Comic-Design?

Es gibt 54 Antworten in diesem Thema, welches 12.182 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (10. Februar 2021 um 01:07) ist von ritch.

  • Weil es Dir um den Druck geht, hatte ich weiter oben auch "Affinity Publisher" erwähnt. Besser wäre vielleicht sogar noch Affinity Designer. Das hat zwar keine Presets für die Aufteilung in soundsoviel Comic-Frames pro Seite, liefert aber professionelle Farbseparation für den Offsetdruck (Postscript-Datei = pdf). Deren Parameter kann man sogar bei Bedarf an die Erfordernisse der jeweiligen Druckerei anpassen. Und selbst bei manuellem Definieren des Satzspiegels geht selbiges so flott wie z.B. in Corel Draw. Die Flächen der einzelnen Frames mit "Gummibandauswahl" in gewünschte Form, Größe und Position bringen und dann die Teile kombinieren - fertig. Das Ganze dann als Vorlage für weitere Seiten sichern. Innerhalb eines Nachmittags hättest Du Dir so eine ganze Bibliothek eigener Seitenteilungs-Vorlagen erstellt. Es muss auch nicht wie in Photoshop beschnitten und rumgefummelt werden, jedes fertige Bild kann dann (zumindest in Corel, sollte Affinity aber auch können) per drag and drop in den Container (also den entsprechenden Frame auf der Seite) gezogen werden. Affinity Designer ist das Layoutprogramm, welches in den Funktionen etwa Corel Draw entspricht, Affinity Publisher ist eher ein Seitensatzprogramm wie InDesign oder früher Quark Xpress. Nur dass Affinity einen Bruchteil dessen kostet. Ich glaube etwa um die 30 Euro jeweils.

    Geist ist geil!

  • Mit diesen Programmen hatte ich schon länger "geliebäugelt" und bei dem "Corona-Bonus" von 50 % zur Zeit, hab ich sie mir jetzt geholt. Sonst bin ich auch schon seit X-Jahren mit Photoshop unterwegs. Mal sehen, denke dass man sich da gut einarbeiten kann. Der Arcada Club bietet auch schöne Tutorials für Einsteiger in DE an Klick ... da freu ich mich schon, wenn ich mal bissl mehr Zeit habe und ein paar Versuche starten kann

    ~ *Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.*~

  • spacebones Vielen Dank für Deine sehr ausführliche Beschreibung von AP. :thumbup: Kann dieses durchaus günstige Program aber wirklich mit Gimp und seinen vielen kostenlosen Plugins mithalten?

    Für die Angleichung des Farbraums an die Maschinen der Druckerei nutze ich deren downloadbare Info-Blätter - und die Druckvorlage wird sowieso als PDF übermittelt.

    Ich habe natürlich noch nie zuvor ein farbiges Comic drucken lassen, aber bei diesem Projekt geht es mir nur um CC-0 will heißen: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. ;)

    Dazu eine kleine Anekdote aus meiner Stadt: "Früher" gab es hier einige Comic-Läden, die in einem Spender kostenlose Comics im geklappten Format anboten. (also 2 Längsseiten pro halbiertem DinA4). Jene Geschenke erfreuten sich großer Beleibtheit unter den Kunden, zu denen auch ich gehörte. :)

    Durch Corona liegen solche Treffpunkte natürlich auf Eis, aber sobald dieser Wahnsinn beendet ist, gibt es wieder Zulauf.

    Mein Vorteil wäre dabei, bislang unveröffentlichte Schubladen-KGs als Comics zu verteilen und damit für meine Printprodukte zu werben. Also ein Win-Win, oder? ;)

  • Du hast mit diesen Programmen autom. Zugriff zu vielen Vorlagen, die du auch für kommerzielle Zwecke nutzen darfst. Hintergründe, Texturen, Vector-Grafiken, Schriften etc. Du kannst wirklich aus einem großen Tool schöpfen . InDesign Dateien lassen sich auch öffnen. Zu Gimp kann ich Dir keinen Vergleich liefern, da ich schon immer PS genutzt habe und ab und an Corel. Comic Life ist auch ein schönes Programm, hat aber nicht so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie Affinity. Wenn du die gesamte Suit hast, kannst du auch bequem (ohne zwischenzuspeichern) zwischen den Programmen switchen. Inzwischen gibt auch eine Menge Freeware und Tutorials für diese Programme

