Mit Musik Geld verdienen!
Ich kenne sehr viele Leute, die genau dieses anstreb(t)en.
Um das Ziel zu erreichen, geht es nur zu einem geringen Teil um handwerkliches Können (das setze ich einfach voraus), auch das Musikalische, der Ausdruck, die Interpretation sind nicht alles.
Das Wichtigste ist tatsächlich das Glück.
Die richtige Musik zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Vor den richtigen Leuten. Auch Singular, da muss nur ein einziger richtiger Mann* im Publikum sitzen und dann ist es egal, ob du gerade vor 200 Leuten spielst oder 10000.
Über acht Jahre lang habe ich sehr viel Geld verdient, als Ton-Ingenieur. Allerdings mit fremder Musik.
Auch wenn das Tonstudio teuer war, kamen da immer wieder Möchtegern-Musiker herein, ganz genau wie Cassandro es beschreibt. Das sind Kunden, also machte ich gute Miene zum schlechten Spielen. Gab Tipps, half nach, spielte auch mal selbst die Bass-Gitarre ein und so weiter.
Gerade in künstlerischer Hinsicht können sich Menschen schlecht selbst beurteilen. Weil es kein Falsch und Richtig gibt. Oder weil sie einen auf sich selbst fixierten Tunnelblick haben.
Meine Frau arbeitet als Lektorin, im schriftlichen Bereich gilt das genauso. Grottenschlechte Manuskripte werden da eingereicht. Es fehlt vielen an Augenmaß. Vielleicht gilt das auch hier im Forum beim grafischen Gestalten. Wobei in der Grafik noch erschwerend die Künstliche Intelligenz hinzu kommt.
Die es in der Musik längst gibt. Zum Beispiel fertig produzierte Versatz-Stücke. Gerade heute habe ich per Internet wieder Angebote bekommen: kunstvolle HiHat-Spuren und Gesangs-Phrasen. Auf hohem Niveau, aber beim Verwenden nichts Eigenes.
Eine weitere Parallele mit Cassandro: Als das Tonstudio, bei dem ich angestellt war, damals in den Konkurs ging, kurz vor dem allgemeinen Tonstudio-Sterben, kaufte ich es auf. Bereits ein halbes Jahr später war ich pleite, Auto futsch, Bausparvertrag, Haus (gemietet) weg, das Übliche halt.
Ich habe dann tatsächlich ein paar Wochen lang am Busbahnhof Gladbeck Gitarre gespielt. Mit Hut anbei. Für das Sozialamt war ich mir zu fein!
Habe nach dieser Episode als Ingenieur bei der Stadt Essen angefangen und noch alle Dienstjahre voll erreicht.
Glück gehabt!
Aber auch hier gilt: zufällig am richtigen Ort gewesen, als sich gerade eine Bürger-Versammlung für die Gründung des Bürger-Radios in NRW traf. Ich war aus ganz anderen Gründen vor Ort gewesen, hatte mich aber ins Gästebuch eingetragen.
So einfach kann das manchmal im Leben laufen.
Deshalb mein Ratschlag:
mit der Musik, dem Malen, besonders mit dem Schreiben nicht aufhören! Es kann immer klappen.
Oder man macht es von vornherein für sich selber, für seine Familie und Freunde.
Dann hat man wesentlich weniger Stress.
Und oft kann auch der Weg das Ziel sein!
t-technike
r *Mann bedeutet bei mir alles, jedes Geschlecht, auch zukünftige Formen