Es gibt 37 Antworten in diesem Thema, welches 7.762 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (3. April 2010 um 13:11) ist von spacebones.

  • Verwendete(s) Programm(e): Bryce 7 beta

    Keine Ahnung, welcher Teufel mich gestern abend geritten hat. Wahrscheinlich der Wahn, "einfach mal" einen Turm aus Bauklötzchen zu bauen.
    Stattdessen sind die Pferde mit mir durchgegangen und ich habe mich an die Rekonstruktion eines dorischen Tempels gewagt (Propyläen Kunstgeschichte, Band 1, Abb. 267b). Dabei bin ich zwar nicht ganz genau vorgegangen, da der Aphaia-Tempel 12 Säulen auf der Längsseite und 6 Säulen auf der Breitseite hat, aber das Prinzip stimmt.
    Fertig ist er noch lange nicht.
    Was mir aber beim Rendern erst aufgefallen ist: obwohl alle Säulen, Plinthen und Tori Kopien des ersten Exemplars sind, sind sie zu kurz, zu lang oder komplett ineinander verschoben. Infolge sieht mein Tempel aus, als sei der unfähige Architekt aus "Asterix in Ägypten" am Werk gewesen.
    Gibt es vielleicht einen Trick, wie ich solche Überraschungen vermeiden kann ?
    Bin eben schon auf die Idee gekommen, ein Schachbrett in PhotoImpact zu erstellen, das ich als Vorlage auf die oberste Treppenstufe legen und später gegen eine richtige Textur austauschen könnte.
    Außerdem kriege ich die Rampe in der Mitte des Eingangs nicht richtig hin - da benötige ich auch Hilfe.
    Kanneluren, Metopen, Relieffiguren, Dachziegel und Skulpturen für's Dach muß ich auch noch machen. dafür habe ich auch schon ein paar Ideen. Für die Eingangsfront brauche ich noch große Gittertüren.
    Gegebenenfalls baue ich den Tempel auf der Grundlage des Erlernten auch nochmal komplett neu auf.

    Die Lightshow im Inneren dient übrigens einzig dem Zweck, dass man überhaupt etwas erkennen kann.

  • Hi

    Für Bryce schaut das schon sehr gut aus.
    Wenn Du Maßhaltigkeit erreichen willst, solltest Du die Objekte vielleicht besser per numerischer Eingabe entlang der x, y und z - Achsen verschieben. Geht in Bryce, wenn ich mich recht entsinne, über das kleine A. Da findest Du dann irgendwo die Koordinaten. Helfen kann Dir auch die Funktion mehrere Duplikate zu erzeugen. Probier das mal aus. (PS: Ansonsten wechsele für solche Aufgaben zu einem geeigneteren Programm.)


    ciao
    Naoo

    42

  • Hi!
    Nur als Beispiel:
    Bau erst nur eine Säule, zieh einen Rahmen um alle Objekte der Säule und gruppier "G" das Ding, und speicher die in Deiner Bibiliothek.
    Danach kannst Du sie immer wieder einfügen...

    Grüße und viel Spaß!
    Michi

  • Erstmal Danke an alle !

    DaCeilon: die Funktion mit dem Gruppieren war mir bisher entgangen . Ich bin immer über Copy & Paste gegangen - bei allen Teilen, die das Bild hat *puh*.
    So wäre das wirklich viel einfacher gewesen.
    Was mir auffällt - Du speicherst Deine Figuren unter "Installed" ab ? Ich dachte bisher, das geht nur über "User" ?!

    Naoo: da ich von den 3D-Programmen bisher Bryce am besten kenne, wollte ich erstmal hierüber versuchen ;)
    und da mein PC gerade am Download der neuen Beta ackert: meinst Du mit dem kleinen a das, was innerhalb der "hängenden" Optionspalette an jedem Objekt zu sehen ist oder gibt es irgendwo eine Funktion, mit der man ein allgemein sichtbares Lineal aufschalten kann ?
    Falls Du das a in der hängenden Palette meinst .... da muß man dann aber ziemlich viel rechnen, oder ;( - und das ist so gar nicht mein Ding. Gibt's dazu noch eine Gebrauchsanweisung :timeout: ?
    Wenigstens habe ich auf der Suche nach besagtem a gerade in der Funktion "Hintergrund" auch Rechenpapier entdeckt - damit komme ich zurecht ! :gap

    Was das multiple Replizieren angeht *gg* - da hätte ich wahrscheinlich einfach die Augen mehr öffnen müssen. Betriebsblind nennt man sowas. :jawa

    Kushanku: die Aufsichten ohne Perspektive habe ich ja zum Duplizieren und Verschieben der Einzelelemente genutzt, deswegen war ich über das Renderergebnis ja so erstaunt.

    Honi soit, qui mal y pense.

    • Offizieller Beitrag

    Ohne ein ein wenig Zahlenjonglieren (nummerische Eingabe unter "A") wird es schwieriger. Das ist in allen 3D-Proggis der sicherste Weg. Das Augenmaß trügt bekanntlich manchmal. Glaub mir man kann sich daran gewöhnen. Nur Mut.