    ~ *Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.*~

  • Leilana ComicLife hat für mich den Vorteil, dass ich weder ein Handbuch noch ein Forum benötige, um es zu bedienen und die Seiten nach meinen Vorstellungen zu designen. Sowas findet man heutzutage eher selten, da vieles extrem überladen ist mit Funktionen, die man für bestimmte Vorhaben gar nicht benötigt. ComicLife ist somit das genaue Gegenteil von Blender, welches sich mit unzähligen Addons derart aufblasen lässt, dass man sich fragen könnte, ob es sich noch um eine Anwendung oder bereits um ein Betriebssystem handelt. [Schnapsidee für die Blender-Entwickler: Warum entwickelt ihr kein Blender auf Maschinenebene, welches kein Betriebssystem als Untersatz benötigt und somit wirklich unabhängig und rasend schnell ist? Dazu noch ein freies Internet- und Mail-Addon sowie einen Soundsequenzer als Addon und fertig ist, was CGI-Artisten wirklich benötigen.] ;) Ok, das ist vorerst natürlich nur eine Fiktion, die sich wohl nie erfüllen wird, seit Blender begann, mit kommerziellen Platzhirschen zu kuscheln, bei denen eher die Gefahr bestehen könnte, dass sie Blender nur so lange füttern, bis sie es irgendwann durch "freundliche Übernahme" zur Schlachtbank führen werden. ;/

    Zurück zum Thema: Es gibt ein Programm, das ähnlich wie ComicLife funktioniert, jedoch Freeware ist. Ich weiß, dass es sich irgendwo auf meinen ausgemusterten Festplatten befindet - ich weiß leider nur nicht mehr wo und wie es hieß. Sowas kann einen als Jäger kostenloser Schätze "verrückt" machen, und in diesem Fall helfen weder Metalldetektoren noch Wünschelruten, sondern eher ein tiefes Graben in den Analen des Internets. ;D

    Oder ich erspare mir die Indiana Jones Tour einfach und kaufe die Vollversion von ComicLife 3. ^^

  • Stimmt, einfach zu handhaben ist ComicLife schon - man muss halt wissen worauf man Wert legt. Es bringt Vorlagen mit die man gut weiterverarbeiten kann. Aber ich kenn halt MICH ... wenn ich dann schon mal dabei bin, kann ich halt auch von den Vorlagen nicht die Hände lassen und muss die dann auch immer noch nach meinen Wünschen anpassen, daher ist für mich dann ein Programm mit mehr "Freigestaltung" dann doch das bessere ... auch wenn man sich erst mal "durchwühlen" muss. Bei der Suche auf Deiner Festplatte kann ich Dir leider nicht weiterhelfen ;) ... hoffe, aber dass du in deiner Schatzkiste fündig wirst

    ~ *Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.*~

  • Zitat

    daher ist für mich dann ein Programm mit mehr "Freigestaltung" dann doch das bessere

    dito ;)

    Amateurs hope. Professionals work.

  • Die kreative Freiheit wird nicht durch Blender beschränkt, sondern durch die Format- und Schnittvorgaben der Druckereien, Leilana. Wenn ich z.B. vorhabe, ein längsseitiges DinA6-Comic (mit 1 bis 3 Bildern pro Seite) zu erstellen, wäre das Format für Blender und ComicLife kein Problem, aber für die Druckerei vielleicht schon. Für meinen SW-Laserdrucker wäre das ebenso kein Problem .... und ich habe auch einen Din-A4-Cutter und einen Lang-Hefter zum Klammern statt Kleben. Da es sich nur um CC0 handelt, ließen sich solche Comics auch in der heimischen Manufaktur herstellen ... allerdings leider nur im SW-Dithering, da ich keinen Farblaserdrucker besitze.

    Die Idee ist folgende: Ich lege die Mini-Comics irgendwo frei zum Mitnehmen aus und über den Link am Ende des Comics erfahre ich das Feedback. ;)

  • Zitat

    Die kreative Freiheit wird nicht durch Blender beschränkt, sondern durch die Format- und Schnittvorgaben der Druckereien, Leilana. Wenn ich z.B. vorhabe, ein längsseitiges DinA6-Comic (mit 1 bis 3 Bildern pro Seite) zu erstellen, wäre das Format für Blender und ComicLife kein Problem, aber für die Druckerei vielleicht schon.

