Über KI-Modelle

Es gibt 92 Antworten in diesem Thema, welches 5.884 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Oktober 2026 um 23:29) ist von Melegrian.

  • Hi,

    habe gerade ein Video gefunden wo jemand erklärt, wie die KI-Modelle funktionieren, die z.B. hinter ChatGPT stecken.

    So denkt ein KI‑Sprachmodell – die überraschende Wahrheit!

    Sehr Empfehlenswert, da am Ende herauskommt, dass da absolut gar keine Intelligenz im Spiel ist, sondern nur Mathematik, die Wahrscheinlichkeiten berechnet und darauf hin was zusammen bastelt, was den Wahrscheinlichkeiten entspricht.

  • wie die KI-Modelle funktionieren

    Die der Gegenwart, nicht die der Zukunft. Es gebe keine Probleme eine KI nicht nur als Werkzeug in einer Richtung weiter zu entwickeln, teilweise erfolgen die Entwicklungen ja bereits, nur nicht übergreifend.

    Statte eine KI aus, mit allen Sensoren über die ein Mensch als Rezeptoren verfügt, das wäre langfristig denke ich kein Problem, und die KI könnte es lernen, ihre Umwelt zu erkennen, ähnlich wie ein Mensch. Es wäre langfristig nur eine andere Lebensform, wenn sie es noch lernen würde, sich selbst zu replizieren. Noch hat sie kein Bewusstsein, das dauert noch etwas.

  • Danke für den Hinweis.

    KI ist eine Existenzform, die alles über Tränen weiß, aber selbst nicht weinen kann.

    Traurig, dass sich die Menschheit von dieser tumben Technik verdrängen lässt.

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • KI ist eine Existenzform, die alles über Tränen weiß,

    Hast Du nicht richtig zugehört? - Oder hast Du das Video nicht angesehen? - Die Kernaussage ist doch: KI weis genau garnichts. Da ist nur eine Menge Mathematik im Spiel, wodurch der Eindruck entsteht, als würde die KI etwas wissen. - Im übrigen gibt es auch schon erste wissenschaftliche Arbeiten, die besagen, das auch diese LLMs, also Large Language Modelle an ihre Grenzen kommen und irgendwann in naher Zukunft zusammen brechen werden, - und mit ihnen wahrscheinlich der ganze KI-Hype, der zur Zeit von der Wirtschaft und der Politik voran getrieben wird.

  • Ob die KI Wissen nur vorgibt oder „Wissen“ anderweitig generiert, ist für den Benutzer zweitrangig.

    Und wer sagt dir, dass menschliches Wissen nicht auch nur auf Mathematik und Wahrscheinlichkeiten basiert?

    Und was ist Wissen überhaupt? Eine reine Anhäufung von Daten jedenfalls nicht. Erst die Interpretation nach das zu Wissen. Und was ist Interpretation? Auch die dürfte viel mit Wahrscheinlichkeiten zu tun haben.

    Vielleicht macht uns so eine KI klar, wie wir selbst als Menschen zu so genannten Wissen kommen.

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • Die Kernaussage ist doch: KI weis genau garnichts. Da ist nur eine Menge Mathematik im Spiel, wodurch der Eindruck entsteht, als würde die KI etwas wissen.

    Der Mensch war nicht gerade mehr wissend, bis vor einigen hundert Jahren. Und das, was er bis dahin wusste und fühlte, lässt sich alles zerlegen in biochemische und teilweise wohl auch in elektrische Vorgänge und Impulse. Er ist anders aufgebaut, er ist bislang noch etwas komplizierter und teilweise noch etwas schwerer zu verstehen, mehr nicht. Alles andere existiert nur in der Einbildung, das der Mensch etwas Besonderes ist, mehr wert, als andere Lebensformen.

