Architekturfragen

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 2.060 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (23. Mai 2025 um 02:22) ist von Hansum.

  • Hi,

    habe gerade wieder mal ein Video entdeckt, wo jemand ein Schloss baut. Wie der (oder die) das in dem Video angeht, ist wohl auch die übliche vorgehensweise für 3d. Ich denke, ich hab das auch grundsätzlich verstanden, hab damit allerdings ein Problem: das ganze sieht zwar später von aussen gut aus, aber wie verhält es sich mit den Innenräumen? - Denn wenn ich Gebäude für meine Fantasywelt erstelle, dann geht es mir zunächst einmal um Fragen wie diese:

    • Was für Räume sollen in dem Gebäude untergebracht werden?
    • Wieviele?
    • Und wie ist die Lage der Räume zueinander? - Oder
    • in welchem Verhältnis stehen die zueinander? Also beispielsweise Hauptraum oder Nebenraum?
    • Bei öffentlichen Gebäuden: Für Publikumsverkehr zugänglich oder nicht?

    Erst wenn ich diese Fragen zumindest teilweise geklärt habe, gehe ich ans entwerfen. Zum Teil entwickeln sich einige Verhältnisse der Räume zueinander auch erst beim Entwerfen, es ist also ein dynamisccher Prozess. Diese (meine) Vorgehensweise beisst sich allerdings mit der in dem Video gezeigten, denn da kann man zwar grosse Räume hinter den Mauern vermuten, bekommt aber keine irgendwie geartete Vorstellung über die tatsächlichen Verhältnisse.

    Jetzt werden einige sicher einwenden, dass das oft auch gar nicht gefragt ist, sondern es nur um die Optik geht. - Gut, einverstanden. Aber mir geht es erstmal um die Innenräume, wie oben beschrieben. Anschliessend kann man sich immer noch um die Gestaltung der Fassaden kümmern. Evtl. kann die Fassadengestaltung auch Rückschlüsse auf die Innenräume zulassen, aber das muss nicht so sein.

    Hat jemand Irgendwelche guten Vorschläge, wie man also vorgeht bzw. vorgehen könnte, um einen Grundriss zu entwerfen und dabei trotzdem schon irgendwelche Ideen für mögliche, aufwändige Fassadengestaltung berücksichtigen kann?

    Ach ja, und ich verfolge stehts auch die Absicht, das ganze so zu gestalten bzw. zu entwerfen, das die Wahrscheinlichkeit, es tatsächlich bauen zu können, recht gross ist. - Ich komme beruflich zwar nicht aus dem Bauwesen, hab also keine tiefergehende Ahnung etwa von Tragwerkslehre oder technischer Mechanik. Aber ich möchte trotzdem dass grössere Strukturen nicht nur so aussehen als ob sie stabil wären, sondern es sehr wahrscheinlich auch sind. Also so, dass die Statiker da nicht mehr viel korrigieren müssten, wenn es tatsächlich in die Bauplanung gehen würde.

  • Bei Projekten wie Burgen, bei denen auch das Innenleben berücksichtigt werden soll, empfiehlt es sich, mit einem Grundriss zu beginnen und diesen in verschiedene Ebenen zu unterteilen – idealerweise in modularer Bauweise.

    Solche Vorhaben machen zwar unglaublich viel Spaß, sind aber echte Zeitfresser.

    Grundriss.jpg

    Man ist nicht mit der besten Software schnell, sondern mit der, die man blind beherrscht.

  • Ja, das Video hier sollte es erklären.

    Als Erstes ein Fundament ... dort Wände/Treppen/Türen/Fenster einzeichen, danach in die 1 Etage arbeiten, Zwischendecke und das Spiel von vorne.


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    Man ist nicht mit der besten Software schnell, sondern mit der, die man blind beherrscht.

  • Ich würde Dir empfehlen, Grundriss von Burgen zu studieren, die Referenzen, die ähnliche Elemente, wie Du sie verwenden willst, als Referenzen zu speichern.

    Dann musst Du Dir überlegen, was für Funktionen und Elemente deine Burg haben soll, wie diese zweckmäßig angeordnet sein sollten. Wenn Du das schon hast würde ich trotzdem schauen, wie andere das gelöst haben und überlegen, warum das ggfs. anders als bei Dir aussieht.

    Dann kannst Du Dir noch überlegen, welche Ressourcen Du zum Bauen zur Verfügung hast - z.B. ob eher mittelalterliche oder modernere oder gar futuristische.