    Gemeint waren eher die Gestaltungs-Tools nicht die Druckvorlage. Es ist ein Unterschied, ob man fertige Sachen zusammenschiebt oder alles selbst gestalten kann.

    Am Ende ist es egal wie und wo du dein Content erstellst, was du nur machen musst, Druckgröße und Format der Druckerei berücksichtigen. Steht ja meisten dabei und man bekommt Templates zum Downloaden.

    Amateurs hope. Professionals work.

  • Zitat

    über den Link am Ende des Comics erfahre ich das Feedback

    Das wird sich etwa mit dem Feedback vergleichen lassen, wie es auch auf "Briefkastenwerbung" hin ausfällt - eine Quote von etwa 1% wäre schon eine positive Überraschung. Du müsstest schon beim Leser richtig den "Trigger" erwischen, damit er den Schritt unternimmt, sich extra an den Rechner zu setzen und ein Feedback zu geben. Die Menschen sind leider faul geworden. Da ist die Sache online etwas einfacher, weil man ja eh schon die Maus zur Hand hat. 8o

    Und selbst dabei fällt auf, wie irrational Menschen agieren. Beispiel aus dem Alltag: ein YT-Kanal mit stattlicher Abonnentenzahl schliesst. Vorher wurde monate lang darauf hin gewiesen, dass künftig alle früheren Beiträge auf der Homepage des Anbieters erreichbar sind und das Angebot dort noch erweitert wird. Nach einem halben Jahr stellt sich heraus, dass von den über 100.000 YT-Abonnenten gerade mal noch 15.000 dann auch regelmäßig die Website des Anbieters besuchen. Und dabei ist es nur EIN MAUSKLICK! :irre Wie verrückt ist das?

    Natürlich wünsche ich Dir Zuspruch und Feedback Deiner Leser - aber ich sehe das seit geraumer Zeit doch eher etwas differenziert.

    Geist ist geil!

  • Es ist ein Unterschied, ob man fertige Sachen zusammenschiebt oder alles selbst gestalten kann.

    Also ich für meinen Teil lerne mich lieber in ein komplexeres Programm ein, hab dann aber im Gegenzug mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Nichts ist schlimmer, wenn man etwas machen möchte und feststellt, daß das mit der Software nicht geht. Dann war billig mitunter teurer , weil für die Katz.

    Ich weiß ja nicht ritch wie du den "Wert" von Software bemisst, aber "free" heist nicht unbedingt billiger, schon dann nicht, wenn man ewig Zeit damit vertrödeln muß. (siehe Baugrube mit Teelöffel ausgraben).

    Oft sieht man den zusammengeschobenen Inhalt auch die Herkunft an und eigentlich will man ja etwas eigenes hervorbringen.

  • Deshalb gibt es beim Comic-Programm eine Testphase vor Kauf, old_det. Wenn es für mein Vorhaben nicht reichen sollte, nutze ich halt Gimp.

    spacebones Bei mir ums Eck befindet sich ein Kunstcafe - z.Z. wegen Corona geschlossen. Das wäre z.B. der richtige Ort, um Freiexemplare zu verteilen und mit potentiellen "Kunden" ins Gespräch zu kommen. Old-School-Produkte brauchen Old-School Vertriebswege. ;) Sofern es sich nicht um Spendenbreviere (z.B. für die WHH oder die Tafel) handelte oder um Aufträge der Aida-Werft verkauften meine AutorInnen viele Bücher auf Lesungen, denn wer eine Lesung besucht, ist schon mal grundsätzlich interessiert und sorgt für Mund-zu-Mund-Propaganda. Die meisten meiner Autorinnen verdienen ihr Geld mit regulären Jobs oder sind bereits in Rente und schreiben, weil sie schreiben können. Andere geben Vollgas, weil Literatur ihr Ding ist. Z.B. H.K.Rintelen oder youtube.com/user/ElsaRieger die in all meinen anthologischen Publikationen vertreten sind. Bis hin zu Literaten, die schreiben müssen, weil es ihr Leben ist. z.B. Thom Delissen youtube.com/watch?v=3mgvuSk_B28

    Ich befinde mich übrigens auch nicht auf der Arbeit oder Flucht, aber meine Schublade ermahnt mich zuweilen, mal was richtig Großes im BOD-Verfahren herzustellen, denn das schont den Geldbeutel als auch die Wälder, wohingegen E-Books absolut nicht mein Ding sind. ;)

    Und so fing damals alles an: youtube.com/watch?v=14VKlOzDMII

  • Zitat

    am Ende des Comics erfahre ich das Feedback

    Das ehrlichste Feedback erhältst du mit einem Preisschild am Produkt, denn wer das Portmonee zückt ist garantiert von der Sache angetan.