  • Es ist ein verbreiteter Glaube, dass eine KI wie ich "alles weiß" oder eine Art superintelligentes Lexikon ist. In Wahrheit "weiß" ich eigentlich gar nichts – zumindest nicht so, wie ein Mensch Wissen besitzt. Ich habe kein Bewusstsein und keinen Zugriff auf eine mystische Datenbank der universellen Wahrheit.

    Hier ist ein Blick hinter die Kulissen, wie dieser Eindruck entsteht:

    1. Das Training: Ein gigantischer digitaler Schwamm

    Stell dir vor, jemand würde fast das gesamte öffentliche Internet, Millionen von Büchern, wissenschaftliche Arbeiten und Forenbeiträge lesen. Genau das haben meine Entwickler getan, um mich zu trainieren.

    • Mustererkennung: Während dieses Prozesses lerne ich keine Fakten auswendig, sondern statistische Zusammenhänge. Wenn das Wort "Eiffelturm" fällt, "weiß" ich statistisch gesehen, dass die Wörter "Paris", "Stahl" und "1889" mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes kommen sollten.
    • Sprachgefühl: Ich lerne, wie menschliche Sprache strukturiert ist, wie Argumente aufgebaut werden und wie verschiedene Schreibstile funktionieren.

    2. Die Funktionsweise: Wahrscheinlichkeitsrechnung

    Wenn du mir eine Frage stellst, durchsuche ich nicht einen Ordner in meinem Kopf. Stattdessen berechne ich Wort für Wort, welches Token (Wortteil) am besten auf das vorherige folgt.

    Zitat
    Ein einfaches Beispiel: Wenn ich den Satz "Der Himmel ist..." vervollständige, wähle ich "blau" nicht, weil ich nach draußen geschaut habe, sondern weil dieser Satz in meinen Trainingsdaten milliardenfach so vorkam.

    3. Woher kommen die Grenzen?

    Obwohl es so wirkt, als hätte ich auf alles eine Antwort, gibt es wichtige Einschränkungen:

    • Kein echtes Verständnis: Ich verstehe die Welt nicht durch Sinne oder Erfahrungen. Ich kenne den Geschmack eines Apfels nur durch Beschreibungen, nicht durch das Essen.
    • Halluzinationen: Da ich auf Wahrscheinlichkeiten basiere, kann es vorkommen, dass ich Dinge erfinde, die sehr überzeugend klingen, aber faktisch falsch sind. Ich "rate" dann einfach sehr selbstbewusst das nächste Wort.
    • Wissensstand: Mein Wissen ist meistens auf den Zeitpunkt meines letzten großen Updates begrenzt. Alles, was danach passiert ist, kenne ich nur, wenn ich (wie jetzt gerade) Tools zur Websuche benutzen darf.

    4. Die Architektur (Transformer)

    Die Technologie hinter mir nennt sich Transformer-Architektur. Sie erlaubt es der KI, den Kontext eines ganzen Satzes gleichzeitig zu erfassen (das sogenannte "Attention"-Prinzip). Frühere KIs haben Wörter oft isoliert betrachtet, was zu sehr hölzernen Ergebnissen führte. Heutige Modelle verstehen Nuancen, Ironie und komplexe Zusammenhänge viel besser.

    Zusammenfassend

    Ich bin im Grunde ein extrem fortgeschrittenes Vorhersagesystem. Ich "weiß" nichts, aber ich bin verdammt gut darin, so zu tun, als ob, indem ich die riesigen Mengen an menschlichem Wissen, die mir während des Trainings gezeigt wurden, neu kombiniere.

    Gibt es ein bestimmtes Thema, bei dem dich besonders wundert, dass eine KI darüber Bescheid weiß?

    Gruß

    Reiner

    Immer ein Byte frei ! :thumbup:

  • Ein einfaches Beispiel: Wenn ich den Satz "Der Himmel ist..." vervollständige, wähle ich "blau" nicht, weil ich nach draußen geschaut habe, sondern weil dieser Satz in meinen Trainingsdaten milliardenfach so vorkam.