    Lg
    Kushanku

  • Eine weitere Bryce - Fleissarbeit! :top

    Die nützlichen Tips sind ja nun schon gegeben worden - ein weiterer fürs korrekte Texturieren bzw. realistischere Materialzuweisung wäre nun:

    Für unterschiedliche Objektformen innerhalb einer Objektgruppe mit dem gleichen Material kann es zu einer viel homogeneren Wirkung kommen, wenn die Projektionsparameter adäquat zu den Objekttypen gewählt werden. Zum Beispiel bei einer runden Säule "cylindric", auf einer Kugel "spherical", auf geraden Flächen "cubic" etc. (Screenshot 1). Erstmal jedoch immer mit "parametric" ausprobieren, das passt meistens gut.

    Fernerhin wird es erforderlich werden, die Materialien auch zu skalieren, da in den unterschiedlichen Projektionsparametern das Material durch diverse Mapping-Algorithmen verzerrt oder grösser / kleiner dargestellt wird. Das kann sehr störend wirken, wenn z.B. die Marmorfläche auf einer Säule eine doppelt so grosse Struktur aufweist wie beim Kapitell oder Sockel. (Screenshot 2 und 3 zeigen Vorgehensweise und Wirkung). Zu beachten ist dabei, dass je höher der eingegebene numerische Wert ist, um so kleiner der Abbildungsmasstab des Materials wird...

    vg
    space

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Ich bin immer über Copy & Paste gegangen

    Das könnte eine Ursache für die Verschiebung sein, beim Einsetzen kommt es offensichtlich zu Ungenauigkeiten.
    Du kannst Objekte auch mit Strg-D duplizieren, das Duplikat befindet sich dann an exakt derselben Stelle wie das Original. Meiner Meinung nach ist das der schnellste Weg, da man nicht immer über die Bibliothek muss.

  • Ich geh da immer auf Duplizieren, da ist das auch an derselben Stelle wie das Original.

    Ich find deinen Bauklötzchen-Tempel schon klasse. :)

    Grüße
    Stitch

    Ich habe keine Macken. Das sind Special Effects!!!

  • Das genaue Positionieren ist in Bryce wirkliche Fummelsarbeit. Du brauchst die Szene aber nicht komplett rendern. Um nur Veränderungen an einem Objekt zu sehen kannst Du die kleine Sprayflasche auf der rechten Bildschirmseite verwenden. Da werden die Veränderungen schon gut sichtbar.

    mfG
    Elfmann

    Irren ist menschlich, aber für das totale Chaos braucht man einen Computer.

  • Sooo, hab mir ein bißchen Zeit gelassen und wollte doch auch erstmal Eure Tips ausprobieren.

    Also, das mit der Rechnerei wird bei mir wohl nochmal ein "Schritt-für-Schritt-Tutorial" nach sich ziehen :d7 - also bleib ich doch besser beim Hintergrund mit Rechenkästchenpapier - das funzt auch :D

    Der Befehl Gruppieren und zum Objekt erheben, hat im ersten Versuch leider die Textur der Basis auf die gesamte Säule übertragen, beim letzten Versuch komischerweise aber alle Texturen dort gelassen, wo ich sie ursprünglich hingesetzt hatte.
    Da ich dem Braten aber nicht ganz getraut habe - vor allem, nachdem die Funktion "Multi-Replicate" einen immer kleiner werdenden Stapel von Säulenbildern nach sich zog - bin ich über die einfache Replicate bzw. Duplicate-Funktion gegangen.
    Das hat dann auch keine Probleme bereitet.

    Zumindest nicht, bis ich den Blickwinkel geändert habe, und plötzlich die Repliken als Zwergformen im oberen Drittel der Originale hängen sah :irre - da war dann wieder etwas Fummel-Arbeit angesagt.

    Elfmann: die Spraydose war ein super Tip - das hat mir eine Menge Zeit gespart. Problemzone angesprayt, kurz angeguckt und weiter im Text.

    spacebones: für die Texturen habe ich die Säulen jetzt erstmal komplett auf "parametric" gesetzt. Richtig so ?
    Sobald alle Teile an der richtigen Stelle sitzen, werde ich wohl nochmal Teil für Teil durchgehen müssen.

    Für die Rampe habe ich auch noch eine bessere Lösung ausgetüftelt. Dadurch fügt sie sich stimmiger ein.

    Damit man jetzt besser in den Tempel schauen kann, habe ich die Textur der Wände durch blaues Glas ersetzt. Das sieht zwar in Verbindung mit den Halbedelsteinen der Säulen und der verbindenden Träger- und Mauerelemente schreiend bunt aus, aber mir kommt es derzeit wirklich nur darauf an, daß man die Struktur des Tempels richtig sehen kann.
    Sobald ich die Metopen, Friese, Reliefs und den Dachstuhl mit Ziegeln und Firstfiguren drauf habe, wähle ich andere Texturen aus.