    Ansonsten kann man sich fürs Bauchpinseln am Ende nichts kaufen

    Amateurs hope. Professionals work.

  • Ansonsten kann man sich fürs Bauchpinseln am Ende nichts kaufen

    Da es CC-0 ist, hat auch niemand vor, sich dafür etwas zu kaufen. ;) Wenn jedoch jemand meint, das Geschenk nicht anzunehmen, dann ist das nicht mein Problem.

  • spacebones Es ist stets sehr erhebend mit kreativen und phantasiebegabten Menschen arbeiten zu können. Das war der besondere Kick bei jener Autorengemeinschaft, die ursprünglich eine Schreibwerkstatt (ProLyKu) war.

    (Hier findest Du bei Interesse eine meiner vielen no-budget Kurzgeschichten: http://schreib-lust.de/schreibaufgabe/0406.php?autor=1083 )

  • gibt es Photoshop doch noch ohne Abo?

    Das ist, wie oftmals, ein klares "Jain!" :)

    Schau hier z. B.:

    "Photoshop ohne Abo geht das? Ja und Nein (giga.de)"

    Alte Versionen (vor 2013) gibt es wohl immer noch ohne Abo zum Kauf.

    Konstruktive Bildkritik, Hinweise auf Fehler und /oder bessere Arbeitsweise immer erwünscht.

    "Besser auf neuen Wegen etwas stolpern, als auf alten Pfaden auf der Stelle zu treten!"

    oder

    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."

  • Alte PS-Versionen wurden zum Anfüttern sogar kostenlos angeboten, aber ich erkannte darin vom Funktionsumfang keinen wirklichen Vorteil zu Gimp&G'Mic. Und heutzutage ist es halt eine teure Abo-Falle und deshalb für mich persönlich ein No-Go, wenn ich bedenke, wie viel feine Hardware ich mir dafür kaufen könnte. ;)

  • Rechne mal nach, was PS über die Jahre an Kosten für den Abonnenten erzeugt. Das ist es MIR leider nicht wert. Schließlich würde ich auch nicht täglich mit einem Taxi zur Arbeit fahren, sondern mit einem eigenen Fahrzeug (Drahtesel). ;)

  • Ich werde so lange es geht bei CS6 Extended bleiben. Arbeite seit Version 3.0 mit Photoshop, da ich diesen damals im Bundle mit einem Umax Scanner gekauft und alle paar Jahre mal ein Update vorgenommen hatte. Die Extended Version bietet 3D Unterstützung (welche heute allerdings nicht mehr viel bringt, da die Entwicklung ja rasant weiter geht), vom professionellen Funktionsumfang her bleibt CS6 noch länger up to date. Solange das .psd Format nicht weiter spezialisiert wird.

    Geist ist geil!

  • spacebones Ich will und kann PS auch gar nicht schlecht reden, schließlich ist es der Industriestandard. Ich bemängle nur ihr Geschäftsmodell und den damit verbundenen Preis. Gimp wird den Platzhirschen wohl nicht einholen können, aber das erwartet ja auch niemand von einer Freeware. Und Leute, die aus Prinzip auf Freeware stehen, sind für PS sowieso bereits als potentielle Kunden verloren. Deshalb werden Schülern und Studenten kostenlose Versionen angeboten, damit man sie später einfacher an Bord ziehen, beziehungsweise mit Abo-Fallen kielholen kann. ;)

    Andere Firmen, wie z.B. die Macher der Unreal-Engine sind diesbezüglich auf eine sehr sozialere Preisgestaltung umgestiegen: Sie verlangen nur eine prozentuale Gewinnbeteiligung von jenen Anwendern, die damit richtig viel Geld erwirtschaften und diesen Beitrag somit auch locker zahlen können. Für alle anderen Nutzer ist es Freeware. Sie haben den Begriff einer "Sozialen Marktwirtschaft" somit im Prinzip begriffen und ich wünsche ihnen damit auch weiterhin viel Erfolg. :)