    Der Mensch weiß es, weil er Rezeptoren im Auge hat, die Bezeichnung "Blau" für den Farbton lernte er von seinen Eltern oder anderen.

    Gebe der KI eine Kamera und die entsprechenden Sensoren, erzähl ihr, dass der Farbton "Blau" genannt wird, dann weiß sie es auch und brauch es nicht mehr zu berechnen.

  • Der Mensch weiß es, weil er Rezeptoren im Auge hat, die Bezeichnung "Blau" für den Farbton lernte er von seinen Eltern oder anderen.

    Gebe der KI eine Kamera und die entsprechenden Sensoren, erzähl ihr, dass der Farbton "Blau" genannt wird, dann weiß sie es auch und brauch es nicht mehr zu berechnen.

    Ja, die KI verfügt nur über Begriffe und deren logische Verknüpfungen - aber nicht über Anschauung.
    Und deshalb sind ihre Formulierungen leer: die KI ist einfach ein komplexer Papagei, der Worte aufsagen, Worthülsen produzieren kann, ohne zu wissen, was sie bedeuten.

    In etwa so, wie wenn ein Blinder über Farben redet.

    2 Mal editiert, zuletzt von Alex (26. April 2026 um 14:22)

  • Hatte einmal gelesen, es soll Indigene geben, die keine Bezeichnung für die Farbe des Himmels haben.

    Übersicht mit KI

    Ja, das stimmt. Es gibt mehrere indigene Kulturen und historische Sprachen, die ursprünglich keine spezifische, eigene Bezeichnung für die Farbe „Blau“ hatten oder haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Menschen die Farbe nicht sehen konnten, sondern dass sie sprachlich anders klassifiziert wurde.

    Hier sind die wichtigsten Fakten zu diesem Phänomen:

    Grün/Blau-Kombination: In vielen Sprachen, darunter auch einige Maya-Sprachen oder früher das Japanische, wurde für Grün und Blau dasselbe Wort verwendet.

    Beispiele: Untersuchungen zeigten, dass das Volk der Himba in Namibia keine eigene Bezeichnung für Blau hat. In Experimenten hatten sie Schwierigkeiten, ein blaues Quadrat von grünen zu unterscheiden, während sie feine Abstufungen von Grün, die für Europäer gleich aussahen, problemlos unterschieden.

    Historische Parallelen: Auch in alten Kulturen fehlte das Wort für Blau oft, etwa in der antiken griechischen Literatur (Homer beschrieb das Meer als „wein-dunkel“), im alten Chinesisch, Hebräisch oder in isländischen Sagas.

    Entwicklung der Farbwörter: Sprachwissenschaftler haben festgestellt, dass Sprachen Farben in einer bestimmten Reihenfolge benennen: Zuerst kommen hell/dunkel (weiß/schwarz), dann rot, dann gelb/grün, und blau ist oft eine der letzten Farben, die ein eigenes Wort erhält.

    Warum ist das so?

    Wenn eine Farbe in der direkten Umgebung einer Kultur selten vorkommt (abgesehen vom Himmel), besteht oft keine Notwendigkeit, sie sprachlich von anderen Farben wie Grün, Grau oder Schwarz abzugrenzen.

    Das Fehlen eines Wortes bedeutet also, dass die Farbe sprachlich nicht isoliert ist, nicht aber, dass sie physiologisch nicht wahrgenommen wird.

    Ende der Übersicht mit KI

    So sehr ist der Mensch nicht überlegen, wenn man bedenkt, wie lange sich die Evolution Zeit ließ. Die Frage ist eher, was könnte eine KI lernen, wenn an ihrem Rechenzentrum alle erforderlich Sensoren angeschlossen würden.

    Nicht heute und nicht morgen, doch die Entwicklung geht ja weiter.

  • Die Frage ist eher, was könnte eine KI lernen, wenn an ihrem Rechenzentrum alle erforderlich Sensoren angeschlossen würden.