    Wahrscheinlich wird sich daraus schon ein Stil abzeichnen, wenn Du da nicht schon was bestimmtes im Sinn hast.

    Es macht Sinn Wände dahin zu setzen, wo im Geschoss drunter auch schon welche sind ;)

    Und ich würde mit einem dicken weichen Bleistift auf Papier anfangen. Eine Skizzenrolle kostet nicht viel und ist ein sehr sinnvolles Mittel zum Entwerfen.

    "The filmmakers ask that no one attempt walking through walls, cloudbursting while driving, or staring for hours at goats with the intent of harming them

    ... invisibility is fine."

  • Zusätzlich kannst du auch ein auf Architektur spezialisiertes 3D-Programm einsetzen.

    Sweet Home 3D etwa. Das ist kostenlos.

    Profis bietet SW3D wahrscheinlich zu wenig. Aber um einmal in die Materie reinzuschnuppern, langt es allemal.

    Man kann dort viele Einstellungen anpassen; auch die Raumhöhe. Einen mittelalterlichen Rittersaal mit 10 Metern Deckenhöhe zu modellieren ist damit kein Problem. Auch gebogene Wände oder mehrere Etagen lassen sich realisieren.

    Zudem werden beim Download Fenster, Türen, Treppen, Möbel etc. mitgeliefert, die spielend leicht per Drag’n’Drop in die virtuellen Räume eingesetzt werden können. Oder du importiert einfach ein paar eigene Dateien.

    Anschließend kann man sogar in dem fertigen Bau virtuell herumlaufen und Fotos und Videos machen.

    Das fertige Gebäude lässt sich als .obj-Datei exportieren.

    Code
    https://www.sweethome3d.com/de/features.jsp

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. – Leonardo da Vinci

  • Zusätzlich kannst du auch ein auf Architektur spezialisiertes 3D-Programm einsetzen.

    Ja, das hab ich vor langer Zeit mal gemacht, als ich die Idee hatte, mein Traumhaus zu entwerfen. Die Betonung liegt dabei auf Traum, weil es im wesentlichen darum ging, alle Elemente für ein Traumhaus, die mir lose im Kopf herum schwirrten, zu einem Entwurf zusammen zu fassen, bei dem die Wahrscheinlichkeit, ihn tatsächlich auch bauen zu können, sehr gross ist. Es war (und ist) jedoch klar, dass das in diesem Leben niemals der Fall sein wird. Wenn ich den Entwurf mal öffentlich mache, könnte er vielleicht jemand anderem gefallen, der oder die das nötige Kleingeld hat, um ihn zu realisieren...

    Sweet Home 3D etwa. Das ist kostenlos.

    Das guck ich mir mal an. Ich hab damals das Programm ArCon 4.1 verwendet, das von der Firma mb Software AG in Hameln entwickelt und vertrieben wurde. Die wurde jedoch 2001 insolvent und es gibt seitdem zwei verschiedene Zweige dieses Programms. Eine gute Übersicht findet man hier, einem Vertriebspartner der Entwicklerfirmen. Das Programm (d.h. die von mir benutzte Version) ist sehr gut, sofern es nur um "konventionelle Wohnhäuser" oder auch Bürogebäude geht. Aber bei meinen Wünschen für repräsentative Gebäude meiner Fantasywelt oder beispielsweise auch Torhäusern, versagte zumindest die 4.1er Version.

    Sowas hier z.B. war damit nicht möglich. Ein weiteres Handicap bei meiner Version war, dass numerische Eingaben nicht möglich waren. Das ging nur bei der Profiversion (mit einem Plus-zeichen hinter der Versionsnummer), die ich mir allerdings nicht leisten konnte. Und Kuppelbauten konnte man gleich vergessen. Dafür gab es allerdings eine schöne Funktion zur Treppenberechnung: Man hat nur die Parameter für die Stufen eingegeben, den Rest hat das Programm selbst berechnet. Das ging deshalb, weil man am Anfang eines Projekts die Geschosshöhe angeben musste. Auch schön, obwohl ich es nie gebraucht habe, ist die integrierte Kalkulation der Baukosten nach DIN-irgendwas. Da kam für das Traumhaus damals, d.h. um die Jahrtausendwende bereits ein Betrag von einer oder zwei Millionen bei raus... 8| (Und das, obwohl nur in zweien der 7 oder 8 Felder für Zahlenangaben was drin stand.) - Aber ich schweife ab.