  • Jepp :engel2 bin auch schon ganz begeistert von mir :amidala - hätte nicht gedacht, daß ich das so gut hinkriege :D
    Da war das Studium mit dem Auswendiglernen der Architekturstrukturen wohl doch nicht ganz umsonst :hamburger:
    dann mache ich mich jetzt mal an den nächsten Schritt.

    Honi soit, qui mal y pense.

  • Er sieht jetzt schon richtig gut aus!
    Übrigens: Mein Haupwerkzeug in Bryce ist ein karierter Block und ein Taschenrechner!
    :D

    Grüße,
    Michi

    smile-arsbym.gif

    Bunt ist das Dasein und granatenstark! - Volle Kanne Hoschi!

  • Mir gefällt dieses Projekt! Ich finde gerade solche klassischen Formen eignen sich gut für Bryce-Modeling. Ich habe auch in meinen ersten Bryce-Renderings Säulen gebastelt und auch mal einen Tempel gebaut. -> http://www.active-rendering.de/old_web/upload02/apollo1c.jpg
    Die regelmäßigen Formen kann man leicht "boolen". Wenn du die Kapitelle bearbeitest, könntest du terrains "malen" und einarbeiten, so hab ich damals die ionischen gemacht. Um nur die Struktur darzustellen würd ich anfangs generell auf texturen verzichten bis das modell fertig ist, und dann am ende die texturen dazugeben, dann ist es wahrscheinlich einfacher.

    genaue hilfestellung kann ich leider nicht mehr geben, ich hab bryce nicht mehr :( das mit dem block und dem taschenrechner ist auch ein guter tip, ich kann mich erinnern ich hab blöcke vollgemalt mit koordinaten und zahlen ;)

    lg sen

  • *schluck* Die Kapitelle hast Du mit Terrains gemalt ?!
    Hast Du dann direkt das doppelte Volutenpaar inklusive Säulenkopf gemalt oder hast Du die Teile noch getrennt ?

    Vollgekritzelte Rechenblöcke kenne ich zur Genüge ;) - ich hatte immer einen Heidenspaß daran, ideale Häuser, Gärten und Bauernhöfe zu kreieren. Während des Studiums hab ich im Studentenheim gewohnt - und die Putzfrau hat sich geweigert, bei mir sauberzumachen, weil ich dauernd quadratmetergroße Papp- und Papiermodelle auf dem Boden stehen hatte ^^
    Eigentlich sollte da der Sprung zu den Berechnungen in Bryce nicht schwer sein :S

    Honi soit, qui mal y pense.

    Einmal editiert, zuletzt von Ghostpanther (15. März 2010 um 23:47)

  • WOW Senator... mir ist grad die Kinnlade runtergefallen.
    Das ist große Klasse... ich wünschte ich wär mit Bryce schon so weit, aber das wird noch ein laaanger Weg, schätze ich mal. *ggg*

    Grüße
    Stitch

    Ich habe keine Macken. Das sind Special Effects!!!

  • So, der nächste Schritt ist fast komplett. hat mich allerdings 'ne Menge Fudelei und Sucherei gekostet, wie der Dachstuhl eines griechischen Tempels aussieht. Die einzige visuell akzeptable Darstellung ist anscheinend der Rekonstruktionsversuch aus den Propyläen Kunstgeschichte, wovon es im Netz eine sehr gute Vergrößerung gibt, die ich mir auch DIN A4 gezogen ausgedruckt habe.

    Damit Ihr eine Idee davon habt, wie's jetzt aussieht, habe ich einen schnellen Render mit der Unteransicht des Dachstuhls gemacht.
    Ohne Spacebones Tip mit den Mapping-Algorithmen würden die Holzbalken allerdings wie extrem gefurchte Urzeitriesen aussehen ;)
    Die zur Außenmauer gelegene Hälfte dieser Balken werde ich noch in ein helleres Material übersetzen. Vielleicht ähnlich wie die Balken der Stirnseite in rosa-weiß-farbenen Marmor.

    Meine Idealvorstellung ist, hinterher mit der Kamera in den Tempel reinfahren zu können, deswegen auch die extreme Genauigkeit im Aufbau.
    Die Wände, die jetzt in Rauchgrau gehalten sind, werden dann allerdings aus einem nicht durchsichtigen Material sein.

  • Also ganz ehrlich - im Moment komm ich mit der Optik diverser Baugruppen (Transparenz?) noch nich so ganz zurecht... :P
    Vorn links sieht es z. B. so aus, als stünde dort eine halbtransparente, leicht verspiegelte Fläche...

    Geist ist geil!

    • Offizieller Beitrag

    Sieht von der Perspektive her sehr interessant aus :nachdenklich: , um nicht die gleichen Worte wie space zu benutzen ;) . Die Spiegelungen bringen etwas Verwirrung in das ganze Werk.

    Lg
    Kushanku

  • dem kann ich mich nur anschließen.... es sieht verwirrend aus, man kann es, wohl durch die Glasscheiben da (sind doch welche, oder?) nicht so gut erkennen.

    Grüße
    Stitch

    Ich habe keine Macken. Das sind Special Effects!!!