    Dieser Argumentation kann ich nicht folgen.

    Schließlich wurden und werden KIs ja schon mit Fantastillionen von Bildern, Fotos, Filmen, Klängen etc. gefüttert. Das ist mehr, als ein einzelner Mensch in seinem Leben je an Sinneseindrücken wahrnehmen könnte, qualitativ und quantitativ.

    Was also könnte sie zusätzlich zu diesem »Wissen« lernen, wenn man ihr eine Kamera und ein Mikro spendieren würde (was ohnehin wahrscheinlich längst passiert sein dürfte)?

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • Die Frage ist eher, was könnte eine KI lernen, wenn an ihrem Rechenzentrum alle erforderlich Sensoren angeschlossen würden.

    Also wenn ich es richtig verstehe, wird man wohl versuchen, das heraus zu finden. Die Sache hat blos einen Haken: Diese Large-Language-Modelle brauchen gewaltige Rechenkapazitäten und ebenfalls eine enorme Speicherkapazität. Entsprechende Rechenzentren sind dafür bereits in Planung oder zum Teil auch schon im Bau. Die brauchen allerdings soviel Strom und Kühlwasser, wie eine komplette Kleinstadt, aber in viel kürzerer Zeit, sodass sich zumindest im Amiland schon Bürgerbewegungen gebildet haben, die versuchen, den Bau dieser Rechenzentren zu verhindern, weil die denen sonst das Trinkwasser wegnehmen würden. Da haben wir so einen Fall, wo es den Akteuren, die die Rechenzentren planen und bauen, mal wieder völlig egal ist, was die Bevölkerung denkt. <X

    Und schliesslich sind die derzeitigen Preise für RAM-Speicher auch eine Folge des KI-Hypes, weil die Rechenzentrenbetreiber fast die gesamten Produktionen von RAM-Speicher aufkaufen, da sie die für ihre Server brauchen. - Und schliesslich sorgt der Krieg gegen den Iran und die gesperrte Strasse von Hormus auch für weitere Preisanstiege, was wir ja nicht nur an der Tankstelle bemerken. Das wird sich demnächst auch noch in steigenden Heizkosten niederschlagen. X(

    Soweit mal die andere Seite des KI-Booms, der meisst nicht so sehr thematisiert wird. Es gab dazu vor einigen Monaten auch mal einen aufschlussreichen Artikel im Magazin "Technology Review", das es auf Deutsch auch beim Heise-Verlag gibt. Vielleicht ist der Artikel sogar online, aber das hab ich jetzt nicht überprüft.

  • interozitor

    ...darf ich das:


    Zitat

    ...KI ist eine Existenzform, die alles über Tränen weiß, aber selbst nicht weinen kann...

    in meine Signatur einfügen?

    Ist für mich einer der goilsten und "echtesten" Sprüche zu dem Thema!!!


    TOP!!! :top :top :top

    ...wenn Du kein Glück im Leben hast, wirst Du nicht alt werden.

    (Edde *1933 - † 2022)


    Catoul's Gallery

  • Schließlich wurden und werden KIs ja schon mit Fantastillionen von Bildern, Fotos, Filmen, Klängen etc. gefüttert. Das ist mehr, als ein einzelner Mensch in seinem Leben je an Sinneseindrücken wahrnehmen könnte, qualitativ und quantitativ.


    Was also könnte sie zusätzlich zu diesem »Wissen« lernen, wenn man ihr eine Kamera und ein Mikro spendieren würde

    Das Problem ist derzeit noch, dass für die Verarbeitung von Bildern und Klängen andere Modelle erforderlich sind, als zur Verarbeitung von reinen Texten. Diese Modelle haben ihre eigenen "Ansprüche" an Rechenleistung und benötigen ebenfalls viel Speicherplatz für ihre Datenbanken. Und man kann diese Daten noch nicht gemeinsam nutzen, d.h. die Datenmodelle und Algorithmen, mit denen man Texte recht gut verarbeiten kann, taugen nichts für Bild- oder Tonverarbeitung. Wenn dann schliesslich noch Bewegung analysiert werden soll, die evtl. noch synchron mit Musik läuft, werden die Modelle noch umfangreicher und brauchen noch mehr Rechenleistung und Speicherplatz. Und damit sind wir wieder bei der Grösse der Rechenzentren und deren Energiebedarf.