  • Man ist nie zu alt, um zu lernen. ;)

    Blender oder Hexagon wären eine Option für dich?

    Hexagon ist sehr gut was Gebäude anbelangt, das geht sehr schnell von der Hand und ist äußerst effektive.

    Stand jetzt würde ich dir zu Hexagon raten, auch wegen der Lernkurve.

    Ansonsten Blender.

    Wenn ich Zeit habe, werde ich auch mal eine Burg bauen.

    Ach und noch etwas ...... Burgen sind recht komplex, fange mit etwas Kleinem an: Ein Haus mit Balkon wäre ein Anfang.

    Man ist nicht mit der besten Software schnell, sondern mit der, die man blind beherrscht.

    2 Mal editiert, zuletzt von B&A (16. Mai 2025 um 10:20)

  • B&A:

    Blender ist 'ne Option für mich; - die nutze ich schon seit rund 10 Jahren. ;) - Das obige Bild ist zum Beispiel in Blender erstellt. Ebenso die Bilder, die ich bisher in die Galerie gestellt habe oder die Treppen neulich bzw. vor längerer Zeit. Und fast alle Anhänge von meinen Beiträgen, die ich hier bisher geposted habe, sind mit Blender erstellt. Meinen Schwerpunkt hab ich bisher allerdings auf die Arbeit im Editmode gelegt und mich nur begrenzt mit rendern beschäftigt, weshalb die Bilder auch keinen Anspruch auf Fotorealismus erheben können. - Das war bisher auch gar nicht das Ziel gewesen. Mir ging und geht es darum, herauszufinden, ob bestimmte Ideen überhaupt funktionieren oder nicht. Einiges hab ich bei 2d-Zeichnungen nicht immer sofort erkannt. Bei 3d hab ich es dann gesehen, als ich es aus allen Perspektiven betrachten konnte. - Oder es fiel mir schon beim erstellen auf, wenn da auf einmal was nicht zusammen passte.

    Als vorläufiges Fazit stelle ich also fest, dass bei dem, was ich machen will, ein Grundriss immer empfehlenswert ist. Wenn jedoch auch bestimmte Äusserlichkeiten von Anfang an zu beachten sind, wie bei diesem Kirchenprojekt, dann ist es sinnvoll, sich zunächst ein einfaches Modell zu erstellen und sich anhand dessen einen Grundriss zu erarbeiten, der dann "hochgezogen" und schliesslich mit diversen Designelementen oder Dekorationen versehen wird.

    ------------------

    Nachtrag:

    jetzt hab ich bestimmt 'ne Stunde im Archiv nach den Bildern von den Treppen gesucht, die ich neulich hier geposted habe; - unter den Beiträgen von B&A, weil ich die Bilder wegen eines Beitrags von ihr geposted hatte. Am Ende stellte sich heraus, dass sie in einem meiner eigenen Thread zu finden sind...

  • Nachtrag:

    jetzt hab ich bestimmt 'ne Stunde im Archiv nach den Bildern von den Treppen gesucht, die ich neulich hier geposted habe; - unter den Beiträgen von B&A, weil ich die Bilder wegen eines Beitrags von ihr geposted hatte. Am Ende stellte sich heraus, dass sie in einem meiner eigenen Thread zu finden sind...

    ^^ Irgendwoher kenne ich das.

    Man ist nicht mit der besten Software schnell, sondern mit der, die man blind beherrscht.

  • Wenn es an die Ausgestaltung geht, sollte man Folgendes bedenken: Man sieht nie Außen- und Innenansicht gleichzeitig. Statt alle Innen-Details in das Gebäude zu packen, ist es oft sinnvoller, die Innenräume nur ganz rudimentär zu gestalten, und dafür jeden Inennraum als extra Projekt anzulegen. Sonst werden es riesige Dateien, die aufgrund der zahlreichen Texturen schwer handzuhaben sind.

    Nur mal so als Gedanke...


    --- Kein Wind ist günstig für den, der nicht weiß, in welchen Hafen er will. --- (Seneca)

  • esha :

    Das klingt nach einer sinnvollen Struktur, wenn es ans Rendern der finalen Bilder geht.

    Aber bisher bin ich oft noch in der Experimentierphase, wo ich Teile der Inneneinrichtung nur in vereinfachter Form in die Datei einbaue, damit ich einen Anhaltspunkt für die Grössenverhältnisse und den benötigten Platz habe. Manchmal kommt dann aber auch sowas dabei heraus... :)