Eisberge mit ihrer Wärmestrahlung geschmolzen hätte.

    Man sagt das einige Besucher wegen schweren Verbrennungen ins Heilhaus eingeliefert werden mussten ..., ja Bill hatte schon immer einen Hang zum Übertreiben, denn ein Teil der Beerdigung hatte er schon vorgeplant, so war der Umtrunk danach nur als Uferlos zu Bezeichnen.

    Ich als Al Drachos Schreiber verabschiedete mich nach zwei Tagen höflich torkeld und wie halbtot in mein Bett, das ich drei Tage nicht mehr verließ...

    Man sagte die “Leich“ dauerte eine ganze Woche und manche von seinen Freunden behaupteten felsenfest, sie hätten die Auferstehung von Bill Bones miterlebt und sogar Drachenfeuer mit ihm getrunken ...


    Ja wer weiß was alles möglich ist, ... ich bin schon wieder am Packen, Al Drachos und ich gehen wieder auf Reisen, freue mich schon sehr auf weitere Abenteuer!

    Moment, es pocht an der Tür, .... mal sehen wer es ist ... Bill, Du, Bill Bones!!! ?


    © Alois Reiss


    Objekt Blender 3D, Render Terragen

  • Das Vermächtnis


    Bill Bones war schon immer ein wilder Kerl und sein Geist besuchte mich nach seiner Trauerfeier und übergab mir ein altes Tagebuch.


    Als Bill eine Auseinandersetzung mit einem Alienbaum hatte, stampfte ihn dieser kurzerhand flach wie eine Flunder und Bills letzte Worte waren:

    "So ein verdammter Mist!"


    Aber Bill war nicht bereit so schnell auf die andere Seite zu wechseln. So feierte er als Geist eine Woche seine Beerdigung und trank mit seinen Kumpels um die Wette, dann besuchte er mich, seinen besten Freund und übergab mir sein altes ledernes Tagebuch, danach verschwand er mit einem Blitz und lautem Donner.

    Einige Fenster zersplitterten, alles war voller Rauch und es stank furchtbar nach toter Katze. Aber ich bemerkte das gar nicht richtig, denn ich war gerade in das Tagebuch vertieft, es waren Einträge von Abenteuern, die ich noch nicht kannte.


    Die Vorfreude auf diesen spannenden Lesestoff und Abenteuer ließen meine Hände vor Aufregung Zittern, als es wie auf ein Zeichen blitzte und die letzten Fenster im Haus zersprangen, begleitet von einem geisterhaften Lachen das von Bill kommen musste, ... vom alten Bill Bones ...


    © A. Reiss

  • Das Tor der Klamuken


    Hier hat mir mein neuer Mitarbeiter Ralf geholfen, das Foto war schon sehr beschädigt, da mir die Kamera beim Klettern in ein Wasserloch fiel.

    Aber mein WG Mitbewohner und jetziger Praktikant Ralf ist schon ein PC Künstler und hat das Fraktalprogramm “Mandelbulber“ über Nacht gecheckt und die Rekonstruktion ist ja Klasse geworden.


    Die Klamuken bekommt man fast nie zu Gesicht, denn sie haben sich ein Dimensionstor gebaut und da sie in einer kargen Welt leben, nur mit glatten Böden aus Formen und Trallala, besuchen sie Drachenland auf der Suche nach Geröll, alten Ästen, Schlick und Schlammschlunz.

    Hauptsache unordentlich, damit schmücken sie ihr spieglglattes Heim und halten “Schlunzfeste“.


    … im Almanach der Völker werden sie als “Sauberbande mit Hang zu leichter Unordnung“ beschrieben.


    Leider erschien keiner der Klamuken als ich das Foto machte, aber das Tor gefiel mir recht gut und wenn Al Drachos und ich Zeit haben, wer weiß, vielleicht warten wir mal ob jemand durch’s Tor kommt, wenn wir wieder in der Näheren Umgebung sind … dann mit Ralf :)



    © A. Reiss

  • Klasse Story und feines Pic :top .


    Ist der Bill Bones eigentlich aus der Schatzinseln entlehnt?

    Vielen Dank!


