Lori - Tanz in der Nacht Rohrender

Lori lächelte Rogolf zu. Der Ork hatte den Spaß seines Lebens; Malik fiedelte, was das Zeug hielt und sie tanzten bis tief in die Nacht. Der Ork hatte ihr versprochen, sie in Gold zu bezahlen, wenn sie ihm ein paar schöne Tage auf der Erde bereitete, und da ihr Mann Joseph vor sechs Jahren verstorben war, sah Lori nichts, was sie daran hinderte. Ihre Söhne waren in Paris; der eine als Advokat am königlichen Hof, der andere als Professeur an der Sorbonne, was für die Söhne eines einfachen Bauern schon wirklich viel war. Sie würden von den Eskapaden ihrer Mutter nichts erfahren - und selbst wenn, wussten sie genau, dass Lori noch Jahrhunderte auf der Erde bevorstanden, die die lebenslustige Elfe sicher nicht im Zölibat zu verbringen gedachte. Die vierzig Jahre, die sie bereits bei den Menschen verbracht hatte, hatten sie gründlich von dem Standesdünkel der adeligen Elfen kuriert.

Heute tanzten sie, morgen wollte Lori ein schönes Essen vorbereiten, und übermorgen... mal sehen. Rogolf war bisher ein netter Kerl, und sie hatte noch nie einen Ork gehabt. Abgesehen von Joseph hatte sie tatsächlich noch nie jemanden im Bett gehabt, doch sie gedachte, das nun zu ändern. Der Orkhändler sah aus, als könnte er sowohl den Bauernhof halten als auch für die Zukunft sorgen; wenn er sie also nach den paar Tagen heiraten wollte, würde sie zustimmen. Wenn sie klug mit dem Geld wirtschaftete, wäre ihre Zukunft gesichert. Die Menschen hatten gerade erst das Bankwesen entdeckt, und Lori war schon immer gut darin gewesen, die Möglichkeiten einer Investition abzuschätzen.