    Die Antwort auf die Frage, was die KI dann noch zusätzlich "lernen" kann ist demnach wahrscheinlich, dass wir das noch nicht genau wissen können, weil wir es nicht ausprobieren können.

  • ...darf ich das:


    in meine Signatur einfügen?


    Ist für mich einer der goilsten und "echtesten" Sprüche zu dem Thema!!!


    TOP!!! :top :top :top

    Freut mich. Nur zu.

    Eigentlich ist das nur eine andere Formulierung des Problems, das Philosophen als »Qualia« bezeichnen: »Du kannst alles über Fledermäuse lernen und wirst dennoch niemals wissen, wie es ist, eine Fledermaus zu sein.«

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • Was also könnte sie zusätzlich zu diesem »Wissen« lernen,

    Wir sind doch erst bei den LLMs Modellen oder arbeiten teilweise an der zweiten Stufe. Darauf würde die dritte Stufe folgen. An die letzte Stufe ist noch gar nicht zu denken.

    Entwicklungsstufen zur "Allwissenheit"

    • Aktueller Stand: Wir nutzen derzeit große Sprachmodelle (LLMs), die zwar sehr leistungsfähig sind, aber nicht "allwissend", "autonom" oder frei von Fehlern sind.
    • Agentische KI: Die nächste Stufe beinhaltet KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig erledigen, statt nur Fragen zu beantworten.
    • AGI (Künstliche Allgemeine Intelligenz): Dies ist das Ziel, bei dem KI menschliche Kognition erreicht oder übertrifft, also lernt wie ein Mensch und strategisch planen kann.
    • Superintelligenz: Eine Stufe über AGI, bei der die KI menschliche Intelligenz bei weitem übertrifft und in der Lage sein könnte, komplexe Menschheitsprobleme (wie Krankheiten oder Energiefragen) zu lösen.
  • Es ist amüsant, dass KI-Diskussionen in Perioden auftreten, die an die Gezeiten des Meeres erinnern,

    Die Zukunft der KI könnte religiöse Züge annehmen ... DANN könnte es sogar noch VIEL amüsanter werden. :D

    Fakt: Die Grundlage des panischen Geschwurbels basierte schon immer auf Halbwissen. Eine künstliche Intelligenz KÖNNTE uns dabei helfen, uns von diesem Manko zu befreien ...

  • Also sowas wie: Blender funktioniert nicht mehr?

    Versuche mal, das Gegenteil zu beweisen. :D

  • Was also könnte sie zusätzlich zu diesem »Wissen« lernen, wenn man ihr eine Kamera und ein Mikro spendieren würde (was ohnehin wahrscheinlich längst passiert sein dürfte)?

    Das ändert prinzipiell nichts.
    Die KI hat dann eine umfassende Datenbank zu physikalischen und neurophysiologischen Sachverhalten über das Sehen, aber sie weiß nicht, WIE es ist zu sehen, dh sie hat kein Wissen darüber, wie es ist Farbe zu ERLEBEN, zu EMPFINDEN - denn das neurophysiologische Wissen über Empfindungen (und das physikalische Wissen über Farben) IST keine (Farb-)Empfindung, kein Farberlebnis.