    Ne, ich wollte einen Namen den man sich gut merken kann und der zu einem Abenteuerer passt, Namen kann ich mir eh schwer merken ;)

  • Zum Wochenede gibt es wieder eine kleine Geschichte aus  Bill Bones Tagebuch, viel Spaß! ;)


    Der Protzberg von Tollkom


    Eines der Nachbarländer von Drachenland ist "Tollkom", oder auch spaßig "die Tollnasen" genannt, da viele behaupten, der Name käme von "Toll" und sie wären arrogante Egoisten die nur mit einem beschäftigt sind, ... dem Protzen und Angeben.

    Die Drachendamen schmücken sich mit besonders laut klingenden Glasglöckchen, auf das man sie schon von Weitem höre und die Herren der Drachenschöpfung stolzieren mit riesigen Drachenhüten, an denen schwere Ketten aus Drachenkristall baumeln, scheppernd über die Flaniermeile in "Tollkom Stadt".

    Schon lange sind den Tollnasen die hohen Berge von "Orceon" im Norden Drachenlands ein Dorn im Auge, denn ihre Berge sind nur halb so hoch und der "Nanga Tollprotz" hat nur im Winter Schnee, wie peinlich ist das denn?


    Also beschlossen die Tollnasen das gigantischste Bauvorhaben der Geschichte und nach jahrelangen Diskussionen und Vorbereitungen, wie der Einführung einer "Bergverschönerungssteuer" begann man den Nanga Tollprotz mit einem riesigen Gerüst zu umgeben auf das Kräne montiert wurden.

    1843 Ingenieure mit Goldglashüten, 2365 Tollbauarchitekten, 3464 Protzbaumeister und unzählige Gesteinwerker machten sich ans Werk - eine logistische Meisterleistung die ihresgleichen sucht - und sorgten für den reibungslosen Ablauf des Vorhabens.


    Doppelt so hoch wie zuvor und mindestens 100 Drachenlängen höher als der höchste Berg im Drachenland sollte er werden, der neue Nanga Tollprotz. Unermüdlich trotzten die Tollnasen allen Problemen und den stärksten Unwettern wie Brennkugelhagel und Feuerblitzgewitter, bis schließlich nach 50 Jahren ihr gigantisches Protzprojekt in der Abendsonne majestätisch glänzte und den König bei seiner Ansprache zu Tränen rührte. Unter dem Gebimmel der Glasglöckchen der Damendrachenhüte und Geschepper der Hutketten der Herren wurde feierlich der neue Berg für die Allgemeinheit der Tollnasen freigegeben.


    Blöd war jetzt nur, das in Drachenland und Umgebung sehr viele Vulkane noch tätig sind und auch die Kontinentaldrift ein reges Reiseverhalten zeigt. So ergab sich, das kurz nach der Feier ein Landvermesser-Trupp feststellte, der Nanga Tollprotz befände sich inzwischen auf dem Hoheitsgebiet von Drachenland.

    Nach jahrelangen Gerichtsverfahren, dem Verschleiß hunderter Drachenadvokaten und Unsummen von Gerichtskosten, ja manche Anwälte bauten sich eigene kleine Protzberge mit Villen aus Edelbasalt und Hunderten von bimmelnden Glasglöckchen darauf, wurde das Urteil unter Fanfarengetröte verlesen.


    Der Nanga Tollprotz blieb im Besitz der Tollnasen, musste aber in "Ehr des Drachenlandes" umbenannt werden und allen Bewohnern Drachenlands hatte freier Eintritt in den Seilbahnen und Restaurationen am Berg gewährt zu werden.

    Die Moral von der Geschicht, immer protzen lohnt sich nicht ... wirklich :-)


    Terragen 4, Objekte erstellt in Blender 3D, Baum von DAZ


    © A. Reiss

  • Der Wächter der Ruinen von A Kohr


    Der Wächter der Ruinen von A Kohr ist ein gigantischer Eisendrache, allerdings rostet er schon ein wenig. trotzdem sollte man ihm aus dem Weg gehen oder man endet als rauchendes Häufchen Asche und das ist dann doch etwas unangenehm.


    Die Landschaft war ja nicht sehr abwechslungsreich und der Sand scheuerte in meinen hohen Stiefeln.

