NFT - dummer Hype oder Lösung für das Sammeln digitaler Kunst?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von christianz.

  • Hallo zusammen,


    kürzlich hat mich ein Bekannter auf eine neue Art des Kaufens/Verkaufens von Kunst aufmerksam gemacht, speziell für digital vorliegende Kunstwerke oder allgemein Sammelgut, das aus Bits und Bytes besteht. Diese Innovation beruht auf der sog. Blockchain, also einem öffentlich einsehbaren Register von Transaktionen bzw. einem Buchführungssystem, das auf viele Server auf der ganzen Welt verteilt ist und gegenseitig immer abgeglichen wird (mittels kryptographischer Verfahren um Manipulation und Diebstahl zu verhindern), sodass jede Transaktion einmalig und auch irreversibel ist.

    Nur gibt es neuerdings Auktions-Webseiten, auf denen Künstler (digitale) Werke anbieten können und Auktionen werden ermöglich auf der Basis des Ethereum-Kryptowährungs bzw. Blockchainsystems. Jedes Werk existiert hier aber nur einmal, im Unterschied zu den Coins der bekannten Kryptowährungen wie Bitcoin. Daher auch der Name NFT für "non-fungible Token", was soviel heisst wie einzigartiges und nicht-austauschbares Token.


    Weil die Transaktion einmalig ist, kann man so ein Werk kaufen und auch damit Handel treiben. Allerdings gibt es trotzdem keine technische Hürde, die Animation, oder das Bild, Scan oder sonstwas, zu kopieren. So kann man argumentieren, dass der Verkauf eigentlich sinnlos sei, weil es unendlich viele Originale gibt und die ganze Auktionsbörse lediglich zur Bereicherung der Besitzer diene. Überdies kann ein Blockchain-System auch absterben oder dessen Wert ins Bodenlose fallen. Das Betreiben eines grossen Blockchain-Systems ist auch mit signifikantem Energieverbrauch verbunden. Kürzlich gab es einige extreme Transaktionen die auf Interesse in der Öffentlichkeit gestossen sind (siehe Beeple).


    Hier hat mein Bekannter, James Merril, eine kurze Animation auf einer NFT-Plattform angeboten: https://foundation.app/lostpixels/orange-crush-9915

    Bin ja gespannt, wie die Geschichte weitergeht. 8)

  • Naja, immerhin wird dadurch digitaler Kunst auch ein monetärer Wert zuerkannt. Das finde ich im Prinzip nicht schlecht.

    Warum sollte digitales Schaffen weniger wert sein als analoges? Die digitalen Medien aus dem Kunstkatalog auszuschließen ist meiner Meinung nach nicht fair. Wenn ein Renoir/Picasso/Pollock usw. um viel Geld verkauft werden darf, warum nicht auch ein digitales Werk?

    Und andersrum: Wenn berühmte Gemälde zu tausenden auf Poster, T-Shirts und Kaffeetassen gedruckt werden und es davon auch täuschend echte Reproduktionen gibt, warum stört man sich dann so an der Reproduzierbarkeit digitaler Kunst?


    In einem Zeitungsartikel, den ich vor kurzem darüber gelesen habe, wurde allerdings erwähnt, dass es auch die Möglichkeit gibt, eine bestimmte Datei als Original zu kennzeichnen. Ich nehme mal an, dass Käufer darauf durchaus Wert legen dürften.


    Geld kann man ja für alles Mögliche ausgeben. Einige sparen für einen Flug zum Mars, andere wollen sich nach ihrem Ableben einfrieren lassen. Wenn manche Leute für Kunst, egal ob digital oder analog, enorme Summen ausgeben möchten, stört mich das nicht wirklich; muss ja schließlich jeder selber wissen, was er tut.

  • Bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Sache entwickelt.


    Was ich noch nicht so ganz verstehe ist der Unterschied zwischen einer solchen Plattform und dem Verkauf von Content im klassischen Sinn. Solche Animationen und Bilder können bereits jetzt für einige wenige EUR von Stock-Steiten wie Shutterstock oder Adobe Stock etc. erworben werden. Der Unterschied zum NFT ist der Besitz eines Originals, dann aber zu wirklich guten Preisen mindestens 1000$+

    Eine gewisse Seltenheit oder Hype um den Künstler/in wird da schon nötig sein um die grossen Beträge einzustreichen.

  • Ja tatsächlich, Christie's hat gerade eine 5000-Bilder Collage von Beeple für fast 70 Mio. Dollar versteigert: https://www.christies.com/feat…e-to-auction-11510-7.aspx

    Das NFT stellt sicher, dass man das Original erhält, quasi wie ein reales Gemälde.

    Wobei es da, wie ich gelesen habe, auch Serien geben soll, d.h. nicht nur ein einziger Verkauf, sondern eine begrenzte Auflage.

    Ich sehe darin einfach eine weitere Variante des Kunsthandels.

  • Ich sehe darin einfach eine weitere Variante des Kunsthandels.

    Sehe ich auch so. Sollte ich mal ein T-Shirt mit Pfeilgiftfrosch und dem Verweis "SafetheFrogs" anbieten? ;)

    Mit Coins lassen sich im momentanen Tageshandel sicherlich höhere Gewinne erzielen, seitdem die Noobs im Homeoffice den Kurs in schwindelerregende Höhen puschen. Allein die Differenz zwischen Tageshoch und -Tief bringt meinen Autotrader ins Schwitzen. ;)

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