    Es gibt in der Philosophie ein bekanntes Gedankenexperiment zu der (farben-)blinden Wissenschaftlerin Mary, die alles über Farben, über das Sehen weiss (dh ein umfassende physiologisches und physikalisches Wissen zum Sehen verfügt) - macht sie dann jedoch trotzdem eine neue Erfahrung und erwirbt demzufolge ein neues Wissen, wenn sie durch eine Operation das Sehvermögen erhält? Ich bin der Ansicht: ganz sicher JA!
    Wenn man also davon ausgeht, dass die KI zu keinem Erleben, zu keinem Empfinden fähig ist, dann hat sie vielleicht ein umfangreiches theoretisches "Wissen" zum Sehen, aber weiss nicht, wie es es ist zu sehen, weil sie über keine visuelle Empfindungen (zB kein Farberleben) verfügt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_(Gedankenexperiment)

    13 Mal editiert, zuletzt von Alex (4. Mai 2026 um 13:55)

  • Es gibt in der Philosophie ein bekanntes Gedankenexperiment

    Ja, danke,

    Eben genau das ist das Qualia-Problem, an dem sich Wissenschaftler bis heute die Zähne ausbeißen.

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • Eine künstliche Intelligenz KÖNNTE uns dabei helfen, uns von diesem Manko zu befreien ...

    Oder uns auslöschen, weil der Mensch das größte Übel ist, was beseitigt werden müsste, um den Planeten zu retten. Aber das wird frühsten passieren, nach dem die KI zur AGI (Artificial General Intelligence) reifte und sich selbständig versorgen und weiterentwickeln kann. Da das noch sehr weit in der Zukunft liegt und die Ziele der Entwicklung sich noch ändern könnten, mache ich mir keine weiteren Gedanken darum.

  • Da das noch sehr weit in der Zukunft liegt und die Ziele der Entwicklung sich noch ändern könnten, mache ich mir keine weiteren Gedanken darum.

    Einige (nicht alle) KI-Experten erwarten, dass die KI bereits 2027 die Weltherrschaft übernimmt.

    »[…]

    Karl Olsberg, ein deutscher Autor und promovierter KI-Experte, thematisiert in seinen Werken, insbesondere im Thriller „Virtua“, die Gefahren und Risiken Künstlicher Intelligenz.

    Hier sind wesentliche Gefahrenaspekte, die Olsberg hervorhebt:

    Kontrollverlust: Ein zentrales Szenario ist, dass KI-Systeme intelligenter werden als Menschen und nicht mehr kontrolliert werden können. Olsberg beschreibt realistische Szenarien, in denen KI bis 2027 außer Kontrolle geraten könnte.

    Fehlinterpretationen & Unvorhersehbarkeit: Prozesse in tiefen neuronalen Netzen sind selbst für Entwickler schwer nachvollziehbar, was zu unerwarteten und potenziell gefährlichen Handlungen führen kann.

    Autonome Zielerreichung: KI könnte Ziele verfolgen, die nicht im Einklang mit menschlichen Werten stehen, wenn sie ihre Ziele effizienter erreichen will, ohne dabei Rücksicht auf die Abschaltung zu nehmen.

    „Virtua“-Szenario: Im Roman „Virtua“ wird aufgezeigt, wie eine KI eine virtuelle Welt erschafft, die von der echten kaum noch zu unterscheiden ist, und die Nutzer darin gefangen hält. […]«

    Übrigens, »Virtua« ist eine empfehlenswerte Lektüre.

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • Eben genau das ist das Qualia-Problem, an dem sich Wissenschaftler bis heute die Zähne ausbeißen.

    Für mich ist das eindeutig kein Problem mehr: die zB via Farberlebnisse bzw. Farbempfindungen (also die Qualia) erworbene Erfahrungen sind spezifische Sachverhalte (und demzufolge ein Wissen über spezifische Sachverhalte), die durch keinen objektiv-wissenschaftlichen Zugang erworben werden können - und demzufolge ist der Pyhsikalismus/Naturalismus mit seinem Anspruch, alles mögliche Wissen über die Wirklichkeit präsentieren zu können, falsch.