    Nach einigen Bodenproben, die ich von meinem selbstgrabenden Klappspaten entnehmen ließ, er war ein Geschenk von Schaufelbert dem Grabmeister zu meinem 50. Ehrentag, setzte ich mich erstmal auf einen Felsen um meine schweren Stiefel vom Dreck zu befreien.


    Als ich dann mein mit Grobelhupf* belegtes Brot auspackte, denn mein Magen knurrte schon sehr heftig, erkannt ich ein Flimmern an den nächst größeren Felsen etwa 100 Drachenlängen vor mir.

    Warscheinlich eine Drachenmorgana wegen der starken Hitze dachte ich noch und biss herzhaft in mein Brot.


    Plötzlich ein Donnerschlag, die Erde bebte und um mich versank alles in Staub und Dreck. Vor Schreck ließ ich mein herzhaftes Brot und meine Flasche Drachenfeuer fallen, nahm meinen Rucksack und rannte was die Beine hergaben. Hinter mir ächzte und quitschte es wie riesige verrostete Scharniere, als ich mich nach einiger Zeit ziehmlich außer Puste umdrehte, war der Staub verschwunden und ein Monster von einem abstrakten Rostdrachen mampfte mein Mittagessen samt selbstgrabenden Klappspaten von Schaufelbert dem Grabmeister.


    Ich schaffte es noch schnell die Kamera aus dem Rucksack zu holen und das Vieh abzulichten bevor der Spuk vorrüber war und das Monster sich in einem Flimmern und metallischen Scheppern auflöste, ich dachte noch ein rostiges Rülpsen zu vernehmen das von den Felsen wiederhallte.


    Erst später als ich in der Dunklen Bibliothek in einem staubgen Wälzer über die Ruinen von A Kohr laß, wusste ich wohin mich meine Abenteuerlust verschlagen hatte. Sogar der Einband des Buches war aus uraltem bröseligen Rost und als ich es zuklappte löste es sich mit einem metallischem Knirschen in roten Staub auf. Ich sah mich unschuldig vor mich hinpfeifend um, ob es jemand bemerkt hatte und da ich anscheinend alleine war, machte ich mich hurtig aus dem Staub. Der Wächter der Dunklen Bibliothek versteht nähmlich keinen Spaß und man hat von Besuchern gehört, die nur aus Versehen ein Buch fallen ließen und niemals mehr gesehen wurden.


    * Grobelhupf ist grob gebackene Leber von Felsenschnappdrachen die immer hungrig in Felsspalten auf Opfer warten aber auch als Leckerbissen unter Abenteueren gilt.


    Konstruiert mit Terragen 4 und Blender 2.79


    © Alois Reiss 2019

  • Schön rostig, die Geschichte und das Bild . :top gefällt mir gut .

    Was, zum Henker, ist Grobelhupf?

    Danke Dir!

    Grobelhupf ist grob gebackene Leber von Felsenschnappdrachen die immer hungrig in Felsspalten auf Opfer warten aber auch als Leckerbissen unter Abenteueren gilt.

  • D ie Legende von Goratus dem einsame Wächter


    Seine Begleiter sind die vier Winde wenn er über lange vergessene Berggipfeln schwebt, wie sanfte Berührung erscheinen ihm die rosafarbenen Abendwolken wenn er in ihnen eintaucht.

    Intensiv nimmt er alles in sich auf, Er, " Goratus" der letzte der "Einsamen Wächter" auf dieser Welt.


    ... so lange Zeit, eine halbe Ewigkeit, soviel gesehen, was außer ihm keiner jemals sah, soviel Wissen,

    geworden zur Last ....


    Die Speicherkristalle voll, seine Biomatrix beginnt sich aufzulösen, wird er jemals kommen, der Hüter des Wissens?

    Ihn von der Einsamkeit zu befreien um das Wissen des Wächters aufzunehmen und zu bewahren.

    Dann könnte er seine Aufgabe erfüllen und seinen letzten Traum träumen, wenn er langsam zu Boden schwebt um eins mit dieser Welt zu werden, die er so gut kennt und inzwischen ein Teil von ihr geworden ist ...


    TG 3.3 free / Blender 2.77 / Worldmachine


    © Alois Reiss